Der Stil 2013: Ein modischer Rückblick

Jadegrün, Rucksäcke, Grunge und Miley Cyrus - der modische Stil sorgte 2013 für Überraschungen. Ein Rückblick mit Ausblick.

1. Der Rucksack ist wieder da

Gut, wirklich weg war der Rucksack natürlich nie, aber dieses Jahr feierte er ein fulminantes Comeback. In den schönsten Designs entdeckten wir ihn plötzlich wieder - von Leopardenmuster bis hin zu elegantem Kalbsleder. Der Rucksack ist das i-Tüpfelchen des modisch sportiven Zeitgeists. Er krönt moderne Outfits aus Bleistiftrock und Neoprenpulli und ist vor allem unschlagbar praktisch. Wir von der BRIGITTE-Moderedaktion tüfteln übrigens schon an einem ganz besonderen Rucksack-Highlight für 2014... Seien Sie gespannt!

2. Miley Cyrus züngelt sich ins Mode-Aus

Diese übernatürlich lange Zunge werden wir so schnell nicht vergessen - und diese spärlichen Fetzen Stoff auch nicht. Miley Cyrus hat ein, nennen wir es mal, bewegendes Jahr hinter sich. Sie polarisierte, wo sie nur konnte. Das prüde Amerika verschreckte sie mit viel Haut, Twerking und dem bösen F-Wort. Unvergessen bleibt ihr skandalöser Auftritt bei den MTV Video Music Awards im August. Nebenbei brach sie mal eben mit ihrem Album "Bangerz" ein paar Rekorde: ihr Musikvideo zur ersten Single-Auskopplung "We can't stop" war mit über zehn Millionen Klicks das meistgesehene Video innerhalb der ersten 24 Stunden. Mit der zweiten Single "Wrecking Ball" feierte sie ihren ersten Nummer-Eins-Erfolg in den Billboard-Charts. Und privat? Im September löste sie die Verlobung mit Schauspielkollege Liam Hemsworth, im November feierte sie überraschend ruhig ihren 21. Geburtstag. Modisch gefiel uns ihr Auftritt im schwarzen Samtkleid bei der Bambi-Verleihung 2013 am besten. Davon wünschen wir uns in 2014 mehr!

3. Das #OOTD-Selfie macht (eben doch) Spaß

Spätestens seit der Begriff "Selfie" vom Wörterbuchverlag "Oxford Dictionaries" zum Wort des Jahres 2013 gekürt wurde, war klar, der Selbstfotografie-Trend wird uns so schnell nicht wieder verlassen. Nicht weiter schlimm, denn die unterschiedlichen Selfie-Typen sorgten in 2013 für kurzweilige Unterhaltung. In Sachen Mode sehr beliebt: das #OOTD (= outfit of the day) Selfie. Ja, auch wir haben mitgemacht...

4. Hedi Slimane spaltet die Modewelt

Hedi Slimane trat ein großes Erbe an, als er 2012 einwilligte, nach Stefano Pilati die modische Zukunft des Hauses Yves Saint Laurent zu designen. Seine erste Amtshandlung war die Eliminierung des Worts "Yves". Autsch. Genauso schmerzhaft ging es für den Großteil der eingeschworenen Fans des mondänen Modehauses weiter: statt Opulenz rotzte er rockige Outfits à la Topshop oder Urban Outfitters hin, die die Kritiker erzürnten - und sich später natürlich dennoch wie geschnitten Brot verkauften. Wie es in 2014 mit Saint Laurent weitergeht? Die Frage ist wohl eher: Geht es überhaupt weiter?

5. Jenna Lyons ist die neue Stilikone der Coolen

Der absolute Liebling aller Streetstyle-Fotografen im Jahr 2013 heißt Jenna Lyons und ist ein echtes Stil-Genie. Die 44-Jährige ist das offizielle Aushängeschild des amerikanischen Kult-Labels J.Crew und verpasste der latent angestaubten Marke als Kreativdirektorin einen modernen Anstrich. Jenna Lyons liebt den Preppy-Stil, bleibt dabei aber immer lässig und entspannt. Türkiser Rollkragenpulli zur rosa Bundfaltenhose mit Hahnentritt-Mantel, neongelben Pumps und hellblauer Clutch? Kein Problem - solange die schwarze Nerd-Brille immer mit dabei ist.

6. Grunge kehrt zurück aus den Neunzigern

Laut der Blogger-Plattform Tumblr gab es zu dem Schlagwort "Grunge" in 2013 die meisten modischen Einträge. Das wundert uns natürlich gar nicht, denn Designer wie Dries Van Noten oder Hedi Slimane hatten unlängst den 90er-Trend in ihren Kollektionen wiederbelebt. Auf einmal sah man die Karohemden, Dr. Martens und weiße Sonnenbrillen wieder allerortens - die werden uns bestimmt auch noch in 2014 begleiten.

7. Ohne Cara Delevingne geht nichts auf dem Laufsteg

Kate Moss darf sich offiziell warm anziehen. Eine blutjunge, urkomische Engländerin ist angetreten, um die Mode im Sturm, ach was, im Hurricane zu erobern. Spätestens nachdem die 21-Jährige in 2012 zum "Model of the Year" gekürt wurde, war keine Modewoche vor ihr sicher. Alleine bei der Londoner Fashion Week lief sie bei sage und schreibe 50 Shows den Laufsteg runter. Alle lieben Cara: von Karl Lagerfeld über Oscar de la Renta bis Victoria's Secret. Nebenbei versucht sie sich in der Schauspielerei und amüsiert uns auf Instagram mit unnachahmlichen Grimassen. Ja, wir lieben sie auch - nicht zuletzt wegen ihrer göttlichen Augenbrauen...

8. Auf nach Portland!

Portland - oder auch "The City of Hipsters" - war 2013 in aller Munde. Die Gründe hierfür sind schnell erzählt: Die liberale Stadt im Bundesstaat Oregon ist verdammt grün, hyperkreativ und vibriert förmlich vor lauter Kunst und Kultur. Ob als Veganer, Fahrrad-Nerd oder Indie Rocker, in Portland kann man eine Menge Spaß haben. Mittlerweile hat sich die angesagte Stadt zur internationalen Design-Metropole gemausert, im Modebereich genauso wie in der Digitalwelt. Vielleicht statten wir der Portland Fashion Week einfach mal einen Besuch ab?

9. "Emerald Green" ist die Farbe 2013

Das amerikanische Farbunternehmen Pantone kürte Smaragdgrün ("Emerald Green") zur Farbe des Jahres 2013, weil sie "lebhaft, strahlend, satt" und "eine Farbe voller Eleganz und Schönheit" ist, die "unser Gefühl für Wohlbefinden, Ausgeglichenheit und Harmonie verbessert". Recht haben sie, und wir würden das warme Grün auch gerne noch im nächsten sehen. Dummerweise macht Pantone uns da allerdings einen Strich durch die Rechnung, und dieser heißt "Radiant Orchid" (= schwieriges Orchideen-Rosa).

10. Kleider kaufen? Kleider tauschen!

Niemals zuvor wurde soviel über den Mode-Konsum diskutiert wie in diesem Jahr. Spätestens nach dem verheerenden Brand in einer Textilfarbik in Bangladesch mit über 1.000 Toten im April ging es endlich um die zentrale Frage: "Wo, von wem und unter welchen Bedingungen wird die Kleidung, die ich kaufe, eigentlich produziert?" Die BRIGITTE arbeitete ein komplettes Dossier zu dem Thema grüne Mode aus und langsam aber sicher entwickelte sich ein neuer Trend: weniger kaufen, lieber tauschen. Oder ausleihen. Zum Beispiel in der Hamburger Kleiderbibliothek "Kleiderei", die jüngst eine zweite Filiale in Berlin eröffnete.

11. Der Nagel-Kunstmarkt befindet sich in der Krise

Für die Anti-Nail-Art-Fraktion haben wir gute Nachrichten: Die Nagelkunst hat im Jahre 2013 ihren Zenit überschritten und ist langsam aber sicher auf dem Rückzug. Wir haben allmählich auch wirklich genug von all den Herzchen, Farbverläufen und Strasssteinchen. Und in 2014? Nach dem Trend folgt der Gegentrend - und der ist klassisch und schlicht: welcome back Rot & Nude!

12. One more time mit Daft Punk

Wir würden die Pailletten-Jackets und Mottorradhelme nicht unbedingt als die Must-Haves des Jahres 2013 bezeichnen, aber ohne Daft Punk ging in diesem Jahr nun wirklich gar nichts. "Get Lucky" verfolgte uns vom Supermarkt bis ins Vorabendprogramm und Guy-Manuel de Homem-Christo und Thomas Bangalter schafften es in ihrer Uniform (übrigens designt von Hedi Slimane) bis in die amerikanische Vogue. Zurecht!

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