Ohne Models: 10 kritische Fragen und Antworten

Jeden Tag bekommt die BRIGITTE-Redaktion neues Feedback auf die Ohne-Models-Aktion. Viele unserer Leserinnen sind total begeistert. Andere sind enttäuscht und haben noch viele Fragen. Besonders im Internet wird das Thema „Ohne Models“ kontrovers diskutiert. Hier beantworten wir noch einmal die wichtigsten Fragen.

1. Gleich zu Beginn der Ohne Models-Aktion startet auch die BRIGITTE-Diät. Wie passt das zusammen? „Ohne Models“ und die Brigitte-Diät sind für uns nicht widersprüchlich. Die BRIGITTE-Diät ist ein Weg um gesund abzunehmen, oder seine Ernährung langfristig umzustellen. Mit der Diät sprechen wir Menschen an, denen es um ihre Gesundheit und ihr Wohlbefinden geht, um ein gutes Körpergefühl. Genau das wünschen wir uns natürlich auch für die Frauen, die wir jetzt in unserem Heft zeigen. Ein gutes Körpergefühl, Selbstbewusstsein und Lebensfreude. Wir möchten im Heft jetzt die ganze Bandbreite an Frauen zeigen. Frauen mit Größe 36 genauso wie Frauen mit Größe 46. 2. Im Vorwege gab es soviel Presse. Das Ergebnis ist jetzt enttäuschend. Die BRIGITTE sieht ja gar nicht anders aus. War „Ohne Models“ nur ein billiger PR-Gag? Die Medienresonanz war in der Tat überwältigend. Wir sind selbst beeindruckt von all der Berichterstattung im In- und Ausland – die uns selbstverständlich riesig freut. Gute PR war aber keinesfalls der Grund für unsere Entscheidung, nicht mehr mit Modellen zu arbeiten, sondern das Thema lag und liegt ganz einfach in der Luft. „Ohne Models“ ist die Reaktion der BRIGITTE auf den Zeitgeist, auf die immer schneller wechselnden Modetrends, die zunehmende Bedeutung von Persönlichkeiten in der Mode und ganz einfach auf die Stellung der Frauen heute. Wir wundern uns selbst, warum wir nicht früher auf die Idee gekommen sind.

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3. Ist „Ohne Models“ nicht einfach nur der perfekte Weg, um in der Krise unauffällig Geld zu sparen? Die fotografierten Frauen bekommen doch sicher nicht das gleiche Honorar wie Profi-Models. Doch. Die Frauen, die wir fotografieren, bekommen ein vergleichbares Honorar und genau wie bei den Models fallen Anreise- und Übernachtungskosten an. Und weil die Frauen oft nicht so geübt vor der Kamera sind wie Profis, dauert es oft länger, bevor man das perfekte Bild im Kasten hat. Insgesamt sind „Ohne Models"-Shootings teurer als herkömmliche Modeproduktionen.

4. Die Frauen in den aktuellen Heften sehen ja genauso gut aus wie Models. In der Tat. Darauf achten wir auch sehr penibel, selbst wenn Frauen nur von Casting-Agenturen vertreten werden, fotografieren wir sie nicht. Es gibt einfach tatsächlich so viele schöne Frauen auf der Welt. Wirklich !

5. Der Großteil der Frauen, die sie jetzt fotografieren, ist schlank. Warum? Wir bestücken unsere Modestrecken ja mit Teilen aus Musterkollektionen großer Modemarken. Wenn wir im Herbst anfangen, die Mode für den kommenden Sommer zu fotografieren, sind die Kleidungsstücke noch nicht in allen Größen für den Einzelhandel produziert. Leider produzieren die Hersteller ihre Musterteile für die Präsentation in den Showrooms und für die Modemessen in der Standardgröße 36, teilweise 38. Wenn wir Frauen mit Größe 42 und größer fotografieren, passen viele der Musterteile nicht. Trotzdem fotografieren wir auch Frauen in den Größen, aber zu einem späteren Zeitpunk, wenn die Hersteller mit der Auslieferung der Artikel beginnen und diese in den ersten Läden angeboten werden. Aber ehrlich: Früher haben wir eine 36 an den Models noch enger gesteckt und heute schummeln wir auch ein bisschen. Da bleiben einfach mal die Rockbündchen offen und alles wird mit einer Bluse oder einem Top verdeckt. Frauen haben alle verschiedene Proportionen und das bedeutet für uns, dass wir viel improvisieren und sehr spontan auf den Fototerminen sein müssen.

6. Die BRIGITTE erhöht den Druck auf die Frauen weiter, wenn „normale“ Frauen so gut aussehen, wie jetzt im Heft. Bisher waren ja nur die Models perfekt – in BRIGITTE ist auch die Frau von nebenan schöner als die Realität. Das ist richtig. Dafür tun wir ja auch viel. Die Frauen werden zum Thema passend ausgewählt, dann perfekt geschminkt, sehr vorteilhaft angezogen und vom Fotografen mit Licht und Technik super in Szene gesetzt. Die Frau in der Strecke im Heft ist also im Prinzip eine ganz andere als die, die einmal ihr Foto auf unserer Homepage hochgeladen hat. Das muss man sich immer klar machen, wenn man mit der BRIGITTE in der Hand in Jogginghose auf dem Sofa liegt. Aber: Frauen verändern, eine Illusion zeigen - genau das ist unser Ziel. Denn Mode ist immer ein Reise, die zum Träumen und Schwärmen einlädt. Wir möchten Ihnen Anregungen bieten und Freude machen, mit Modestrecken, die wunderschön sind und zeigen, was alles möglich ist.

7. Ich habe mich beworben. Ist das überhaupt sinnvoll? Die Brigitte will jetzt normale Frauen zeigen. Tatsächlich kommen aber nur die schönen, jungen Frauen ins Heft. Jede Bewerbung ist sinnvoll. Denn auch wenn wir in der BRIGITTE überwiegend jüngere Frauen zeigen, geht es uns doch um die ganze Bandbreite. Wir haben keine festen Richtlinien, nach denen wir Frauen aussuchen. Wichtig ist, dass der Mensch uns gefällt, die Frau ein „Typ“ ist. Kleidergröße und Alter sind zweitrangig. Für die BRIGITTE Woman suchen wir gezielt Frauen über 40.

8. Mit dem Voting auf brigitte.de und woman.brigitte.de werden die Frauen, die sich für ein Shooting interessieren bloßgestellt. Jeder kann öffentlich über sie abstimmen, das ist kein guter Stil und passt nicht zu BRIGITTE. Mittlerweile haben uns schon über 30 000 Frauen geschrieben, die gerne einmal für uns vor der Kamera stehen würden. Mit den Votings möchten wir monatlich zeigen, wie viele tolle Frauen dabei sind. Darum zeigen wir nur Frauen, die aus unserer Sicht sehr gut ins Heft passen würden. Frauen, die wir in jedem Fall in die engere Wahl nehmen, ganz unabhängig von dem Voting. Zwar wird die Frau, die den Userinnen am besten gefällt, sicher fotografiert, aber auch die andern Kandidatinnen haben sehr gute Chancen. Die Frauen, die mitmachen, möchten gerne in die Öffentlichkeit und freuen sich in der Regel über die Veröffentlichung auf brigitte.de.

9. Mich lenken die Geschichten rund um die dargestellte Frau total von der Mode ab. Es gelingt mir nicht, mich auf die Mode zu konzentrieren. Ich habe das Gefühl, etwas völlig anderem als einer Modestrecke beizuwohnen. "Interessante hübsche Frauen überall auf der Welt, die gerne einmal schöne Photos von sich veröffentlicht sehen möchten" vielleicht. Das ist natürlich nicht unser Ziel. Wir wollen weiterhin sehr viel gute Information und Beratung zum Thema Mode liefern. Trotzdem ist es für den Großteil der Leserinnen auch interessant, zu lesen, wen wir fotografiert haben. Wir haben insgesamt den Eindruck, dass unsere Modestrecken durch „Ohne Models“ sehr an Ausdruckskraft gewonnen haben. Wir begreifen die Mode und das Leben als Einheit, nicht als verschiedene Welten.

10. Ich habe meine Unterlagen abgesendet. Wann / in welchem Zeitraum kann ich mit einem Feedback rechnen. Heißt es, wenn ich nach drei Monaten nichts gehört habe, dass ich nicht in der engeren Wahl bin? Nein, manche Frauen kontaktieren wir auch erst nach einem halben Jahr oder sogar noch später. Es muss sich ja immer erst eine Modestrecke ergeben, die für die jeweilige Frau passend ist. Die Modethemen in der Redaktion werden nach wie vor nach den ganz normalen Abläufen konzipiert, ausschlaggebend ist die Mode, die Saison, die jeweiligen Trends. Alle Bewerbungen werden bei uns archiviert und nach Schlagwörtern kategorisiert. Unsere beiden Model-Bookerinnen haben durch die große Anzahl von Bewerbungen wahnsinnig viel zu tun. Darum ist es uns auch lieber, wenn wir die Frauen kontaktieren, wenn wir sie gerne fotografieren würden. In diesem Fall hilft also leider nur eines: Geduld.

Wir hoffen, hiermit die wichtigsten Ohne Models-Fragen beantwortet zu haben!

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