Wie viel Geld verdienen Blogger?

Können Blogger inzwischen wirklich vom Bloggen leben? Und wie funktioniert das eigentlich genau? Wir klären die wichtigsten Fragen.

Was vor einigen Jahren noch belächelt wurde, gilt heute als lukratives zweites Standbein - oder sogar als Hauptberuf. Die Rede ist von Modeblogs. Sie schießen wie Pilze aus dem Boden - es scheint sich also zu lohnen, oder?

Blogger haben viele Ausgaben

Ich bin selbst Bloggerin. Aber wie die meisten Menschen spreche ich ich nicht gern über mein Einkommen. So viel ist aber sicher: Genau wie bei allen frei arbeitenden Journalisten bzw. Freiberuflern hängt das, was am Ende des Monats auf das Konto wandert, von der Auftragslage ab. Es gibt inzwischen auf jeden Fall einige Blogger, die angeben, dass sie von ihrer Arbeit durchaus leben können, Tendenz steigend. Vor kurzem war das noch eine Ausnahme, denn die wenigsten Firmen waren bereit, für die geleistete Arbeit ein Honorar zu zahlen. Sie wollten Blogs lediglich mit Produkten oder Rabatten entschädigen. Dadurch, dass Blogger aber auch immer mehr Ausgaben haben, verlangt eine Mehrzahl von ihnen eine adäquate Entlohnung für ihre Arbeit. Verständlich, denn die monatlichen Kosten läppern sich: Dazu gehören beispielsweise Server-Hosting, eigene Domains, Equipment, Kamera, Laptop, Programme (z.B. Photoshop), Fotografen, Übersetzer, Werbeausgaben, Büroräume oder gar Praktikanten.

Modeblogger-Studie

Die Fashioncommunity Styleranking hat im Juni 2015 die zweite Modeblogger-Studie zur Monetarisierung und Vermarktung von Blogs mit den Schwerpunkten Fashion, Beauty und Lifestyle erhoben. Diese verrät, wie viel Geld deutsche Blogger brutto verdienen. Darüber hinaus wurden noch weitere interessante Fakten bei den 220 teilnehmenden Blogs abgefragt.

Wie viel genau verdienen Blogger nun pro Monat?

Aus dieser nicht repräsentativen Studie geht hervor, dass ein "Sponsored Post", also ein Beitrag, in dem das Produkt eines Kunden vorgestellt wird, im Schnitt etwas über 400 Euro kostet. Am besten bezahlt werden Video-Postings mit durchschnittlich 1.270 Euro. Man kann festhalten, dass durchsetzbare Preise, sprich Einnahmen für den Blog, mit der Reichweite steigen. Knapp 60% der befragten Blogs verzeichnen dabei bis zu 20.000 PIs (Page Impressions = alle Klicks auf der Seite) und 14% mehr als 60.000 pro Monat.

Laut der Umfrage von Styleranking gilt: Je größer die Reichweite der Site, desto höher ist ihr monatlicher Umsatz. Insgesamt bleiben die meisten Blogs aber unter 1.000 Euro monatlich. Liegen die Page Impressions eines Blogs bei über 80.000 je Monat, verdient hier ca. die Hälfte mehr als 3.000 bis 5.000 Euro monatlich.

Durchschnittlicher Umsatz für Werbekooperationen im Monat

Hier wird deutlich, wie viel Modeblogs pro Monat je nach Reichweite verdienen.

Und wie genau verdienen Blogger Geld?

Die Frage, die mir als Bloggerin häufig gestellt wird ist: Wie genau verdient man denn nun Geld mit einer eigenen Site? Da gibt es einige Möglichkeiten:

Advertorials: Eine Firma fragt an, ob ich ein Produkt von ihnen in einem Post tragen oder erwähnen möchte. Ich schaue dann, ob mir die Produkte gefallen, suche mir beispielsweise eine Hose aus, die ich im nächsten Outfit mit ablichte, und erhalte hierfür eine Bezahlung.

Affiliate Links: Das bedeutet, dass der Blogger bei einem sogenannten Affiliate-Partner registriert ist. Ich verlinke beispielsweise die einzelnen Teile meines Outfits bei Partner-Shops. Wenn ein Leser dann auf diesen Link klickt und das Teil kauft, werde ich prozentual am Verkauf beteiligt.

Banner- und Youtube-Werbung: Die klassischen Werbebanner, wie man sie aus dem Internet kennt, können natürlich auch auf Blogs oder in Youtube-Videos der Blogger eingebunden werden.

Eventbesuche: Auch für Events und Veranstaltungen lassen sich Blogger bezahlen – einfach dafür, dass sie dort erscheinen.

Kreative Umsetzung: Etwa die "Übernahme" eines Instagram-Accounts einer Marke. Das könnte so aussehen, dass der Blogger über einen bestimmten Zeitraum nicht über seinen eigenen Account, sondern auch über den Account des Kunden postet. Das ist aber nur eine Idee von vielen - der Kreativität sind hier keine Grenzen gesetzt.

Model- oder Schauspiel-Jobs: Es kommt auch vor, dass man aufgrund des Blogs als Model angefragt wird. Diese Jobs müssen dann nicht unmittelbar etwas mit der Seite zu tun haben. Aber auch Schauspiel-Engagements kommen so zustande. So sieht man unter anderem die Youtube-Stars Freshtorge, Y-Titty und Simon Desue seit Ende Juli in dem Film "Kartoffel-Salat - Nicht fragen!" auf den Kino-Leinwänden.

Moderations-Jobs oder Jury-Tätigkeiten: Ich selbst wurde einmal als Jury-Mitglied eines Model-Contests gebucht oder auch als Moderatorin für eine Video-Produktion.

Testimonial: Beispielsweise wurde ich vor einiger Zeit von einer Marke gebucht, um deren Produkte vor der Kamera zu testen und nützliche Tipps zu geben. Die Clips wurden dann im Online-Shop der Marke integriert.

Kritik

Einige Leser melden sich zu Wort und schimpfen über Accounts auf Facebook oder Instagram und Blog-Seiten, bei denen jeder zweite Post gesponsert sei. Besonders in einer Zeit, in der immer mehr Blogger die Sicherheiten einer Festanstellung aufgeben und sich voll und ganz auf den Blog konzentrieren, könnte man bemängeln, dass Kooperationen angenommen werden, die nicht zu dem Blogger passen. Authentizität ist nämlich das höchste Gut eines Bloggers. Wenn aber die Existenz von Kooperationen abhängig ist, wird schnell mal eine Kooperation zugesagt, die man normalerweise nicht annehmen würde.

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