Prominente Stimmen über ein Jahr "Ohne Models"

"Man guckt ganz anders in die Welt und sieht, wie viele tolle Frauen es gibt" - Prominente aus Politik, Kultur und Gesellschaft sagen, was sie nach dem ersten Jahr über die BRIGITTE-Initiative "Ohne Models" denken.

Renate Künast, 55, Fraktionsvorsitzende Die Grünen

"Natürliche Schönheit zeigen - das geht also! BRIGITTE hat mit der Initiative 'Ohne Models' für die deutsche Zeitschriftenlandschaft den Anfang gemacht. Der Erfolg zeigt: Es geht auch ohne strichdünne Models. Die meisten Frauen fühlen sich irgendwie schlecht, wenn sie eine Frauenzeitschrift durchblättern und ihre Normalfigur mit den Fotos von untergewichtigen Magermodels vergleichen. Dazu gibt es jetzt eine Alternative. Schönheit kann dünn, dick, groß, klein, jung und auch alt sein. Ich wünsche mir für die Zukunft viele Nachahmerinnen der BRIGITTEAktion, damit die ganze Vielfalt von Schönheit in Frauenzeitschriften abgebildet wird."

Anna Loos, 40, Schauspielerin und Sängerin der Band Silly

"Mir gefällt, dass die BRIGITTE zeigt, dass es einen Unterschied zwischen einer Glitzer-Scheinwelt und der Realität gibt. Ihr habt den Mut bewiesen, etwas anders zu machen. Aber Mut allein reicht nicht, man muss die Idee auch weiterentwickeln. Ich hoffe auf jeden Fall, dass Ihr mit Eurer Aktion so was wie das Gegenteil von dem bewirkt, was Twiggy in den Sechzigern geschafft hat - nämlich dass alle Frauen, die nicht Größe 34 tragen, sich fett fühlen. Frauen sollen sich nicht nach Schönheitsidealen richten, die ihnen von Chefredaktionen und Designern diktiert werden, sondern in den Spiegel schauen, ihr Köpfchen benutzen und daran arbeiten, mit dem glücklich zu sein, was ihnen zur Verfügung steht: sie selbst!”

Karen Heumann, 45 Strategie- Vorstand bei Jung von Matt

"Ich finde, die Initiative hat eine neue Lebendigkeit und Spannung in die BRIGITTE gebracht. Die neue Mode an so unterschiedlichen Frauentypen zu sehen, weitet den Begriff von Schönheit, der Blick wird trainiert. Man guckt ganz anders in die Welt und sieht, wie viele tolle Frauen es gibt. Mich interessieren auch die kurzen Biografien sehr. Wenn ich zum Beispiel lese, dass eine Frau Altenpflegerin ist und Schweden liebt oder gern tanzt, rückt sie mir näher, und ich will mehr über sie wissen. Dadurch verbindet sich Lebendigkeit mit Tiefe."

Barbara Auer, 51, Schauspielerin

"Ich war angenehm überrascht und empfinde es als sehr spannend, lebendige Persönlichkeiten in diesen modelnden Frauen zu entdecken. Und es ist eine Freude zu sehen, wie viele schöne, normale Frauen es gibt. Und alle sind so unterschiedlich. Wahre Schönheit unterwirft sich eben keinem Diktat."

Ulrike Folkerts, 49, Schauspielerin

"Sie als Frauenzeitschrift haben vielen falschen Vorbildern für junge Frauen endlich und konsequent etwas entgegengesetzt. Das tut gut, und ich wünsche mir noch mehr davon. Machen Sie weiter so."

Bekannt als "Tatort"-Kommissarin Odenthal, ist Folkerts am 18. Januar im Sat.1-Film "Restrisiko" zu sehen

Natasha Walter, 44, Feministin und Autorin

"Es ist an der Zeit, dass Frauen überall auf der Welt erkennen, dass wir nicht die unrealistischen Abbildungen weiblicher Schönheit als Ideal verstehen müssen. Indem BRIGITTE im letzten Jahr eine Vielfalt von Frauen und Körperformen gefeiert hat, hat sie einen guten Schritt zu einer freieren, erfreulicheren Modeund Schönheitskultur getan."

Am 11. Februar erscheint ihr neues Buch "Living Dolls - Warum junge Frauen heute lieber schön als schlau sein wollen" (Ü: Gabriele Herbst, 320 S., 19,95, Krüger)

Judith Rakers, 35, "Tagesschau"- Sprecherin, "3nach9"-Moderatorin

"Ich finde, das Projekt ist absolut gelungen! Ihr zeigt tolle Frauen, die mit beiden Beinen im Leben stehen, die teilweise eine geradezu umwerfende Ausstrahlung besitzen und einen Lebenslauf vorweisen können, der auch aus Alltag besteht und nicht nur aus Abziehbild. Ob Karl Lagerfeld auch deshalb Beth Ditto seine neue Muse nennt? Weil Echtes immer überzeugender wirkt in einer so oberflächlichen Welt?"

Kristina Schröder, 33, Bundesfamilienministerin (CDU)

"Die Initiative 'Ohne Models' ist mutig, ehrlich und einfach wahnsinnig erfrischend! Endlich keine bis zur Unnatürlichkeit retuschierten 08/15-Gesichter, keine perfekt durchtrainierten Körper, sondern unverfälschte und trotzdem schöne und interessante Frauen, die Persönlichkeit und Ausstrahlung haben und damit viel überzeugender sind als jedes zurechtgestutzte Model. Es wurde höchste Zeit, dass Mädchen und Frauen nicht immer falsche und vermeintlich erstrebenswerte Ideale vorgegaukelt werden! Was wir brauchen, sind Normalität und Authentizität."

Fotos: T&T, picture alliance/dpa, Alex Trebus/Stern/picturepress, T&T/Zoest, Radio Bremen/Thorsten Jander, Bohdan Cap, ullstein bild Ein Artikel aus BRIGITTE 3/11
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