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Sexsomnia: Wenn du Sex hast, ohne es zu merken 😱

Sexsomnia: Zwei ineinander verschränkte Fußpaare schauen unter der Bettdecke hervor
© Marina Fedosova / Shutterstock
Sex im Schlaf? Klingt vielleicht nice, doch offiziell gilt Sexsomnia als Schlafstörung – und die ist sogar gar nicht so selten ... 

Na, was für Geheimnisse hast du schon so im Schlaf ausgeplaudert? Oder gehörst du sogar zu den Menschen, die nachts den Kühlschrank plündern oder durch die Wohnung geistern, ohne davon etwas mitzukriegen? 

Schlafstörungen, wie Schlafwandeln und Zähneknirschen, sogenannte Parasomnien, sind den meisten Menschen zumindest vom Hören-Sagen bekannt, vielen sogar aus eigener Erfahrung oder aus dem Bekanntenkreis. Schätzungen zufolge hat in Industriestaaten wie Deutschland und den USA rund ein Drittel der Bevölkerung zumindest gelegentlich mit sowas zu tun, in Großstädten sogar etwa die Hälfte.

Sexsomnia: Orgasmus statt Zähneknirschen

Eine Form solcher Störungen ist aber weitaus weniger bekannt: Genauso wie einige im Tiefschlaf mit den Zähnen knirschen oder den Boden wischen, haben manche in ihren Non-REM-Schlaf-Phasen Sex – und können sich am nächsten Morgen an nichts erinnern. 

Die Betroffenen der sogenannten Sexsomnia führen im Schlaf sexuelle Handlungen aus – allein oder mit anderen – und erwecken dabei den Eindruck, als wären sie wach. Das kann von Masturbation über Liebesspiele mit Sex-Toys bis hin zum Geschlechtsverkehr mit Partner reichen, wenn einer zugegen ist. Unangenehme Vorstellung, insbesondere bei letztgenannter Variante: Denn der Sexsomniac entscheidet sich nicht für Sex – sondern folgt lediglich einem Instinkt.

Sexsomnia: Ursachen und Häufigkeit

Die Ursachen von Sexsomnia sind vermutlich die gleichen wie bei anderen Parasomnien: Störungen der Hirnströme, die das "normale" Schlafverhalten beeinträchtigen und die Betroffenen wie ferngesteuert Dinge tun lassen, die sie gar nicht (bewusst) wollen. Und genau wie beim Schlafwandeln können auch beim "Schlaf-Sex" Alkohol, Drogen und besonders Stress die Symptome verstärken (also etwa in Häufigkeit und Dauer).

Bisher gibt es zwar noch keine repräsentativen Untersuchungen dazu, wie viele Menschen von Sexsomnia betroffen sind – doch um wenige Einzelfälle handelt es sich offenbar nicht. In einer Studie des University Health Networks in Kanada wurden 2003 knapp 1000 Patienten befragt, die wegen Schlafstörungen in ärztlicher Behandlung waren. 7,6 Prozent der Befragten waren von Sexsomnia betroffen, wobei der Anteil der Männer (11 Prozent) dabei drei Mal so hoch war wie der der Frauen (4 Prozent). Rechnet man diese Zahlen hoch auf die Gesamtbevölkerung, wäre anzunehmen, dass in etwa jeder Hundertste gelegentlichen "Schlaf-Sex" hat.

Sexsomnia: Risiken und Nebenwirkungen

Immerhin: Die Folgen dieser Schlafstörung sind – zumindest, wenn man sich mit sich selbst beschäftigt – überwiegend harmlos. Ist allerdings ein Partner involviert, wird es schon schwieriger! 

In jedem Fall sollte, wer von Sexsomnia betroffen ist, professionellen Rat suchen und die Ursachen erforschen (lassen). Denn erstens möchten wir schließlich im Idealfall generell immer wissen, was wir tun. Und zweitens sollten wir Sex nur haben, wenn wir selber wollen – und genießen können!

 

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