H&M-Plakate: Wer ist der Mann mit dem Bart?

Wir sind uns einig: Wir lieben einen neuen Mann. Dürfen wir vorstellen: Patrick Petitjean, das neue Gesicht der H&M-Plakate und das Objekt unserer Begierde - Der Mann mit Bart.

Poseidon, Jesus, Gott. Darunter geht es nicht. Jede dieser Gottheiten hat er schon verkörpert. Das französische Model Patrick Petitjean ist wahrscheinlich nach dem Schweden Markus Schenkenberg das erste männliche Model, dessen Namen man sich tatsächlich merken wird. Dass er nun auch außerhalb des Modemikrokosmos bekannt wird, liegt an der großangelegten H&M-Plakatkampagne. In so ziemlich jeder U-Bahn-Station, in Bushaltestellen und an Häuserwänden klebt das schlichte weiße Poster mit dem Adonis – oder vielmehr dem Waldschrat. Denn Patrick Petitjean ist keine Schönheit im klassischen Sinne. Er verkörpert nicht den unschuldigen, glattrasierten Schuljungen, den wir in den vergangenen Jahren immer wieder vorgesetzt bekommen haben. Den mit der glatten Haut und dem Gel in den Haaren. Er ist auch nicht der sportliche Sunnyboy mit den blonden, strubbeligen Haaren, der in der nächsten Minute das Surfbrett an sich reißt und sich in die Fluten stürzt.

Patrick Petitjean ist anders. Das Model hat einen zotteligen Bart und knapp schulterlange Haare, die, offen gestanden, stets ein wenig ungepflegt aussehen. Aber das ist Teil des Petitjean-Konzepts: Der 25-Jährige verkörpert den Ur-Mann, das Animalische. Den, der uns einfach anpackt, uns sagt, wo es langgeht. Der uns trotzdem unsere geheimsten Wünsche abliest und vor dem Kamin – Himmel, wie abgeschmackt - ein Glas kräftigen, beerigen Rotwein mit uns trinkt. Zu viel in ein Plakat mit einem bärtigen Mann interpretiert? Opfer der Werbung? Hereingefallen auf Stereotypen? Und ob. Na und?

Patrick Petitjean passt perfekt in die Zeit. Folkbands und -sänger aus Amerika, wie etwa Fleet Foxes, Grizzly Bear und auch Devendra Banhart, erleben einen neuen Boom. Und was eint die meisten dieser Musiker, abgesehen von der Musik? Ihre Bärte. Und zwar kein halbherziger Drei-Tage-Bart, sondern ein zotteliges, wuscheliges Gestrüpp. Für die Kleiderindustrie ist das Model eben das, was die Neo-Hippies für die Musikindustrie sind: jung, aber kein Jüngling. Schön, aber kein Schönling. Und er versprüht ganz und gar unangestrengt noch etwas Tiefgründiges, Unergründliches. Die blauen Augen im kantigen Gesicht, unter scheinbar ungezupften Augenbrauen, funkeln von Werbeanzeigen, Editorials und Plakaten.

Fotoshow: Der Mann mit dem Bart

Für mich bedeutet Petitjean aber tatsächlich eher eine Abkehr von meinen bisherigen Stereotypen. Bislang reagierte ich auf glattrasierte, blonde, leicht bubihafte Männer – und zwar in Sekundenschnelle. Der Franzose hingegen fasste mich erst auf den zweiten Blick. Dafür auch intensiver. Die meisten männlichen Models habe ich beim Einsteigen in die U-Bahn oder beim Weiterblättern wieder vergessen. Petitjean bleibt - hoffentlich auch noch eine Weile an den Wänden.

Text: Catharina Swantje Muuß

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