Mosting: Das steckt hinter der Dating-Masche

Mosting beschreibt ein Verhaltensmuster beim Dating, das Betroffene sehr verletzen kann. Was es damit auf sich hat und wie du dich schützt, liest du hier.

Es könnte alles so schön und einfach sein beim Dating:

  • Man lernt sich kennen,
  • findet heraus, ob man die gleichen Absichten hat (Beziehung? Ein bisschen unverbindlicher Spaß? Gemeinsam die Weltherrschaft an sich reißen?),
  • sondiert, ob die Chemie stimmt, man sich mag etc.,
  • entscheidet sich zwischen "Was magst du zum Frühstück?" und "Ciao, Kakao!" 
  • und kommuniziert diese Entscheidung offen und ehrlich.

Aber nein, wir machen uns Leben und Partnersuche lieber gegenseitig schwer: 

All das sind eigentlich viel zu cool klingende Namen für lauter miese, armselige Dating-Maschen, denen man als Single viel zu oft begegnet. Ein weiterer Begriff, der in diese Reihe passt: Mosting.

Was ist Mosting?

Im Grunde ist Mosting eine besonders schwere Form des Ghostings, also eines Kontaktabbruchs ohne Abschiedsgruß und Erklärung. Einziger Unterschied: Beim Mosting geht dem Kontaktabbruch eine Phase heftigster Liebesbekundungen und intensiver Zuneigung voraus. Also erst Love Bombing à la "ich lege dir die Welt zu Füßen und möchte den Rest meines Lebens mit dir verbringen", dann Ghosting der Art "kein Anschluss unter dieser Nummer".

Ziemlich schäbig, verlogen, feige – und gegebenenfalls natürlich sehr verletzend ...

Den Begriff für dieses sicherlich nicht neue Phänomen prägte die US-amerikanische Journalistin Tracy Moore, die ihn in einem Beitrag für das Männermagazin "MEL" als erste verwendete. Die Masche an sich dürfte irgendwann zwischen Steinzeit und gestern entstanden sein und sich im Zeitalter von Online-Partnersuche und Social-Media-Flirting ausgebreitet haben ...

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Mosting: Wer bitte macht sowas?

Wie bei allen Dating-Phänomenen mit coolen Namen gilt fürs Mosting: Niemand entscheidet sich bewusst zu mosten und meldet sich genau mit dieser Absicht bei Tinder an. Zwar gibt es sicher einige Menschen, die einer anderen Person gezielt die großen Gefühle vorgaukeln, um etwas Bestimmtes zu bekommen (z. B. Sex), und sie hinterher fallen lassen wie eine heiße Kartoffel. Doch ebenso werden mit Sicherheit manche ihre vermeintliche Liebe für echt halten und dann ganz überrascht und verunsichert sein, wenn sie nach einer Weile feststellen: Mit der Person will ich ja gar nicht alt werden! In beiden Fällen sind die psychologischen Ursachen für Mosting jedoch ähnlich:

  • Unsicherheit und mangelndes Selbstvertrauen
  • Unfähigkeit, ehrlich und respektvoll mit anderen Menschen umzugehen
  • mangelnde emotionale Intelligenz
  • evtl. Beziehungsangst und
  • Angst vor Einsamkeit.

Heißt also: Mosting ist eine Masche eher problembelasteter und sozial inkompetenter Menschen, die damit andere zwar einerseits ziemlich verletzen können – andererseits allerdings auch zeigen, dass sie (aktuell) sowieso nicht besonders beziehungsfähig sind.

So kannst du dich vor Mosting schützen

Das Schlimmste am Mosting ist für Betroffene: Aufgrund der fehlenden Ansage und Klarheit fällt es genau wie beim Ghosting unfassbar schwer, loszulassen.

  • Vielleicht macht er gerade eine schwere Zeit durch?
  • Vielleicht braucht sie etwas Abstand?
  • Er meldet sich sicher bald ...?!

Solche Gedanken und Hoffnungen lähmen und blockieren uns einfach, wenn wir nicht wissen, woran wir sind. Hat uns die betreffende Person vorher zudem glaubhaft rübergebracht, dass wir ihre große Liebe sind, fällt uns das Loslassen nur noch schwerer.

  • Es kann doch nicht sein, dass alles nur gespielt war?
  • Solche Gefühle sterben jawohl nicht so einfach?!
  • Habe ich irgendetwas falsch gemacht ...?

Von derartigen Gedanken kommt niemand einfach so los.

Um wiederum die Wahrscheinlichkeit zu minimieren, überhaupt erst in die Situation des "Gemosteten" zu geraten (ganz immunisieren ist leider nicht drin), könnten wir beim Dating zum Beispiel ...

  • eine gesunde Skepsis bewahren (kann es wirklich sein, dass jemand innerhalb von zwei Dates erkennt, dass er mich heiraten möchte?)
  • auf unser Bauchgefühl hören (fühlt es sich richtig und natürlich an, wie sich die Dinge entwickeln?)
  • das Tempo rausnehmen (wer es wirklich ernst meint, hat es auch nicht eilig!)
  • den anderen auf die Probe stellen und offen konfrontieren (mal sehen, wie der Verdächtige reagiert, wenn man ihm sagt: "Ich möchte nicht in einem Monat mit meinem Handy auf der Couch sitzen und auf eine Nachricht von dir warten, die nicht kommt. Also raus mit der Sprache: Warum trittst du so aufs Gas?") 

Zwar können wir andere Menschen weder ändern noch miese Dating-Maschen ausrotten, indem wir aufmerksam und selbstbewusst durch die Welt gehen. Doch zumindest lässt sich so der Schaden minimieren, den wir dadurch erleiden. Und das ist schließlich auch schon was ...

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