Dieser beknackte Modetrend kommt uns nicht in die Tüte

Modelabels erklären Plastiktüten zum neuen Must-Have. Wer Sehnsucht nach der guten alten Tüte hat, kann sich jetzt eine für 500 Euro kaufen.

Hält hoffentlich länger als die Lidl-Tüte

Unser Planet erstickt im Plastikmüll – und das, obwohl Einkaufstüten in immer mehr Ländern verboten sind oder an der Supermarktkasse zumindest nicht mehr verschenkt werden.

Für Modedesigner offenbar ein willkommener Anlass, die Knistertasche zum Statussymbol zu erheben. Mehrere Labels verkaufen die neuen It-Bags aus billigem Polyethylen oder Polypropylen für mehrere Hundert Euro das Stück. Bei solchen Preisen hoffen wir, dass die „Designertaschen“ länger halten als das Exemplar von Lidl um die Ecke.  

Manche sind bunt, andere durchsichtig

Die Plastiktüten der französischen Luxusmarke Céline kosten knapp 500 Euro und sind durchsichtig. Praktisch! So kann jeder Passant gleich sehen, was Frau so mit sich herumträgt: Vielleicht eine Handtasche (siehe Foto oben), ein Portemonnaie (siehe Foto unten), Deo oder Kondome? Oh là là, très chic!

Damit niemand auf die Idee kommt, die Tüte sei vom Bäcker nebenan, prangt in schwarzen Versalien „CELINE PARIS“ darauf, natürlich nicht ohne die notwendige Warnung in vier Sprachen, man will sich ja nichts zuschulden kommen lassen. Auf Deutsch steht da: „Achtung. Zur Vermeidung von Erstickungsgefahr, bitte Kinder nicht mit dieser Huelle spielen lassen“. Bei einer derart teuren Tüte hätte man allerdings in ein kleines „ü“ investieren können.

Das Pariser Label Balenciaga hat sich von einer deutschen Supermarktkette inspirieren lassen: Deren Bag erinnert an Edeka und kostet knapp 900 Euro. Allerdings ist die aus Lammleder und verfügt über – Luxus! - Reißverschlüsse und Fächer. Aber die Tasche ist auch Teil der Männerkollektion, und Männer sind vielleicht anspruchsvoller, wenn sie einkaufen gehen.

„Fancyman“ kommentierte das Instagram-Foto des edlen Stücks mit den Worten: „Habe mein Outfit fürs Obdachlosenasyl gefunden ...“


Was soll das?

Wollen die Modedesigner provozieren, indem sie den Umweltschutz konterkarieren, der endlich im Mainstream angekommen ist? Oder wollen sie im Gegenteil im Sinne der Umwelt Plastiktüten verkaufen, die man garantiert wiederverwendet, weil sie zu kostspielig sind, um sie nach dem ersten Gebrauch in den Müll zu stopfen?

Sei’s drum: Die Plastiktüte als Statussymbol ist allemal besser als ein SUV, der zwar nicht die Ozeane, aber unsere Atemluft verschmutzt, wenn wir mit Stoffbeutel und Kind an der Hand zum Supermarkt spazieren.

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