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Dogfishing Dieser Dating-Trend ist auf den Hund gekommen

Dogfishing: Mann hält kleinen Hund
© oneinchpunch / Shutterstock
Ein Dating-Trend setzt sich auf diversen Online-Portalen immer deutlicher durch: Dogfishing. Was es damit auf sich hat, erfährst du im Folgenden.

Du wischst eine Weile nach links, doch beim nächsten Bild hältst du inne: Diese Person sieht nicht nur freundlich aus, sie kuschelt auch noch mit ihrem Hund. Wie süß! Als wahrer Hunde-Fan überlegst du nicht lange und wischst nach rechts. Doch damit bist du einem sogenannten "Dogfisher" in die Falle getappt.

Dating-Trend Dogfishing – was ist das?

Nach fiesen Maschen wie Ghosting, Breadcrumbing und Co. hat sich Dogfishing als nicht so edler Dating-Trend etabliert. Dabei posten Menschen auf Dating-Portalen Bilder mit niedlichen Hunden. Ist doch harmlos? Nicht ganz, denn besagte Hunde gehören ihnen gar nicht. Mit den Vierbeiner-Schnappschüssen erhoffen sie sich bei potenziellen Partner*innen besser anzukommen. 

Sie erhoffen sich als vermeintliche*r Hundeliebhaber*in bodenständig und loyal rüberzukommen. Zahlreiche Studien belegen tatsächlich, dass Tierliebe Menschen sympathischer macht. Eine Umfrage von "YouGov" hat ergeben, dass speziell Person mit Hunde-Anhang auf andere Menschen attraktiver wirken. Vermutlich verbinden wir mit einer Person, die einen putzigen Dackel besitzt, Qualitäten, die wir uns auch von unserem Partner wünschen: Sanftmut, Bindungsfähigkeit, Zuverlässigkeit und Fürsorglichkeit.

Dass wir dazu neigen Hundehalter*innen diese Eigenschaften zuzuschreiben (auch wenn sie vielleicht gar nicht zutreffen), nutzen Dogfisher aus. Nach dem Motto: Schau mal wie liebevoll ich mich um meinen Labrador kümmere, da kann ich doch kein schlechter Mensch sein, oder? Außerdem sollen die fingierten Fotos für einen schnellen und unkomplizierten Gesprächseinstieg sorgen. Doch was dann?

Video-Tipp: Dating-Trend "Hardballing"

Hardballing

Dogfishing: Fiese Lüge oder harmloser Schwindel?

Wenn ein Dogfisher dich an der Angel hat, wirst du ihn vermutlich zunächst auf den süßen Foxterrier ansprechen. In vielen Fällen kommt schnell heraus, dass es sich bei dem Fellknäuel um den Wauzi der Schwester des Nachbarn oder Ähnliches handelt. Wenn das nicht geschieht, kommt die Wahrheit wohl spätestens ans Licht, wenn du zum ersten Mal in der Wohnung dieser Person bist. 

Wenn es früher oder später ohnehin auffliegt, ist dann noch verwerflich? In einem Wort: Ja. Zugegeben, Dogfishing ist weniger boshaft als stark manipulative Taktiken wie etwa Future Faking, doch nichtsdestotrotz handelt es sich um eine Täuschung. Außerdem ist der Begriff nicht ohne Grund an "Catfishing”, eine Betrugsmethode, bei der sich Menschen online gefälschte Identitäten zulegen und zielgerichtet ein Opfer zum Ausnutzen aussuchen, angelehnt. Klar, so weit geht es beim Dogfishing nicht und in der digitalen Welt gehört es fast schon zum guten Ton, sich selbst im bestmöglichen Licht zu präsentieren – ob es nun der Realität entspricht oder nicht.

Video-Tipp: Vorsicht vor der Dating-Masche "Stashing"

Dogfishing: Dieser Dating-Trend ist auf den Hund gekommen

Eine Lüge bleibt eine Lüge

Doch das eigene Leben auf Instagram und Co. spannender, interessanter oder glamouröser darzustellen ist eine Sache. Doch auf einer Dating-Plattform möchte man jemanden kennenlernen, ist auf der Suche nach einer Beziehung. Sich dort als etwas auszugeben, was man nicht ist, grenzt an emotionalen Betrug. Ein Dogfisher täuscht sein Gegenüber gezielt – und auf einer Täuschung kann sicherlich keine Beziehung aufgebaut werden. Zumal die hinters Licht geführte Person vermutlich eh das Interesse an dem Dogfisher verliert, sobald die Farce zu einem Ende kommt. 

Die wahrscheinliche Kurzlebigkeit des Fakes schließt Frustration seitens der getäuschten Person nicht aus. Es kann verletzend sein, sich in jemandem geirrt zu haben, selbst wenn man den Menschen noch nicht lange kennt. Jene Person wird voraussichtlich keinen erheblichen Schaden davontragen, aber Dogfishing reiht sich dennoch in die Riege der nervigen Dating-Trends ein, die kein Single auf dieser Welt braucht. 

Verwendete Quellen: trendyone.de, RTL.de, gq-magazin.de, sueddeutsche.de


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