Filmreif ausgehen!

Sie sind verabredet und möchten dabei so kühl und schön aussehen wie Catherine Deneuve oder so tough wie Uma Thurman? Wir haben's ausprobiert und die Schauspielerin Johanna Christine Gehlen in ganz unterschiedlichen Rollen für den großen Auftritt gestylt - alles zum Nachmachen und mit genauen Regie-Anweisungen.

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Zum Dinner bei Freunden

50er Jahre -Styling wie Audrey Hepburn (z.B. 1957:"Ein süßer Fratz")

MAKE-UP:
Zum frischen Hepburn-Look macht sich am besten eine leicht deckende Grundierung (z. B. "Color Clone" von Helena Rubinstein), die T-Zone wird transparent abgepudert. Die Farben bleiben in Naturtönen: etwas Rouge in Apricot (z. B. "Touche Blush 4" von Yves Saint Laurent) direkt auf die Wangen geben, den Mund mit Lippenstift in dunklem Pfirsich betonen (z. B. "Rouge Dior 446" von Dior). Braunen Lidschatten (z. B. "Play On 605" von Biotherm) am unteren Lid sowie oben außen und in der Lidfalte auftragen. Die Brauen können ruhig stärker betont werden, das ist typisch Fifties - wichtig nur, dass sie exakt nachgemalt sind. Für Mandelaugen schwarzen Kajalstift (z. B. "Nr. 11" von Manhattan) bis zur Mitte des oberen Lidrandes auftragen und mit einem Wattestäbchen zart ausblenden, Wimpern ausschließlich oben tuschen.

HAARE: Seitenscheitel nur andeuten, Haare von dort aus zurückkämmen und zum Pferdeschwanz binden. Ponysträhnen herauszupfen, etwas Haarspray auf die Finger sprühen und Strähnen damit zurechtzupfen. 3 50er-Jahre-Styling wie Audrey Hepburn (z. B. 1957: "Ein süßer Fratz")

Für glamouröse Partys

40er-Jahre-Styling wie Marlene Dietrich (z. B. 1948: "Eine auswärtige Affäre")

MAKE-UP:
Nach der durchscheinenden Grundierung (z. B. "Indefectible" von L'Oréal Paris) das braunrote Rouge (z. B. "Blush Variation 15" von Yves Saint Laurent) entlang des gesamten Wangenknochens verteilen und abpudern (z. B. "Sheer Finish Powder Loose Pale Yellow" von Bobbi Brown), Brauen mit Brauenpuder auffüllen (z. B. "Eye & Brow Prisme" von Givenchy). Den champagnerfarbenen Lidschatten bis hoch zu den Brauen auftragen (z. B. "Wanted Eyes 22" von Helena Rubinstein), einen matten Erdton in der Lidfalte aufpinseln und außen über das Lid hinausziehen (z. B. "Earthen" von Aveda) - das gibt dem Blick die Tiefe der Filmdiva. Am unteren Lidrand nur einen schwarzen Lidschattenrahmen zeichnen (Augenwinkel dabei frei lassen), am Oberlid einen Lidstrich mit flüssigem Eyeliner ziehen (Lidschatten z. B. "Black 50" von Manhattan, Eyeliner z. B. von Dr. Hauschka). Die Wimpern mit verlängernder Mascara tuschen (z. B. "3 Style" von Astor) - glamourös wird's mit Kunstwimpern (z. B. "Federleicht" von Kron 1959). Roter Lippenstift passt am besten zum 40er-Jahre-Look ("Russian Red" von Mac), die Nägel schillern in Schwarzrot (z. B. "Le Vernis Rouge Noir 18" von Chanel).

HAARE: Volumenspray ins Haar sprühen (z. B. "2-Tages-Volumen Föhn Spray" von Wellaflex). Erst eine breite Stirnsträhne, dann übriges Haar auf große Wickler rollen, anföhnen. Nach 30 Minuten herausnehmen, kämmen. Haare hinten zur Banane einschlagen, mit Haarklemmen befestigen. Seiten und Ponysträhne zu Wellen legen, feststecken. Der Haarschmuck? Ein Samthaarreif, mit Tüll verziert.

In den Nightclub an der Promenade

70er-Jahre-Styling wie Romy Schneider (z. B. 1971: "Das Mädchen und der Kommissar")

MAKE-UP:
Um den hintergründigen Star-Appeal der Romy Schneider zu transportieren, darf die Cremegrundierung gut decken und einen makellosen Teint machen (z. B. "Double Wear" von Estée Lauder). Sandfarbenes Rouge (z. B. "Blush Almond" von Bobbi Brown) modelliert - dabei den Schwerpunkt auf den äußeren Gesichtsbereich legen. Die Brauen sind mit farbigem Brauen-Gel betont (z. B. "Speed Brow" von Benefit); praktischerweise haben die meisten dieser Gele einen Bürstchenapplikator, der die Härchen gleich schön in Schwung bringt. Auf dem Mund glänzt Lippenstift in Schokobraun (z. B. "Soft Touch Lip Pen 37" von Korres). Bei den Augen ist der dunkelbraune Lidschatten auf dem gesamten Oberlid bis zur Braue gepinselt und geht, für einen melancholischen Touch, innen sogar ein Stück Richtung Nasenwurzel. Am meisten Farbe bekommen aber der äußere Augenwinkel und die Lidfalte. Die Wimpern anschließend nur oben stark schwarz tuschen, unten sind die Augen mit Lidschatten dunkelbraun akzentuiert (z. B. "Savanna 08" von Nivea Beauté) - dabei am meisten Farbe an die äußeren Augenwinkel geben.

HAARE: Die Haare leicht anfeuchten und einzelne Strähnen mit der Lockenschere aufdrehen. Sind die Haare abgekühlt, werden sie vorsichtig durchgekämmt. Anschließend eine münzgroße Menge Gel (z. B. "Evokativ Sensual Flip" von Sebastian, beim Friseur) in den Handflächen verreiben und die Locken im Zeitlupentempo nachformen. So entstehen die seidig fließenden Wellen.

Cooler Look für lange Nächte

90er-Jahre-Styling wie Uma Thurman (z. B. 1994: "Pulp Fiction")

MAKE-UP:
Blasse Haut, blutrote Lippen - für den Schneewittchen- Look der "Pulp Fiction"-Jahre kommt eine lang haltende porzellanfarbene Grundierung zum Einsatz (z. B. "Teint Singulier 02" von Yves Saint Laurent), Puderrouge in Pink (z. B. "Divinora Blush No. 285" von Guerlain) wird nur aufs äußere Drittel der Wangenknochen gepinselt. Wird der Mund stark betont, etwa mit blutrotem Lippenstift (z. B. "Rouge Absolu Nr. 172 " von Lancôme), sollten auch die Brauen mehr Farbe abbekommen - gern auch exzentrisch, wie hier mit einem Kajalbogen (z. B. "Deep Brown" von Shiseido). Für dieses Augen- Make-up zunächst das Oberlid mit irisierendem Rosé ausfüllen. Als Kontrast dazu Lidschatten in Schwarzbraun (Rosé und Schwarzbraun z. B. in "Les 4 Ombres 27" von Chanel) nur am äußeren Oberlid- Ende entlang der Lidfalte bis über den inneren Augenwinkel hinaus ziehen, unten dicht am Wimpernrand sanft ausblenden. Wimpern einfach nur oben tuschen. Perfekt ist der Look mit Nagellack in Chinarot (z. B. "Deep Red 160" von Sans Soucis).

HAARE: Christina Gehlen trägt hier eine schwarze Perücke (z. B. von Bergmann; gibt's im Perückenfachhandel), zum Glänzen gebracht mit etwas Pomade (z. B. "Style & Shine Jelly" von Douglas). Wer den eigenen Pagenkopf stylen möchte: Glanzschaum einkneten (z. B. "Asia Beauty Haarbändiger" von Gliss Kur), über eine breite Bürste (z. B. "Travel New Classic Brush" von Marlies Möller) föhnen und fliegendes Haar mit wenig Pomade glatt streichen.

Das Date zur blauen Stunde

80er-Jahre-Styling wie Sylvia Kristel (z. B. 1984: "Emmanuelle 4")

MAKE-UP:
Einen verführerisch subtilen Schimmer bekommt die Haut durch lichtreflektierende Pigmente in der Grundierung (z. B. "Energy Flash" von Nivea Beauté). Statt Rouge ist Bronzepuder (z. B. "La Poudre Soleil Forever Summer" von Clarins) großzügig auf den Wangen und Schläfen verteilt - immerhin waren die 80er das Jahrzehnt der Turbobräuner. In diese Dekade fällt übrigens auch die Hoch-Zeit der umrahmten Augen, am liebsten natürlich mit blauem Kajal (z. B. "Smoothblue" von Mac): vorher die Oberlider bis oben zu den Brauen mit transparentem goldenem Lidschatten (z. B. "221" von Artdeco) betonen und dann die Wimpern schwarz tuschen (z. B. "Maestro" von Giorgio Armani). Bei diesem zarten Look die Brauen nur bürsten, die Lippen aber mit pink schimmerndem Lipgloss schön in Szene setzen (z. B. "Star Fuchsia 10" von Helena Rubinstein). Auf den Nägeln glänzt beim 80er-Look der blaugrüne Lack (z. B. "Nr. 831" von Alessandro).

HAARE: Das feuchte Haar mit einem Lockenverstärker-Spray (z. B. "Wave Spray" von Frédéric Fekkai, beim Friseur) einsprühen. Einen Seitenscheitel ziehen, das Haar in feinen Strähnen auf Papilloten drehen - je feiner die Strähnen und je mehr Papilloten, desto besser und lockiger wird's. Damit die Kringel tolle Sprungkraft bekommen, jede Strähne vor dem Aufdrehen in sich drehen bzw. zwirbeln. Nach dem Trocknen die Locken mit den Fingern auseinander ziehen und aufzupfen. Nur den Ansatz glatt bürsten und eine Seite oben straff zurückstecken.

Erst Kino, dann Cocktail

Aktuelles Styling wie Anne Hathaway (z. B. 2006: "Der Teufel trägt Prada")

MAKE-UP:
Zuerst einen so genannten "Primer" auftragen (z. B. "Base Magic" von Biotherm), der lässt die Haut ätherisch fein erscheinen. Außerdem kann man mit diesem farblosen Fluid die Grundierung später leichter verteilen, und sie hält besser. Anschließend statt Foundation eine getönte Tagescreme benutzen (z. B. "Lumineuse" von Vichy). Dazu einen Hauch Rouge in hellem Rosenholz auf die Wangen stäuben (z. B. "No. 25" von Artdeco) und einen Lippenstift in Braunrosé wählen (z. B. "Soft Sensation Double Excellence 002" von Astor) - alles unaufdringliche Make-up-Töne, die so ziemlich jede zweite New Yorker Moderedakteurin im Schminktäschchen hat. Die Augen sind ganz natürlich betont: etwas Lidschatten in Elfenbein auf dem Oberlid, (z. B. "Respectissime Opale 03" von La Roche-Posay), unten ein zarter Lidstrich mit nougatbraunem Lidschatten (z. B. "Ombre Solo 4" von Yves Saint Laurent), die Wimpern dezent und nur oben mit schwarzer Mascara tuschen (z. B. "Star Stylist" von Jade Maybelline). Die Brauen? Sie sind exakt nachgezeichnet mit Brauenpuder (z. B. "BL 2 Deep Brown" von Shiseido).

HAARE: Glättlotion im feuchten Haar verteilen (z. B. "Hang Straight Straightening Lotion" von Aveda) und es über eine breite Bürste glatt föhnen. Immer vom Ansatz zu den Spitzen, das schließt die Schuppenschicht und gibt extra Glanz. Zum Schluss ganz wenig wasserabweisendes Haarspray über die Frisur geben, das schützt die glatten Strähnen ein bisschen gegen Feuchtigkeit und damit verbundenen Haarkrissel (z. B. "Regenschirm"-Haarspray von John Frieda).

Zu zweit in die Klassik Matinee

60er-Jahre-Styling wie Catherine Deneuve (z. B. 1967: "Belle de Jour - Schöne des Tages")

MAKE-UP:
Die leicht deckende Grundierung (z. B. "Magie Matte" von Lancôme) mattiert, das spart den Puder und bringt mehr Natürlichkeit ins Spiel. Schön frostig wirkt das Rouge in hellem Pink (z. B. "Wachgeküsst 01" von Kron), es wird hier hauchzart, aber bis an die Schläfen gepinselt. Für Sixties-Augen, Lidränder oben und unten mit schwarzem Lidschatten umrahmen (z. B. "True Black" von Astor) und Wimpern kräftig mit Volumen-Mascara tuschen (z. B. "Diorshow Unlimited 090" von Dior). Authentisch auch der Lipgloss-Ton: ein dezentes Koralle (z. B. "Color Fever Gloss 100" von Lancôme).

HAARE: Volumenschaum (z. B. "Studio Line Volum' Max" von L'Oréal Paris) ins handtuchtrockene Haar geben, auf große Lockenwickler rollen. Bei schulterlangem Haar braucht man etwa sechs große Wickler. Nach dem Trocknen nur leicht durchkämmen. Dann eine breite Stirnpartie abteilen, unter dem Deckhaar toupieren, akkurat nach hinten kämmen und oben am Hinterkopf mit einer schlichten Schmuckspange feststecken. Etwas Glanzhaarspray (z. B. "Got 2 B Glanzstück" von Schwarzkopf ) fixiert die Filmstar-Frisur. 60er-Jahre-Styling wie Catherine Deneuve (z. B. 1967: "Belle de Jour - Schöne des Tages")

Johanna Christine Gehlen Die 36-jährige Schauspielerin kennt man vor allem aus TV-Reihen wie "Polizeiruf", "Tatort" oder "Ein Fall für Zwei". Außerdem hat sie in vielen Fernsehfilmen gespielt ("Die Liebenden vom Alexanderplatz", "Der Himmel in deinen Augen", "Mama und der Millionär"). Die sozial engagierte Hamburgerin - sie ist Unicef-Repräsentantin und unterstützt privat ein indisches Kinderheim - stylt sich selbst oft wie Anne Hathaway, "glatte Haare, natürlicher Look". Am beeindruckendsten erlebte sie aber das 80er-Jahre-Styling: "Eine magische Verwandlung in eine sehr weibliche, sehr unnahbare und trotzdem sinnliche Frau. Und das hauptsächlich über das Haar- Styling. Das hat mich fasziniert", sagt sie. Den blauen Kajalrahmen von "Emmanuelle" würde Johanna C. Gehlen sogar für sich übernehmen: "Zu besonderen Anlässen, zum Beispiel zu Silvester."

Haare und Make-up: Bobby Bujisic/Bigoudi Text: Angela Schöneck Foto: Jean Chin Produktion: Bénedicte Mohr BRIGITTE Heft 1/2007
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