7 Sex-Lügen, die wirklich niemand mehr braucht

Was das Wissen über Sex und Sexualität angeht, sind wir der Wahrheit heute sicherlich näher als vor 100 Jahren. Manche Irrtümer sitzen allerdings so tief, dass einige sie immer noch glauben – und im schlimmsten Fall an ihre Töchter weitergeben.

Sex gehört zu den grundlegendsten und natürlichsten Dingen des Lebens – und trotzdem haben Menschen alles, was damit zu tun hat, ein paar Jahrhunderte lang systematisch und überaus erfolgreich in eine Schmuddelecke gekehrt und tabuisiert. Zu blöd! Schließlich schüren Tabus Ängste, Hemmungen und Scham. Sie schaffen künstliche Barrieren, wo keine sein müssten, und bieten jede Menge Raum für Irrtümer und Lügen. Denn durch sie bleiben alle mit ihren Erfahrungen alleine.

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Gut also, dass wir mittlerweile begriffen haben, dass Sex in dieser Schmuddelecke nichts zu suchen hat und wir uns durchaus offen darüber austauschen dürfen. Nur sollten wir ein paar besonders hartnäckige Sex-Lügen dann auch wirklich langsam mal hinter uns lassen.

7 Sex-Lügen, die wir getrost vergessen können

1. Sex dient der Fortpflanzung

Zugegeben: Ein mögliches Ergebnis von Geschlechtsverkehr ist, dass rund neun Monate später ein Kind dabei herauskommt. Doch davon abgesehen erhöht Sex die Produktivität im Job, ist gut fürs Selbstvertrauen, hält gesund, stärkt die Beziehung – und ist für homosexuelle Paare oder Leute ohne Kinderwunsch genauso sinn- und wertvoll wie für Wanna-be-Eltern. Wenn schon der Sinn des Lebens nicht zwangsläufig darin besteht, die eigenen Gene weiterzugeben, wird wohl auch der alleinige Sinn von Sex nicht darin bestehen ...

2. Über Sex spricht man nicht

Warum nicht? Und vor allem, mit wem? Gerade in der Beziehung sollte Sex eines der großen Gesprächsthemen sein. "Wollen wir am Wochenende brunchen gehen?" "Oh ja, gerne, aber wir sollten vorher noch etwas Zeit für Sex einplanen, sonst kommen wir diese Woche gar nicht dazu!" Auch mit unseren Freunden sollten wir über Sex genauso befreit reden können wie über das geniale Müsli-Rezept, mit dem wir uns neuerdings täglich den Morgen versüßen.

3. Männer haben mehr Spaß an Sex als Frauen

"Frauen kommen schwerer zum Orgasmus, haben manchmal Schmerzen beim Sex und sowieso viel seltener Lust" – der typische Bullshit, der in vielen Köpfen festsitzt. Klar, wenn eine Frau mit einem Sexpartner schläft, der nur an sich denkt und nicht auf ihre Wünsche eingeht, wird sie wohl Orgasmusprobleme und nicht besonders viel Spaß haben. Doch das als Tatsache zu verkaufen, die wir als Frauen akzeptieren müssten, ist extrem problematisch! Besser, wir einigen uns darauf: Sex sollte für Frauen und Männer gleichermaßen schön sein – ist er das nicht, läuft irgendetwas falsch.

4. Frauen können keinen unverbindlichen Sex haben

Frauen sind bei einem One-Night-Stand die armen Würstchen und Männer die Schweine – kann irgendwie nicht stimmen, oder?! Ob ein Mensch nach einem ONS Gefühle entwickelt oder nicht, hängt weniger vom Geschlecht ab als von der Einstellung, mit der er an die Sache rangeht, der Lebensphase, in der er sich befindet, der Art, wie der Sex praktiziert wurde usw. usf.

5. Jungfräulichkeit ist etwas Heiliges

Gerade Frauen wird oft eingetrichtert, dass sie für das erste Mal unbedingt auf "den Richtigen" warten und ihre Jungfräulichkeit bloß nicht leichtfertig aufgeben sollen. Gegenvorschlag: Warum geben wir jungen Frauen nicht einfach mit auf den Weg, dass sie der erste Sex lediglich ein bisschen reifer und erfahrener macht – nicht aber zu einem wertvolleren oder -loseren Menschen!

6. Wer lange wartet, ist prüde

Eine neuere, jedoch nicht weniger falsche Sex-Lüge: Wer seine Jungfräulichkeit deutlich später als der Durchschnitt verliert oder in einer neuen Beziehung "lange" auf Sex verzichtet, wird schnell als prüde abgestempelt. Aber sind denn auch Menschen, die nicht jeden Tag Schokolade essen, automatisch keine Genussmenschen? Vielleicht gehen sie ja gerne in die Sauna oder lieben es, in der Natur zu sein! Wir alle haben nun mal unterschiedliche Bedürfnisse und Lebensweisen und das sollten wir akzeptieren und respektieren, ohne zu urteilen. "Anders" ist nämlich auch deshalb ein so wunderbares Wort, weil man es nicht steigern kann ...

7. Je offener ein Mensch mit seiner Sexualität umgeht, desto selbstbewusster ist er

Sex ist zwar (hoffentlich) kein Tabu (mehr) – doch für manche noch immer etwas Intimes und Privates. Mit anderen Worten: Wer möchte, darf darüber mit jedem reden, der zuhören mag, wer das nicht möchte, muss das nicht. Im Idealfall hat nämlich niemand das Gefühl, etwas erzwingen zu müssen, und niemand verspürt die Notwendigkeit, etwas zu unterdrücken.   

sus