Trennungsphasen: Da müssen wir jetzt durch ✊

Ja, eine Trennung tut weh, und nein, es gibt keinen Weg, den Schmerz zu umgehen. Alle Trennungsphasen haben nämlich einen Sinn. Vielleicht hilft es dir aber zu wissen, was nach dem Beziehungsaus auf dich zukommt. Und dass wir alle irgendwie das Gleiche durchmachen. 

Natürlich sind wir alle unterschiedlich gestrickt. Was ich fühle, wenn ich von Traurigkeit spreche, ist sicher nicht dasselbe wie das, was du mit dem Begriff verbindest. So ist wohl klar, dass wir Trennungen jeweils auf unsere ganz eigene Art erleben. Schließlich sind ja schon unsere vorangegangenen Beziehungen verschieden.

Aber: Was den Umgang mit einer Trennung angeht, ticken wir alle seeehr ähnlich. Und das ist auch kein Wunder: Trennungen von geliebten Menschen gehören zu den belastendsten Lebensereignissen überhaupt. Um Trennungsschmerz zu überwinden, brauchen wir, insbesondere als Verlassene, quasi eine "Überlebensstrategie". Dass die im Grunde bei uns allen gleich aussieht, liegt daran, dass sich eine Strategie besonders bewährt hat.

Diese vier Trennungsphasen durchlaufen wir

Psychologen unterscheiden im Verlauf der Trennungsverarbeitung grundsätzlich vier Phasen, die frischgebackene Singles durchleben. Dauer und Intensität der Phasen variieren, doch in der einen oder anderen Form gehört jede von ihnen zum Liebeskummer nach einem Beziehungsende dazu.       

Phase 1: Verleugnung

Kein Thema: In Wahrheit ist unsere Trennung nur eine Phase. Früher oder später kommen wir sowieso wieder zusammen. Wir brauchen jetzt einfach eine Pause, die wird unserer Beziehung langfristig ganz bestimmt gut tun. 

Ja, ja. Das haben wir alle mal gedacht. Und wir alle wurden schon eines Besseren belehrt.

Egal, wie fett und eindeutig der Schlussmacher den Schlussstrich gezogen hat: Dass wir eine Trennung kurz nach dem Beziehungsaus nicht wahrhaben wollen, ist normal. Und sogar gesund. Auf diese Weise schützen wir uns nämlich im Moment des ersten Schocks vor unseren eigenen Gefühlen. Trauer, Wut, Enttäuschung – unmittelbar nach dem Beziehungsende, wenn eventuell auch noch organisatorische Dinge wie der Auszug aus der gemeinsamen Wohnung oder die Scheidung der Ehe anstehen, reichen unsere Kräfte einfach oft nicht aus, um uns damit auseinander zu setzen.

Das hilft: Abstand zum Ex! Lösch das Bild mit ihm, das du als Handy-Hintergrund hast. Pack alle Erinnerungsstücke in eine Kiste und stell sie irgendwohin, wo du nur mit Mühe rankommst. Und wenn du eure Chats noch nicht löschen kannst, chatte zumindest viel mit anderen, damit er in der Chat-Liste ganz nach unten rutscht. 

Apropos mit anderen chatten: Um diese Trennungsphase schneller zu überwinden, sollten wir versuchen, uns verstärkt anderen Beziehungen in unserem Leben zu widmen. Der besten Freundin, Geschwistern, Eltern. Uns mit lieben Menschen zu umgeben, auch wenn uns eher nach Isolation zumute ist, hilft zwar in jeder Phase der Trennungsverarbeitung, ist aber gerade am Anfang besonders wichtig. Denn so bringen wir uns in die bestmögliche Ausgangsposition gegen den Liebeskummer, der leider auf uns zukommt, wenn wir erstmal loslassen.

Phase 2: Gefühlschaos

Dieser Vollidiot! Aber ich vermisse ihn so sehr! Alle Menschen, die mir wichtig sind, verlassen mich! Ich werde nie wieder glücklich sein! Ich verdiene gar keine Liebe!

Die Gefühlschaos-Phase bedarf wohl wenig Erklärung. In dieser Zeit des Liebeskummers kommen all jene Gefühle hoch, für die wir in der Phase der Verleugnung noch nicht bereit waren. Wut, Trauer, Selbstzweifel, Depression, Verlustangst. Jetzt, da wir loslassen und das Ende unserer Partnerschaft immerhin schonmal wahrhaben wollen, können wir uns auf aufbrechende Gefühle gefasst machen.

Das hilft: Reden, reden, reden. Schließlich gibt es außer unserem ehemaligen Partner genug Menschen, die uns lieben, und die uns dabei helfen, Trennungsschmerz und Liebeskummer zu verarbeiten. Auch gut, um die schmerzhafte zweite Trennungsphase zu überwinden: Einen Brief an den Ex schreiben, in dem wir alles ungefiltert rauslassen, was uns umtreibt. Den lassen wir ihm dann aber nicht zukommen, sondern behalten ihn für uns und schreiben gegebenenfalls daran weiter, wenn die Gefühle mal wieder überkochen.

Phase 3: Neuorientierung

Huch! War das da nicht gerade unser Lied? Und ich habe gar nicht geweint oder bin wie sonst immer in ein Loch gefallen? 

Herzlich Willkommen in der Phase der Neuorientierung! Jetzt haben wir das Beziehungsaus endgültig akzeptiert und unseren Liebeskummer faaast hinter uns. Okay, wir hängen unserer alten Partnerschaft schon noch nach und denken auch recht häufig an ihn. Aber es zieht uns nicht mehr so runter und wir müssen uns plötzlich weniger überwinden, andere Leute zu treffen, Dinge anzupacken und uns auf Neues einzulassen. Es ist einfach endlich alles nicht mehr ganz so schwer.

Das hilft: Schöne Dinge tun, die du in deiner Beziehung nicht tun konntest. Mit den Mädels abfeiern, dich über die interessierten Blicke der Typen freuen, dir einen Hund anschaffen, dich endlich beim Yoga-Kurs anmelden. Schließlich hat dir das Beziehungsende so viel Freiheit geschenkt und je schöner du sie gestaltest, umso mehr wirst du sie genießen und lieben.

Phase 4: Auf zu neuen Ufern     

Unglaublich, aber wahr: Mittlerweile bin ich tatsächlich dankbar für die Trennung! Es war einfach der richtige Schritt, wir haben einander nicht gut getan. Wären wir länger zusammen geblieben, hätten wir nur unsere Zeit verschwendet. Und mir wäre nie dieser eine nette Typ in meinem Lieblingscafè aufgefallen ...

Endlich haben wir alle Phasen durchlebt und sind vollständig in unserem Leben ohne unseren Ex angekommen. Theoretisch wären wir sogar wieder bereit für eine neue Beziehung – wenn's sich ergibt, warum nicht?

Das hilft: Leben, genießen und uns selbst dafür feiern, was wir alles bewältigen können! 💃

Du willst möglichst schnell auf zu neuen Ufern? Verständlich! Hier gibt's Tipps, wie du deine Trennung verarbeiten kannst. 

Oder habt ihr euch noch gar nicht getrennt, aber du glaubst, dass eure Beziehung vor dem Aus steht? Wir verraten dir, wie du bei der Frage "Soll ich Schluss machen?" zu einer Entscheidung kommen kannst.            

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