Schmetterlinge im Bauch: Das wollen sie uns sagen

Schmetterlinge im Bauch sind vermutlich das einzige Ungeziefer, das niiiiieeeeemals nervt! Doch was bedeuten sie, woher kommen sie und – wie gehen wir damit um? Klären wir!

Ein Kribbeln in der Magengegend, so ein flaues Gefühl. Irgendwie prickelnd und kitzelnd, du fühlst dich hibbelig und energiegeladen. Obwohl wiederum deine Knie in Null Komma Nix weich werden – immer wenn du ihn siehst, er dir schreibt oder seine Nummer auf deinem Display erscheint. Schmetterlinge im Bauch eben, das trifft es einfach! Und genau deshalb hat sich die Redewendung auch durchgesetzt. Sodass heute jeder versteht: Wer die kleinen Flatterwürmchen in Magennähe verspürt, ist – leicht oder auch bis über beide Ohren – verliebt! 

Warum "Schmetterlinge im Bauch"?

Vielleicht haben schon früher Verliebte ihrem Schatz gesagt, "deinetwegen habe ich Schmetterlinge im Bauch", aber als Entdeckerin der geflügelten Liebesboten gilt bis heute die amerikanische Schriftstellerin Florence Converse (1871-1967). In ihrem 1908 erschienenen Roman "The House of Prayer" ("Das Gebetshaus") verwendet sie den Begriff "butterflies in the stomach", um eine zunächst unschuldige, unerfahrene Verliebtheit zu beschreiben. Seitdem sind die geflügelten Würmer zu einem geflügelten Wort geworden und haben als solches den gesamten englisch- und deutschsprachigen Raum erobert.

Und warum Schmetterlinge im Bauch?

Allerdings klärt der Ursprung der Metapher natürlich keineswegs die Ursache des damit bezeichneten Gefühls beziehungsweise des körperlichen Zustands. Woher kommt dieses Kribbeln im Bauch, wenn wir in jemanden verliebt sind? Eingebildet sind die Schmetterlinge jawohl nicht, wir spüren sie doch quasi durch unseren ganzen Körper flattern ... oder? Ja, tun wir! Nur sind das, was wir Schmetterlinge nennen, in Wahrheit Hormone, Nervenbahnen und Reize unseres vegetativen Nervensystems (tja, für Biologie gibt's ja auch keinen Literaturnobelpreis 🤷‍♀️).

Schmetterlinge im Bauch – ein Alarmsignal unseres Körpers

Es ist nämlich so: Wenn wir verliebt sind, ist unser Körper in einer Art Alarmzustand. Medizinisch betrachtet ist Verliebtheit purer Stress. Das heißt, eigentlich Stress mit einem Beigeschmack von Depression und naja ... Wahnsinn. Folgende Vorgänge finden in der Phase des Verliebtseins statt:

  • Die Produktion der "Aufputsch"-Hormone Dopamin und Adrenalin (bzw. Noradrenalin) steigt. Folge: Herzklopfen, Ruhelosigkeit, Panik (zum Beispiel, wenn er uns plötzlich über den Weg läuft), Kribbeln (besonders in der Bauchgegend), aber auch besonders hohe Leistungsfähigkeit und "Unverwundbarkeit".
  • Der Serotoninspiegel sinkt. Folge: Depressive Verstimmung und Angst (zum Beispiel bei dem Gedanken ihn zu verlieren), Sehnsucht (nach wem wohl ...?), Fixierung auf den Angehimmelten (ähnlich wie bei einer Sucht).
  • Die Produktion des Botenstoffs Oxytocin steigt. Folge: Anhänglichkeit, Treue, Ausblenden negativer Eigenschaften (rosarote Brille!). 

Auch wenn das längst nicht alle körperlichen Vorgänge sind, die Verliebtheit bei uns auslöst, so sind es zumindest die am besten belegten und sie erklären den Großteil der Symptome – wie die Schmetterlinge. Die übrigens nach spätestens etwa einem Jahr ausfliegen: Dann legt sich nämlich das Chaos in unserem Körper von allein und aus unserem Verliebtsein wird entweder Liebe oder Lust auf einen neuen Flirt.

Warum schlagen denn die Schmetterlinge im Bauch Alarm?

So richtig geklärt ist bis heute nicht, wieso es uns solchen Stress bereitet, wenn wir uns verlieben, also wieso es zu dieser sogenannten Limerenz kommt. Aber warum verliebt man sich überhaupt? Um den Richtigen zu finden! Einen Lebenspartner, der unsere Sehnsucht nach Liebe stillt, uns begleitet und zu uns passt. Und weil wahre Liebe nicht so leicht zu erkennen ist wie ihre stressgeprägte Vorstufe (es sei denn natürlich, man kennt die Zeichen der Liebe 😉), schlägt unser Körper eben Alarm, damit wir potentiellen Kandidaten eine Chance geben und ihnen unser Herz öffnen. Das wäre eine mögliche, einfache Erklärung.

Aber mal im Ernst: Müssen wir wirklich immer alles wissen? Oder reicht es nicht manchmal auch, einfach nur zu fühlen ...?

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