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#RespectMySize So stark wehren sich Curvy Bloggerinnen gegen Bodyshaming

RespectMySize: Julia Kremer
© Julian-Keno Lilienthal @VierFotografen
Die Plus Size Bloggerinnen Verena Prechtl und Julia Kremer haben genug. Genug von Bodyshaming. Genug von Diskriminierung im Alltag. Genug von lästigen Vorurteilen. Es reicht! 

“Fett, faul, hässlich, stinkend, ekelhaft, unsportlich, undiszipliniert, maßlos” – mit diesen verletzenden Worten haben übergewichtige Menschen täglich zu kämpfen. Im Alltag, im Beruf, ja, selbst beim Arztbesuch. Sie werden stigmatisiert und beschimpft. Doch jetzt reicht es den beiden Plus Size Bloggerinnen. Verena und Julia setzen ein Zeichen – für mehr Körperakzeptanz

Jetzt oder nie!

Warum jetzt? Schließlich sind die Begriffe Body Positivity, Selbstakzeptanz und Selbstliebe längst keine Fremdwörter mehr. Seit Jahren existieren Debatten und Proteste gegen Diskriminierung und Bodyshaming. Und auch Verena und Julia setzen sich schon lange für mehr Vielfalt und Akzeptanz ein. Doch anscheinend ist die Wichtigkeit des Themas in vielen Köpfen trotzdem noch nicht angekommen. Und eine schockierende Nachricht brachte dann das Fass für die beiden endgültig zum Überlaufen. 

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Ekelhaft - Dieses Wort begleitet mich tatsächlich schon seit Jahren! Ich kann mich gut an eine Situation von vor zwei Jahren erinnern als eine Frau an mir vorbeigelaufen ist, mich angestarrt hat und sagte: Gott, ist DAS Ekelhaft. Oder ein Mann, der mich fragte ob ich denn keinen Spiegel zuhause habe, da ich ja ekelhaft aussehen würde. ​ ​ Das sind nur zwei kleine Beispiele von Dingen die ich auf der Straße erlebt habe. Hier auf Instagram ist das nochmal eine andere Sache. ​ ​ Als @schoenwild und ich ​ den Zeitungsartikel und dem dazugehörigen Kommentar​ „Also ich finde es persönlich diskriminierend, dass ich so einen Anblick (übergewichtige Menschen) ertragen muss – ehrlich gesagt. Und ich weiß, wenn ich dick bin, dass da was nicht stimmt. Und es hat auch nicht jeder was mit der Schilddrüse." ​ gelesen haben, ist uns wieder einmal bewusst geworden, dass Diskriminierung von Übergewichtigen im Alltag dazu gehört und scheinbar komplett legitim ist. Nach einer kurzen Umfrage innerhalb unserer Communities haben wir innerhalb von 24 Stunden hunderte Nachrichten mit berührenden und sehr erschreckenden Geschichten erhalten. ​ Uns war eins klar, wir müssen etwas tun und deswegen starten wir eine Awareness Kampagne um ein Zeichen zu setzen​ #RespectMySize #GemeinsamFürMehrVielfalt #GemeinsamGegenVorurteile​ ​ Tausend Dank geht an unsere Fotografen @miu_reck (meine Bilder) und @vierfotografen ​ Julian-Keno Lilienthal & Sascha Wysk für die Bilder von @schoenwild und den Mädels ​ @hh_kurvenwunder @beauty.has.no.size @AnnVivien.Blog ​ @edelpunk @lifewithcorgi @_glanzundgloria @ps_leonie und natürlich auch an @chrischography für das Handlettering!!! Weiter großer Dank auch an @i_am_maryc für deine Tatkräftige Unterstützung und Pr ❤️

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Geht's noch?

Ausschlaggebend war ein Zeitungsartikel in "ButenunBinnen" vom 04.06.2020, in dem die Hotelbesitzerin Angelika Hargersheimer sich mit folgenden, diskriminierenden Worten über übergewichtige Hotelgäste aussprach: "Also ich finde es persönlich diskriminierend, dass ich so einen Anblick (übergewichtige Menschen, Anm. d. Red.) ertragen muss – ehrlich gesagt. Und ich weiß, wenn ich dick bin, dass da was nicht stimmt. Und es hat auch nicht jeder was mit der Schilddrüse." Die beiden Bloggerinnen konnten es nicht fassen und Julia beschreibt: 

"Als Verena und ich diesen Artikel gelesen haben, ist uns wieder einmal bewusst geworden, dass Diskriminierung von Übergewichtigen im Alltag dazu gehört. Nach einer kurzen Umfrage innerhalb unserer Communities haben wir innerhalb von 24 Stunden Hunderte Nachrichten mit berührenden und sehr erschreckenden Geschichten erhalten."

Geschichten vom: 

  • Daten – “Also von der Bettkante würde ich dich nicht schubsen, aber in der Öffentlichkeit geht gar nicht.”

  • Arztbesuch – "Sie sollten erstmal abnehmen. Einfach weniger essen und mehr Sport. Dadurch bleiben Krankheiten oft unentdeckt."

  • Berufsleben – “Dicke sind doch sowieso ungebildet.” 

Und das sind nur wenige Bespiele. Julia und Verena war klar, dass sie etwas tun mussten. So riefen die beiden die Awareness-Kampagne gemeinsam mit weiteren Plus Size Influencern und Influencerinnen ins Leben. Unter den #RespectMySize, #GemeinsamFürMehrVielfalt und #GemeinsamGegenVorurteile setzen sie ein Zeichen gegen Diskriminierungen im Alltag und für mehr Vielfalt!

Julia und Verena erhielten viel Anklang und positives Feedback. Doch eins hat die Kampagne ihnen auch gezeigt – sie haben noch viel Aufklärungsarbeit zu leisten. Und nicht nur sie! Es ist Zeit, umzudenken und Veränderungen weiter voranzutreiben. Ein für allemal. 


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