Sexuelle Unlust? Was du wissen solltest – und was du tun kannst

Sexuelle Unlust kann eine Beziehung belasten. Die Ursachen sind dabei jedoch sehr individuell. Hier findest du Tipps gegen die Flaute im Bett. 

Wenn du keinerlei sexuelles Verlangen verspürst, herrscht schnell Flaute im Bett. Keine Sorge, das ist gar nicht so ungewöhnlich! Sexuelle Lustlosigkeit kommt auch in einer (langen) Partnerschaft vor und ist nichts, wofür sich jemand schämen muss. Was du dagegen tun kannst, hängt allerdings vor allem von der Ursache ab. Dabei können körperliche, aber auch seelische Faktoren zugrunde liegen.  

Sexuelle Unlust – mögliche Ursachen

Bei sexueller Unlust sind die unterschiedlichsten Ursachen denkbar, wie bspw.:

Seelische Gründe:

  • Depression
  • Angst/-störungen
  • Druck/zu hohe Ansprüche an sich selbst
  • Unerfüllte sexuelle Wünsche
  • Stress
  • Beziehungsprobleme
  • Routine im Sexleben

Körperliche Gründe:

  • Neurologische Störung
  • Diabetes
  • Nierenerkrankungen
  • Medikamente
  • Drogen
  • Hormonelle Veränderungen

Sexuelle Unlust bei der Frau

Unlust ist häufig nichts, was nicht behandelt werden könnte. Oftmals ist der Libidoverlust auch nur vorrübergehend. Wichtig ist jedoch, der Ursache auf den Grund zu gehen:

  • Nimmst du bestimmte Medikamente ein, die sexuelle Unlust fördern?
  • Kannst du körperliche Gründe ausschließen?
  • Hast du im Moment (oder schon seit längerem) Stress?
  • Gibt es etwas, dass dich oder deine Beziehung belastet?

Vermutest du eine körperliche Ursache, solltest du mit deiner Hausärzt*in oder Gynäkolog*in darüber sprechen. Die Lustlosigkeit kann bei Frauen auch hormonelle Gründe haben, wie die Einnahme der Pille, aber ebenso eine Schwangerschaft oder die Wechseljahre. Genauso schlecht für die Libido ist konstanter Stress, z. B. mit einem Neugeborenen oder auf der Arbeit. In stressigen Zeiten helfen dir ein praktisches Stressmanagement und Entspannungstechniken, wie z. B. Progressive Muskelentspannung.

Läuft es in eurer Beziehung im Moment nicht gut, hilft wohl nur eines: die Probleme benennen und mit dem Partner reden. Es muss (wahrscheinlich) nicht gleich der Gang zum Paartherapeuten sein, hier findest du Tipps und Alternativen zur Paartherapie.

Hausmittel gegen die Lustlosigkeit  

Natürlich gibt es kein Patentrezept für mehr sexuelle Lust: nicht nur sind die Ursachen unterschiedlich, auch jeder Mensch ist anders und spricht auf Dinge individuell an. Hausmittel gegen sexuelle Unlust können sicherlich keine Wunder vollbringen, aber sind sicherlich einen Versuch wert:

  • Omega-3-Fettsäuren sollen einen Boost für die Libido sein (enthalten z. B. in Leinöl oder Chiasamen).
  • Natürliche Aphrodisiaka können die Libido anregen, dazu gehören zum Beispiel Schokolade, Chili, Granatäpfel, Erdbeeren, Austern, Avocado und Ingwer.
  • Sind Scheidentrockenheit oder Schmerzen der Grund für die Lustlosigkeit, kann Gleitgel Abhilfe schaffen.
  • Bewegung hilft Stress abzubauen und fördert die Durchblutung, was wiederum den Geschlechtsorganen zugutekommt.

Sexuelle Unlust beim Mann

Sexuelle Unlust kann natürlich aus den bereits genannten Gründen auch Männer treffen, zudem kann das Sexualhormon Testosteron im Alter abnehmen. Bei einer Erektionsstörung sollte der Betroffene ärztliche Hilfe in Anspruch nehmen, um den Auslöser zu klären. Potenzfördernde Mittel können hier Abhilfe schaffen. Auch wenn das Thema schambehaftet ist, lohnt es sich eine Urolog*in aufzusuchen, um die Ursache zu ermitteln und im Bedarfsfall wirksame Mittel verschrieben zu bekommen.

Routine im Liebesleben

Mit den Jahren nimmt oftmals auch die Häufigkeit des Sex ab – das ist vollkommen natürlich. Doch damit müsst ihr euch nicht zufriedengeben, denn da gibt es einen Trick:

Den Höhepunkt zu intensivieren, klappt mit diesem einfachen Trick!

Gegen die Sexflaute rät Psychologe Oskar Holzberg nicht abzuwarten und zu hoffen, dass es sich von alleine bessert. Wichtig ist, als Paar darüber zu sprechen und sich einzugestehen, dass man den Sex vermisst (wenn es denn so ist ...). Und statt auf der Wartebank Platz zu nehmen, Sex zu initiieren und bewusst miteinander zu erleben.

Einer von euch wünscht sich mehr Sex als der andere? Sex dem Partner zuliebe ist eine sensible Angelegenheit. Manchmal kommt die Lust erst beim Sex, daher ist es nicht unbedingt verkehrt, sich auf den Partner einzulassen. Aber auch dabei gibt es Grenzen. Mehr dazu verrät Oskar Holzberg hier: Sex dem Partner zuliebe?

Tipp: In der Brigitte Community kannst du dich mit anderen rund um die Themen Sex und Verhütung austauschen.

jd
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