Tantra-Sex: So hast du den intensivsten Moment deines Lebens

Tantra-Sex bedeutet komplizierte Verrenkungen und krasse Orgien? Von wegen! Wir erklären, was es WIRKLICH damit auf sich hat – und wie es dein (Sex-)Leben bereichern kann!

Beim Stichwort Tantra-Sex denken viele sofort an komplizierte Sexstellungen aus dem Kamasutra und machen dicht (weil sie sich nichts zerren wollen ...). Zu schade! Denn beim Tantra geht es um ganz was anderes. Und dafür muss man nicht mal gelenkig sein!

Tantra-Sex: Vereinigung von Körper und Seele

Die Tantra-Lehre stammt aus Indien und hat ihren Ursprung im zweiten Jahrhundert. Ziel der Tantra-Philosophie ist es, Mensch und Welt zu verstehen, um ein glückliches Leben führen zu können – kein Wunder also, dass es dabei auch um Sexualität und Sex geht! 

Das Wort "Tantra" ist Sanskrit und bedeutet so viel wie "Kontinuum, Zusammenhang, Gewebe" oder auch "EINS". Das höchste Lebensglück empfinden wir gemäß der tantrischen Weltanschauung, wenn wir es schaffen, eins zu werden mit dem Universum, das heißt unsere individuelle Energie (Kundalini) mit der absoluten Kraft in einen Fluss zu bringen. Ein entscheidender Schritt dorthin ist, die eigene Polarität aus Marterie (Körper) und Metaphyis (Bewusstsein) zu überwinden und sich als Einheit zu fühlen – und im Grunde geht's darum auch beim Tantra-Sex. Nur dass sich dabei sogar zwei Menschen als eine Einheit fühlen. ❤️

Tantra-Sex: Eine Offenbarung im Bett

Um Sex maximal intensiv zu erleben, so die tantrische Weltanschauung, reicht es nicht, wenn wir einfach nur (wie gewohnt) körperlich mit unserem Partner eins werden. Im tantrischen Idealfall verschmelzen wir zusätzlich auf der Bewusstseinsebene mit unserem Sexpartner und überwinden außerdem die Grenzen von Raum und Zeit, indem wir uns voll und ganz dem Moment im Hier und Jetzt hingeben. Wenn uns das gelingt, wird unsere sexuelle Erfahrung nicht nur schön – sondern eine echte Offenbarung!

Tantra-Sex: Darauf kommt es an

Klingt so weit reizvoll? Dann warte nur, bis wir dir erzählen, was genau zu einer Tantra-Sex-Session dazugehört, sprich wie wir zu unserer sexuellen Offenbarung kommen! Das ist nämlich das Beste an der tantrischen Sex-Lehre: Wir müssen dazu weder Squirten lernen noch unsere Beine hinterm Kopf verschränken können. Die wichtigsten Zutaten für ein übersinnliches Erlebnis im Bett mit unserem Liebsten sind laut dieser Philosophie:

  1. Zeit
  2. Liebe
  3. Achtsamkeit
  4. Intimität

Na wenn das nicht nach der perfekten Sonntagsbeschäftigung klingt …! 😍

"Süßes Löffelchen": Diese Sexstellung musst du kennen

Tantra-Sex: Die vier wichtigsten Spielregeln

1. Nehmt euch Zeit!

Tantra-Sex und Quickie schließen sich gegenseitig aus wie Plastik-Besteck benutzen und nachhaltig leben. Um es noch klarer zu formulieren: Plant für eure tantrische Vereinigung unbedingt genügend Zeit ein! Bevor ihr nämlich zur Tat schreitet und mit dem Vorspiel beginnt, solltet ihr euch zunächst auf eine gemeinsame spirituelle Ebene begeben. Dazu könnt ihr euer Tantra-Sex-Date zum Beispiel mit einem romantischen (leichten) Essen einleiten oder euch einfach miteinander unterhalten – egal, ob über eure Gefühle, euren Tag oder eure sexuelle Energie. Das Thema, über das ihr euch am liebsten austauschen möchtet, muss am dringendsten raus – damit es euch im weiteren Verlauf eures Dates ja nicht blockiert! Natürlich spricht bei einer intimen Unterhaltung nichts gegen Körperkontakt, im Gegenteil: Jede zärtliche Berührung unterstützt eure spirituelle Eins-Werdung.😉

2. Zeigt euch eure Liebe!

Wahre Liebe ist die tiefste und stärkste Verbindung zwischen zwei Menschen – daher gehören Liebesbeweise NATÜRLICH auch beim Tantra-Sex unbedingt dazu. Besonders hat sich im Tantra die Massage als Liebesbekundung bewährt: Die beiden Partner tun sich gegenseitig und uneigennützig etwas Gutes, helfen einander, ihre Körper zu entspannen und regen nebenbei die Lust des anderen an. Unterschieden wird generell zwischen:

  • Yoni-Massage: Yoni bezeichnet das weibliche Geschlecht. Bei der Yoni-Massage werden somit erogene Zonen der Frau massiert und stimuliert, insbesondere im Bereich der Vagina. 
  • Lingam-Massage: Bei der Lingam-Massage kommt der Mann in den Genuss der Massage, die sich ebenfalls auf seine Geschlechtsteile konzentriert, das heißt vor allem Penis und Hoden.

Sowohl bei der Yoni- als auch bei der Lingam-Massage sind Sensibilität und Fingerspitzengefühl gefragt! Lust und sexuelle Spannung sollen zwar aufgebaut werden, doch es geht nicht darum, den Partner händisch zum Höhepunkt zu bringen. Daher bei zu schnell steigender Erregung gerne zwischendurch andere Körperteile wie Schultern, Hände oder Rücken massieren – das entspannt ... 

3. Geht achtsam mit euch um!

Am meisten genießen Tantra-Sex in der Regel Menschen, die Erfahrung mit Yoga und Meditation haben. Das hilft dabei, im richtigen Moment gezielt abschalten und loslassen zu können. Ideen für gemeinsame Meditationsübungen für dich und deinen Partner findest du in unserem Artikel Tantra-Yoga (darin bekommst du übrigens auch noch weitere Infos zur Tantra-Lehre allgemein!).

4. Lasst Intimität zu!

Für die ultimative Verschmelzung im tantrischen Sinne eignet sich am besten eine besonders intime Stellung, bei der ihr euch in die Augen schaut – zum Beispiel die Blühende Orchidee. Auch wenn ihr sonst den Doggy-Style bevorzugt: Tantra ohne Intimität und Blickkontakt funktioniert einfach nicht besonders gut.

Interessant: Obwohl es beim Tantra-Sex weniger um den Super-Orgasmus geht als um das ganzheitliche und gemeinsame sexuelle Erlebnis, helfen tantrische Rituale vor allem vielen Frauen bei der Überwindung ihrer Orgasmusprobleme oder überhaupt bei der Entdeckung ihrer Lust und Libido. Außerdem stärken regelmäßige Tantra-Praktiken bei den meisten Paaren die Bindung und damit die Beziehung. Insofern ... lohnt es sich jawohl definitiv, es zumindest mal auszuprobieren!

Wer hier schreibt:

Themen in diesem Artikel