Neuseelands magersüchtige Schaufensterpuppen

Hervorstechende Rippen und kaum Körperfett - eine magersüchtig anmutende Schaufensterpuppe hat in Neuseeland eine Kontroverse um Magerwahn ausgelöst.

Der Magerwahn ist allerorten, jetzt hat er auch die Schaufensterpuppen befallen - zumindest die neuseeländischen. Schaufensterpuppen sind zwar bekannt für ihre Modelmaße (außer die normalgewichtigen Exemplare von JC Penney in den USA und von Debenhams in Großbritannien), bei den Plastikdamen der Modekette Glassons stechen die Rippen allerdings so extrem hervor, dass sie prompt eine neue Kontroverse rund um die Zurschaustellung untergewichtiger Körperideale ausgelöst haben.

Bedanken können wir uns bei Twitter-Userin Emily Robins, die die Puppen fotografierte und mit dem ironischen Kommentar "Entschlacken ist diese Saison in!" postete. Die Kritik drang bis zum New Zealand Herald durch, der prompt berichtete und Experten befragte. Psychotherapeutin Anna Drijver bestätigte den besorgniserregenden Einfluss der Schaufensterpuppen vor allem auf junge Mädchen und forderte, die dünnen Schaufensterpuppen gegen welche mit Normalmaßen auszutauschen. Weiterhin bemerkte sie völlig richtig, dass wohl kaum mit sinkenden Abverkaufszahlen zu rechnen sei, wenn die Puppen etwas mehr auf den Rippen hätten.

Die Verantwortlichen der Modekette Glassons verstehen hingegen die Aufregung nicht: Ihrer Aussage nach befindet sich der BMI der Schaufensterpuppen mit 18,5 im unteren Bereich des Durchschnitts. Sie finden die Damen im Bikini absolut normalgewichtig und keinesfalls zu dünn. Die Puppen bleiben also und werden nicht ausgetauscht. Bleibt nur zu hoffen, dass auch weiterhin smarte Frauen das fragwürdige Schönheitsideal der Modekette Glassons in Frage stellen und dies öffentlich kommunizieren.

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