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Fake-Piercings fürs Gesicht Warum wir den neuen Schmuck-Trend nicht mitmachen

Fake-Piercings auf dem Runway be Gucci
© Daniele Venturelli / Getty Images
Piercing ja oder nein – diese Frage hat sich wahrscheinlich jeder als Teenager gestellt. Doch wie sieht es mit Fake-Piercings aus? Bei Gucci, Chanel und Co. gesehen und trotzdem stellen wir uns die Frage: Müssen wir diesen Trend überhaupt mitmachen? 

Ob Lippen-, Bauchnabel-, oder Nasenpiercing, der metallische Körperschmuck bedeutet für viele Freiheit, die eigene Individualität ausleben zu können. Denn das offene Tragen von Piercings ist keine Selbstverständlichkeit. In vielen Berufsgruppen ist der unkonventionelle Schmuck noch immer untersagt oder muss mit einem Tape abgeklebt werden. Nicht zuletzt haben die letzten Fashion Weeks jedoch gezeigt, dass noch immer eine gewisse Faszination von dem Körperschmuck ausgeht. Woran liegt das? 

Der Hype um Fake-Piercings

Irgendwo zwischen Rebellion, Adrenalin-Kick und Körper-Optimierung liegt der Reiz von Piercings. Manche Piercings stehen sogar sinnbildlich für eine Ära, so hatte jeder, der in den 90er- und 00er-Jahren ein Bauchnabel-Piercing, wenn er hip sein wollte. Und auch das Septum-Piercing konnte in den letzten Jahren sich einer großen Beliebtheit erfreuen. Eine Sache hatten alle Trends aber bisher gemein: Die Schmuckstücke waren klein und alltagstauglich. 

Das ändert sich jetzt. Nicht nur auf den Laufstegen, auch auf dem roten Teppich sind Statement-Piercings gefragter denn je. Dabei handelt es sich natürlich um keine echten, sondern um Fake-Piercings. Die prominenteste Verfechterin des neuen Schmuck-Trends ist Angelina Jolie. Bei der "Eternals"-Premiere erscheint sie mit einem XL-Mundring, der für mächtig Aufsehen sorgt. 

Angelina Jolie setzt bei der "Eternals"-Premiere auf den neusten Schmuck-Trend. 
Angelina Jolie setzt bei der "Eternals"-Premiere auf den neusten Schmuck-Trend. 
© Rich Fury / Getty Images

Deshalb ist es ok, den neuen Schmuck-Trend nicht mitzumachen

Zwei kleine, aber sehr entscheidende Sache unterscheidet den Fake-Schmuck aber von echten Piercings: Sie lassen sich herausnehmen und sie sind aufgrund ihrer Größe wesentlich unpraktischer. Die Septum-Piercings bei der jüngsten Gucci-Show ragen sogar weit über den Mund und stellen eine Behinderung beim Sprechen und Essen dar. 

Bei Gucci sind es vor allem das Septum-Piercing, das prominent in Szene gesetzt wird. 
Bei Gucci sind es vor allem das Septum-Piercing, das prominent in Szene gesetzt wird. 
© S. Ruscio / Getty Images

Um ein Fake-Piercing tragen zu wollen, bedarf es keiner monatelanger Überlegungen, ob man sich wirklich sehen möchte mit einem Schmuckstück am Körper. Es wird sich nicht damit auseinandergesetzt, für was es steht und was man damit ausdrücken möchte. Gerade in Bezug auf kulturelle Aneignung sollte man sensibel bei den Designs sein. Egal ob Tattoo oder Piercing, wenn etwas für immer sein soll, setzt man sich deutlich intensiver mit einem Thema auseinander, als es bei einem Trend der Fall ist. Deshalb finden wir: Auf den Trend können wir getrost verzichten. 

Brigitte

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