Stöhnen: Kein Signal für tollen Sex – und dennoch zu was gut 😉

Stöhnen beim Sex gilt als Ausdruck von Lust und als typische Begleiterscheinung des Orgasmus – aber stimmt das auch? Und ist stiller Sex immer schlechter? Klären wir!

"Ooooh! Uuuuh! Aaaaah! Jaaaa!"

Wer solche Geräusche aus der Nachbarswohnung hört, weiß sofort, was Sache ist. Je lauter und hemmungsloser eine Frau beim Sex stöhnt, umso mehr genießt sie den Moment und umso wahrscheinlicher ist es, dass sie einen Orgasmus hat – glauben jedenfalls viele. Doch wie wir nicht zuletzt aus der berühmten Fake-Orgasmus-Szene aus Harry und Sally wissen: Frauen können auch ausgelassen und überzeugend stöhnen, ohne dass man sie überhaupt berührt. Der zuverlässigste Indikator für eine gute Performance im Bett scheint ein lautes Jaaaa also schon mal nicht zu sein ...

Stöhnen: Laut einer Studie ein Unlust-Signal

Wie eine Untersuchung der britischen University of Central Lancashire aus dem Jahr 2011 nahelegt, könnte Stöhnen sogar das Gegenteil von gutem Sex bedeuten: 66 Prozent der befragten Frauen gaben an, absichtlich zu stöhnen, um ihren Sexpartner anzuturnen und ihm zu einem schnelleren Orgasmus zu verhelfen – damit die heiße Nummer möglichst bald vorbei ist und rasch wieder abkühlen kann. 87 Prozent der Teilnehmerinnen gaben sogar zu, dem anderen mit ihrem Gestöhne ein gutes Gefühl vermitteln und sein Selbstbewusstsein aufbauen zu wollen. Wenn sich das mal rumgesprochen hat, dürfte diese Taktik wohl nicht mehr aufgehen ...

Was die Ergebnisse der britischen Befragung allerdings eeeetwas relativiert: Mit nur 71 Befragten war die Stichprobe nicht besonders groß, für verlässliche, repräsentative Werte müsste man deutlich mehr Frauen zum Stöhnen – äh – zu Wort kommen lassen.

Stöhnen oder nicht stöhnen, das ist hier die Frage

Wahrscheinlich ist: Genauso wie Frauen im Vaginalbereich unterschiedlich gebaut sind, sich mit verschiedenen Sexstellungen am wohlsten fühlen (die auch noch je nach Stimmung variieren können) und unterschiedliche Männer- und Frauentypen sexy finden (zum Glück!), hat auch jede ihre eigene Art, Lust auszudrücken und auf einen Orgasmus zu reagieren. Die einen sind eben stille Genießerinnen, andere zeigen mit lauten "Ooohs" und "Aaahs", dass sie gerade alles um sich herum vergessen und in völliger Ekstase komplett loslassen. Weder vom einen noch vom anderen sollten sich Sexpartner verunsichern lassen.

Stöhnen kann lustfördernde Wirkung haben

Doch so unzuverlässig, wie Stöhnen als Indikator für guten oder schlechten Sex ist, so zuverlässig kann es die Lust bei der Stöhnenden tatsächlich steigern – weil es unserem Gehirn weismacht, dass wir gerade unheimlich erregt sind. Wir kennen das Phänomen vom Lächeln: Wenn wir schlecht drauf sind und uns trotzdem gezielt zu einem Lächeln zwingen, kann das unsere Stimmung deutlich heben. Mit der motorischen Bewegung des Lächelns verbindet unser Gehirn Fröhlichkeit und schaltet in den Glücksmodus – mit entsprechender Hormonausschüttung und allem Pi Pa Po.

Einen ähnlichen Rückkopplungseffekt kann auch lustvolles Stöhnen bewirken: Unser Gehirn wertet es als Signal, dass wir gerade wirklich guten Sex haben, und unsere Erregung steigt. Oder es denkt, wir essen im Moment verdammt leckeren Schokokuchen mit flüssigem Kern und Vanilleeis und wir kriegen Hunger ... 😅

Stöhnen – machen oder lassen?

Letzten Endes spielt es kaum eine Rolle, ob wir stille Genießerinnen oder laute Jaaa-Stöhnerinnen sind. Die Hauptsache ist, dass wir uns wohlfühlen, rauslassen, was raus muss, uns aber wiederum zu nichts zwingen, und dass wir mit jemandem Sex haben, dem wir vertrauen. Dann ist auch egal, was die Nachbarn denken, wenn sie Geräusche aus unserer Wohnung hören – oder eben nicht. 😘

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