Männer kaufen: Von Badboys und Putzpimmeln

Männer kaufen, Ehemänner mieten, Nacktputzer bestellen - geht alles im Internet. Wir haben uns die skurrilen Angebote mal genauer angesehen. Und fragen uns: Glaubt eigentlich ernsthaft jemand, dass wir Frauen sowas haben wollen?

Auf der Online-Dating-Seite "Shop A Man" kann man Männer kaufen. Oder vielmehr kostenlos aussuchen. Wer der Kundin gefällt, wird in den Einkaufswagen gelegt; Männer können sich um einen Platz im Warenkorb bewerben. Wir sind uns noch nicht ganz sicher, was wir merkwürdiger finden: die Zielgruppe der Seite (Frauen, die "zur Handtasche noch den passenden Mann" suchen) - oder dass die Plattform mehr als 300.000 Mitglieder hat.

Dabei ist "Shop A Man" nicht einmal das einzige Angebot dieser Art. Ganz ähnlich funktioniert die Datingbörse "Adopt A Guy", in Deutschland erst vor kurzem gestartet. Untertitel: "Der Online-Shop mit männlichen Objekten". In Fernsehspots wollen die Macher liebeshungrigen Singlefrauen Lust auf die angebotenen Männer machen: In Zeitlupe wirft ein Mann seine Dreadlocks zurück, während eine Frauenstimme seine "sonnenverwöhnte Haut" preist und "unwiderstehlich zarte Versuchung mit grenzenlos weichen Lippen" verspricht. In einem anderen Spot schwärmt die Stimme vom tätowierten "Badboy", ein Schriftzug informiert: "Gestell: Beschützerarme". Im Ausverkauf gibt es Lockenköpfe, als Spezialangebot "Bären, weich und gezähmt", und wer einen Mann aus der Nähe kennen lernen will, sucht "regionale Produkte". Man kann das witzig finden. Erfrischend anders. Bei uns löst das Angebot eher ein Gruseln aus.

Skurrile Angebote: Männer zum Kaufen

Und dann gibt es da noch "Ehemannzumieten.de" - das klingt nach Escortservice, tatsächlich vermittelt das Portal aber Handwerker, die Zäune reparieren und Regale zusammenbauen. Was soll dann das Label des gemieteten Ehemanns, fragen wir uns. Als fiesen Seitenhieb der Kundinnen gegen den eigenen Partner, nach dem Motto: "Weil du seit Wochen nicht die Lampe aufhängst, miete ich mir jetzt einen anderen Ehemann, der das für mich macht"? Liebe Anbieter: Glaubt ihr eigentlich wirklich, dass wir Frauen sowas brauchen? Dass wir uns schwitzende Handwerker-Retter umso lieber in unsere Wohnungen holen, wenn wir sie "gemietete Ehemänner" nennen dürfen? Ähm: nee.

Keine Ehemänner, sondern Putzhilfen vermittelt die Berliner Agentur "PutzPimmel". Die so genannten "PuPis" schwingen in der Wohnung ihrer Kundinnen den Wischmopp - und zwar nackt, oder auf Wunsch auch bekleidet mit einer spitzenumrandeten Schürze mit Penis-Symbol.

Wir fragen uns, ob danach alles voller Schamhaare ist. Und ob die Männer deshalb Putzpimmel heißen, weil sie mit ihren - entschuldigen Sie die Ausdrucksweise - Pimmeln putzen. Sexy finden das in der Realität offenbar vor allem Männer - sie machen den Großteil der Kunden aus.

Auch wir würden bei Nacktputzern nicht schwach werden, genauso wenig wie bei den anderen Angeboten. Denn hier werden Menschen zur Ware gemacht – und das ist Sexismus. Dass es ausnahmsweise mal Männer sind und nicht Frauen, macht die Sache nicht besser.

Text: fa
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