Politische Mode

Ihr fragt euch, was Politik und Mode miteinander zu tun haben sollen? Viel mehr, als ihr denkt! Oder was ist mit dem roten Che-Guevara-Shirt in eurem Schrank? Und die grün-gelb-roten Pulswärmer? Wir nehmen euch mit auf eine modisch-politische Reise einmal rund um den Globus

Auch eine Form politischen Modebewusstseins: Punks äußern über ihren Stil, wofür sie politisch stehen

Politik und Mode: Jetzt wird's bunt!

Das Girlie-Shirt mit Che Guevara Porträt gibt's für ca. 13 Euro bei www.world-of-shirt.de

Wenn die Politik Einzug in die Mode hält, wird's meistens bunt: Ein rotes T-Shirt mit dem aufgedruckten Porträt Che Guevaras. Der grün-gelb-rote Pulswärmer zur Mütze mit Hanfblatt. Und um den Hals ein pinkfarbenes Palästinenser-Tuch. Wir zeigen euch, auf welchen Klamotten es politisch hoch her geht und stellen fest: Mode und Politik geben ein fabelhaftes Duo ab. Das Beste: Ihr könnt die angesagten Teile direkt bestellen!

Mode in der Politik

Auf den ersten Blick scheinen die zwei Begriffe Politik und Mode so gar nichts miteinander zu tun zu haben. Doch weit gefehlt! Angela Merkel bekommt für jeden Auftritt mit gutem Grund das passende Outfit verpasst, und das Tuch mit dem schwarz gewürfelten Muster um unseren Hals ist ursprünglich viel mehr als einfach nur stylisch. Vielen ist jedoch die Bedeutung ihrer Kleidung und all der Symbole, die wir auf und mit ihr durch die Gegend tragen, überhaupt nicht mehr bewusst. Das war jedoch nicht immer so.

Mode und Politik in der Geschichte

Frankreichs Kaiserin wusste genau, welche Macht ihre Kleider besaßen

Kaiserin Eugénie de Montijo beispielsweise, Frankreichs letzte Monarchin, wusste sehr wohl, welch große Bedeutung und vor allem: welch großen Einfluss die von ihr getragenen Kleider auf die Politik hatten. "Mes robes politiques" nannte Eugénie ihre Seidenkleider, mit denen sie für die Lyoner Seidenindustrie warb. Und wiederum in Frankreich, diesmal zur Zeit der Ersten Französischen Revolution, gelangte eine Kopfbedeckung zu politischem Ruhm: Die leuchtend rote Jakobinermütze. Wer sie trug, demonstrierte unmissverständlich seine Zugehörigkeit zu jenen radikalen Freiheitskämpfern, die den König am 20. Juni 1792 zwangen, die rote Mütze aufzusetzen.

In den letzten Jahrzehnten wurde Mode vor allem politisch, wenn Menschen ihren Protest gegen etwas oder jemanden zum Ausdruck bringen wollen. Oder ihre Zugehörigkeit zu einer bestimmten Gruppe. Che Guevaras Porträt, das unzählige T-Shirts ziert, war einst das Symbol linker Unabhängigkeits- und Befreiungsbewegungen.

Politische Mode

Auf der nächsten Seite: Politische Mode als kulturelles Phänomen

Palästinensertuch und Che-Guevara-Shirt

Geballte politische Botschaft: Che Guevara, Lenin und Mao auf einem Shirt vereint. Zu haben für ca. 16 Euro bei www.shirt66.de

Und heute? Das mittlerweile in allen Farben zu findende Palästinensertuch ist durch seinen prominenten Träger Jassir Arafat bekannt geworden. Und trotz der sehr starken symbolischen Kraft dieses Tuches - es wird beispielsweise von der palästinensischen Befreiungsorganisation PLO getragen - ist es heute zu einem trendigen Accessoire geworden, das mit seinen Ursprüngen nichts mehr gemein zu haben scheint. Genau wie das Che Guevara-Shirt.

Politische Mode: Ein kulturelles Phänomen

In den letzten Jahren ist das einst brisante Duo aus Mode und Politik zu einem durch und durch kulturellen Phänomen geworden, das sowohl unser Bedürfnis nach Individualität als auch nach Zusammengehörigkeit und Identifikation anspricht.

Trendige Schnürsenkel in den Rastafari Farben rot, grün und gelb gibt's für ca. 3 Euro bei www.linke-t-shirts.com

Diese Bedürfnisse entwickeln wir bereits in der Schulzeit: Wir kramen in der riesigen Plattensammlung unserer Eltern und ziehen eine Scheibe von Bob Marley hervor. Wer ist das eigentlich? Internet an, Suchmaschine, mit ein paar Klicks zu Youtube - Papas Plattenspieler kratzt nur noch - und schon halten Dreadlocks, Reggae-Klänge und die Farben Rot, Grün und Gelb Einzug auf unsere Köpfe, in unsere Ohren und: Auf unsere Klamotten.

Das gemeinsame Interesse für eine bestimmte Musikrichtung, die sich wiederum auf unseren Stil auswirkt, vereint uns einerseits und lässt uns andererseits in dem Glauben der eigenen Individualität. Über unsere Shirts und Accessoires können wir auf stylische Art Farbe bekennen oder uns einfach nur an den kreativen Ideen der Modedesigner erfreuen.

Politische Mode als Sprachrohr

Eine perfekte Kombination aus Style und politischer Botschaft präsentiert uns Modedesignerin Vivienne Westwood, die um den Einfluss, den Mode auf unsere Gesellschaft hat, natürlich bestens Bescheid weiß: Nach den Terroranschlägen in London ließ sie ihre Models T-Shirts mit dem Schriftzug "I'm not a terrorist, please don't arrest me" auf dem Laufsteg vorführen.

Auf den folgenden Seiten präsentieren wir euch neben Vivienne Westwoods Shirt die Klassiker und Neuheiten politischer Mode, die mal aufrührerisch vorlaut und mal einfach nur hübsch anzusehen daher kommen. Eines haben sie auf jeden Fall gemeinsam: Ein Blickfang seid ihr mit diesen stylischen Teilen immer.

Viel Spaß beim Stöbern und Staunen!

Text Julia Windhövel
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