"Dick oder lesbisch? Dann trag unsere Kleider nicht!"

Geht's noch? Ein leitender Mitarbeiter des französischen Luxus-Labels Hervé Léger will im ikonischen Bandage-Dress nur einen bestimmten Frauentyp sehen.

Für schlappe 1.369 Euro ist es zu haben: ein kurzes, figurbetontes Kleid der französischen Marke Hervé Léger. Für solche "Bandage-Dresses" ist das Luxus-Haus berühmt. Der edle Stretch-Stoff wirkt wie in einzelnen Bahnen (oder Bandagen) um den Körper gewickelt, daher der Name.

Der Effekt des in den 1980er Jahren entwickelten Designs: Hingucker-Kleider, die jede Kurve des Körpers betonen. Kein Wunder, dass die "Bandage-Dresses" in immer neuen Varianten aufgelegt und gern auf dem roten Teppich getragen werden - Stars wie Elle Macpherson, Victoria Beckham, Rihanna und Kate Winslet sind erklärte Fans.

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Viele Prominente lieben die Schlauchkleider von Hervé Léger

Bandage-Dresses

"Üppige" Frauen sollten sich von den Kleidern lieber fernhalten

Gegen diese Damen wird auch Patrick Couderc nichts einzuwenden haben. Andere Frauen allerdings möchte er lieber nicht in dem Schlauchkleid sehen. Couderc arbeitete bei der Firma 'MJH Fashion', die die Lizenzen für das französische Modelabel in Großbritannien besitzt. In einem Interview mit der britschen Zeitung The Mail on Sunday sagte er, "üppige" Frauen und solche mit "breiten Hüften und einer flachen Brust" sollten sich von den "Bandage-Dresses" fernhalten.

Auch von älteren Frauen, die meinen, "alles zeigen zu müssen, als wären sie 23", hält Couderc wenig. Doch damit nicht genug. Er könne sich auch homosexuelle Frauen nicht in dem Kleid vorstellen. "Wenn du eine überzeugte Lesbe bist und dein ganzes Leben lang Hosen trägst, würdest du dir sowieso kein Hervé-Léger-Kleid kaufen." Schließlich möge man es dann eher "burschikos und gemütlich".

Ein Mann, der Frauen vorschreiben will, was sie tragen können und was nicht - geht's noch? Kein Wunder, dass Coudercs Äußerungen für viel Aufregung sorgten. So empörte sich zum Beispiel die amerikanische Schauspielerin Margaret Cho bei Twitter mit klaren Worten:

Inzwischen hat man auch bei Hervé Léger reagiert. In einem Schreiben distanzierte man sich von den Aussagen: "Die Marke 'Hervé Leger' by Max Azria und seine Tochterfirma, die 'BCBGMAXAZRIA Group', sind schockiert und entsetzt über die Aussagen von Patrick Couderc. (...) Diese Statements reflektieren in keinster Weise die Ideale oder Ansichten beider Firmen (...)." Die Zusammenarbeit mit Couderc habe man beendet.

jm
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