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Situationship Das steckt hinter der unklaren Beziehungsform

Situationship: Beziehung oder doch nicht?
© Goran / Adobe Stock
Eine Situationship beschreibt eine Beziehung, die nicht als solche bezeichnet wird, also kein Etikett hat. Woran ihr sie erkennt, erfahrt ihr hier.

Inhaltsverzeichnis

Was ist es nun zwischen euch? Einfacher Sex, Freundschaft Plus, anbahnende Liebe oder doch irgendwas dazwischen? Manchmal ist es gar nicht so leicht, seine momentane Beziehungsart zu definieren. Neben Orbiting,   Breadcrumbing oder Ghosting mischt sich auch die sogenannte Situationship in die Welt der Dating-Phänomene ein und lässt den einen oder anderen oft ratlos mit seiner Situation. Was genau es damit auf sich hat und an welchen Dingen ihr sie erkennt, zeigen wir euch hier. 

Beziehungsqual Situationship? Das steckt hinter der Beziehungsform  

Der Begriff Situationship beschreibt eine Beziehung, die offiziell gar keine Beziehung ist oder zumindest nicht als solch eine bezeichnet wird, aber trotzdem auf mehr als nur Freundschaft oder Sex hindeutet. Ihr befindet euch also in so einer Art Grauzoneoder Schwebezustand der Beziehung, die beeinflusst wird von Glücksgefühlen auf der einen und Fragezeichen auf der anderen Seite. Eine genaue Übersetzung des Begriffes gibt es nicht, in den USA ist dieses Dating-Phänomen aber um einiges weiterverbreitet als in Deutschland. 

Häufig entsteht eine Situationship folgendermaßen: Man nimmt sich vor, locker und unkompliziert in eine unverbindliche Kennenlernphase zu gehen und stellt dann fest: Die Chemie matcht besser als gedacht. Hört sich eigentlich nicht schlecht an, aber oft findet man sich dann in einer festgefahrenen Situation wieder, die geprägt ist von Euphorie auf der einen und der Aufrechterhaltung der unnahbaren Fassade auf der anderen Seite. Grund dafür ist die am Anfang beschlossene "Vereinbarung", es unkompliziert und unverbindlich zu halten, ganz ohne Verpflichtungen. Kommen dann aber doch Gefühle ins Spiel, wird die Lage in der Regel alles andere als unkompliziert. 

Meistens setzt diese Situation in der Phase vor dem gefürchteten "Was ist das eigentlich zwischen uns?"- Gespräch ein und wird häufig so lange herausgezögert, bis einer der Personen der Kragen platzt. Klingt verzwickt? Ist es auch. Denn eine Sache fehlt bei dieser Beziehungsart auf jeden Fall: Kommunikation.  

Anzeichen für eine Situationship – Freunde, Herzens-Person oder irgendwas dazwischen? 

Wenn ihr euch nicht ganz sicher seid, ob ihr euch in einer Situationship befindet oder nicht,  zählen wir hier einige Dinge auf, die auf den unklaren Beziehungsstatus hindeuten: 

  • Keine oder wenig Planung – kommt es zu einem Treffen oder Date, so entsteht dieses meist spontan und unverbindlich. Langfristige Planungen kommen eher selten vor.  

  • Feste Beziehung? Nein Danke! – ihr seid euch beide einig darüber, dass eine feste Beziehung momentan eher nicht infrage kommt. Darüber, ob ihr nun Freunde, Sex-Buddys oder irgendwas dazwischen sein könntet, wird aber auch kein Wort verloren. 

  • Unklare Gefühlslage und Absichten – Gefühle sind bei euch nie ein Thema. Generell zeigt weder ihr noch eurer "Partner" irgendeine Art von Emotionen und schon gar nicht die verletzliche Seite. Das muss jedoch nicht heißen, dass keine Gefühle im Spiel sind. 

  • Keine zufriedenstellende Kommunikation – ihr tauscht euch oberflächlich aus, aber wirklich tiefgründige Gespräche führt ihr nicht. Hinzu kommt vielleicht auch, dass ihr euch nicht sicher seid, ob ihr der Person zu hundert Prozent vertrauen könnt. 

  • Thema gemeinsame Zukunft? Bitte nicht! – Vorstellungen über gemeinsame Zukunftsaussichten sind ein absolutes Tabuthema. 

Endstation Situationship? So macht ihr das Beste aus der Situation 

Zugegeben: Die Situationship an sich hört sich ziemlich toxisch an. Aber keine Panik! Nur weil ihr euch in einer Situationship befindet, muss die Phase nicht zum Dauerzustand und die Beziehung gleich zum Scheitern verurteilt werden. Denn auch wenn man es nicht glauben mag, bietet diese Beziehungsform durchaus einige Vorteile, wodurch sich vielleicht sogar Liebe entwickeln kann. 

In erster Linie bieten Situationships vor allem eins: Zeit. Denn in dieser Beziehungsform könnt ihr der momentanen Situation auf  den Grund  gehen und euch selbst über eure eigenen Gefühle Klarheit verschaffen. Wie fühle ich wirklich? Was will ich? Was wünsche ich mir? 

Nun heißt es: Einmal in den sauren Apfel beißen und die Gedanken ansprechen. Die vorhandene Basis kann dann für tiefgründige Gespräche genutzt werden, wobei Missverständnisse aus dem Weg geräumt werden können. Vor allem, wenn bereits Gefühle im Spiel sind, ist die Gefahr des Herzschmerzes natürlich da. Fühlt ihr euch aber unwohl in eurer Situationship, so führt wohl kein Weg daran vorbei und am Ende habt ihr zumindest eins: Klarheit.  

Brigitte

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