Gibt es die weibliche Ejakulation wirklich?

Squirting nennt man die weibliche Ejakulation. Doch nur wenige Frauen haben sie erlebt. Da stellt sich die Frage: Gibt es sie überhaupt?

Mythos: Weibliche Ejakulation "Das ist doch nur Urin"


Quelle: bettgefluester.tv


Squirting - das hört sich an wie ein amerikanischer Volkstanz ...

Hat aber etwas anderes im Sinn. Übersetzt heißt es "abspritzen". Besser ist es, es nicht auf einem Volksfest im mittleren Westen vorzuschlagen.

Auf keinen Fall. Aber ist die "weibliche Ejakulation" nicht so eine Medienerfindung, die Frauen noch mehr unter Druck setzt?

Richtig ist, dass man sich sexuell nie unter Druck setzen lassen sollte. Aber die weibliche Ejakulation gibt es wirklich. Bereits der Philosoph Aristoteles berichtete über sie. Und 300 Jahre vor Christus war die Medienlandschaft noch - sagen wir mal - übersichtlich.

Aber wenn es sie gibt, wieso erzählen so wenig Frauen davon?

Es ist leider immer noch so, dass viele Frauen nicht offen über ihre Sexualität sprechen. Einige Frauen sind irritiert, wenn sie ejakulieren, weil sie nicht wissen, woher die Flüssigkeit kommt. Viele glauben, es sei Urin. Andere Frauen können überhaupt nicht ejakulieren. Die Diplom-Sexualwissenschaftlerin Anja Drews erklärte im BRIGITTE-Interview, dass der G-Punkt schlicht nicht bei allen Frauen erregbar sei. Dann sei auch kein Squirting möglich.

Moment mal: Der G-Punkt ist für das Squirting zuständig?

Genau. Wenn der G-Punkt der Frau stimuliert wird - er liegt ungefähr fünf Zentimeter tief in der Vagina, an der oberen Vaginalwand - kann eine Flüssigkeit gebildet werden. Die entsteht in den Drüsen der Scheide. Beim Orgasmus oder bei starker Erregung kann sie über kleine Ausgänge in den Endabschnitten der Harnröhre abgespritzt werden. Wie gesagt: kann, muss aber nicht.

Wie viel ist das denn so?

Auch das ist unterschiedlich. Es können wenige Tropfen oder ein ganzer Schwall sein.

Kann ich das trainieren?

Man sollte nicht darauf fixiert sein, eine weibliche Ejakulation erleben zu wollen. Es ist viel wichtiger, dass man Sex und Selbstbefriedigung genießt. Es gibt Frauen, die berichten, dass sie Squirting erst ab 40 Jahren entdeckt haben oder erst mit einem Partner, zu dem sie sexuell sehr gut passten. Außerdem ist es abhängig vom Zyklus, ob Squirting bei einer Frau funktioniert.

Wie gelingt es am besten? Beim Sex oder mit Fingern?

Wie man Lust hat. Mit den Fingern kann der Partner die G-Zone gezielt erregen - oder man macht es selbst. Wer mag, kann auch einen G-Punkt-Vibrator ausprobieren. Beim Sex gibt es bestimmte Stellungen, die den G-Punkt intensiver berühren. Beispielsweise die Reiterstellung, dabei sollte sich die Frau mit dem Oberkörper etwas zurücklehnen, damit der Penis den G-Punkt stärker stimuliert. Eine andere Möglichkeit ist die Hündchen-Stellung, bei der der Partner hinter der Frau kniet.

Text: bia
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