Forscher entwickeln Lustspray: Dufte Idee? Nee!

Ein Lustspray für mehr Spaß im Bett? Damit will eine Forscherin in Wien die Frauenwelt bald beglücken. Wir finden: Das Lustspray soll lieber ganz schnell verduften.

Erinnern Sie sich noch an den nackten Til Schweiger auf dem Couchtisch? Und an seine - ebenfalls spärlich bekleidete - Gespielin, die im Bad auf einen "richtigen Kerl" wartet? Schon eine Weile her, aber das war 1994 im Film "Der bewegte Mann". Schweiger alias Axel Feldheim und seine Affäre hatten Bullen-Lustspray eingeatmet, weil das angeblich nicht nur Tiere auf der Wiese richtig in Fahrt bringt.

19 Jahre später landet ein Lustspray wieder in den Schlagzeilen. Der Auftritt ist zugegebenermaßen nicht so dramatisch. Die Wiener Professorin Michaela Bayerle-Eder forscht an einem Spray, um "die Frauen wieder lustvoll zu machen". Es soll wie ein Nasenspray funktionieren und das Hormon Oxytocin enthalten. Das sogenannte "Kuschelhormon" sorgt dafür, dass die Bindung vertieft wird. Es wird beispielsweise beim Stillen und beim Orgasmus ausgeschüttet. Und soll jetzt auch für mehr Lust beim Sex sorgen. "Es geht nicht um körperliche Reaktionen. Bei Frauen spielt bei der Sexualität viel mehr hinein, dass sie sich hingeben und dem Partner vertrauen können", so Bayerle-Eder zur Begründung. Damit will sie den 43 Prozent aller Österreicherinnen helfen, die ihren Angaben zufolge an einer Sexualfunktionsstörung leiden.

Es gibt aber auch einfachere Methoden gegen sinkende Lust: guten Sex beispielsweise. Und gute Liebhaber. Denn wie viele Frauen haben wirklich ein Hormon-Problem - oder einfach nur eines in ihrer Beziehung? Paarprobleme zu bewältigen, ist natürlich aufwendiger. Und erfordert Offentheit auf beiden Seiten.

Klar, ein kleiner Sprühstoß in die Nase ist da wesentlich bequemer. Aber bringt am Ende wohl kaum die gleiche Befriedigung. Denn eine gute Bindung und fantastischen Sex quetscht man eben nicht in eine Sprühflasche.

Text: bia
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