Darum liebe ich Secondhand-Mode

Johanna erklärt, warum ihr Herz für Secondhand-Mode schlägt - und zeigt uns ihre liebsten Outfits "aus zweiter Hand".

Ihr erinnert euch bestimmt an Johanna, unsere Heldin für Nachhaltigkeit im Bereich Mode und Beauty. Wir hatten die 22 Jahre alte Studentin zuhause in ihrer WG in Oldenburg besucht und sie mit vielen Tipps für grüne Mode und einen nachhaltigeren Umgang mit Kosmetik versorgt. Jetzt hat Johanna für uns aufgeschrieben, wie sie unser Nachhaltigkeits-Experiment erlebt hat und warum ihr Herz für Secondhand-Mode schlägt:

"Zwei Drittel meines Kleiderschranks ist Secondhand"

"Vor ein paar Jahren hatte ich noch keinen wirklichen Bezug zu Secondhand-Kleidung. Das mag zum einen daran gelegen haben, dass es damals nicht so verbreitet und der Zugang zum Secondhand-Markt nicht so einfach wie heute war, zum anderen konnte ich bereits getragener Mode nicht wirklich viel abgewinnen. Kleidung "aus zweiter Hand" erschien mir im Teenageralter, als es mir doch gerade um das Einkaufserlebnis und ganz neue Kleidung ging, nicht besonders attraktiv.

Als meine Schwester mich dann wesentlich später einmal in Berlin mit auf eine Tauschparty nahm, konnte ich mein Glück kaum fassen: So viel schöne Kleidung und ich dürfe mir einfach mitnehmen, was mir gefällt? Die Freude war genauso groß, wie wenn ich mir neue Kleidung gekauft hätte, und von da an war mein Interesse geweckt. Wenig später entdeckte ich Secondhand-Läden wie Humana und Oxfam und die Online-Tauschbörse Kleiderkreisel für mich. Ich fing (auch im Rahmen meines Studiums) an, mich mehr mit dem, was wir tagtäglich auf unserer Haut als Schutz vor Wind und Wetter, Statussymbol oder Kommunikationsmittel tragen, auseinanderzusetzen. Mir wurde bewusst, dass ein Kleidungsstück einen langen (Produktions-)Weg hinter sich hat, bis es bei uns im Laden hängt, und dass bei einer Jeans für 9,99 Euro genau dieser Produktionsweg hinterfragt werden sollte. Mode ist heutzutage schnelllebig: Sie bringt uns das fertige Produkt, präsentiert es im Laden als neue Kollektion, ich als Konsument kaufe und verbrauche es, bis es mir nicht mehr gefällt oder angesagt ist und dann schmeiße ich es am Ende weg, um mir wieder etwas Neues in den Schrank zu hängen. Auch ich habe mich lange nur zu Fast-Fashion hingezogen gefühlt. Als ich mir meinen Kleiderschrank aber irgendwann einmal genauer ansah, war ich schockiert, wie wenig ich über mein Konsumverhalten nachdachte. Viele Kleidungsstücke hatte ich gekauft und kaum getragen, manche besaßen sogar nach Monaten noch Preisschilder."

"Ich denke jetzt anders über mein Konsumverhalten"

"Heute besteht schätzungsweise zwei Drittel meines Kleiderschranks aus Klamotten "zweiter Hand" und ich liebe jedes einzelne Teil davon. Das heißt nicht, dass ich nicht immer noch gerne in die Stadt gehe und mir ab und an Mal etwas "von der Stange" kaufe, aber es hat sich deutlich eingeschränkt und ich denke vor dem Kauf darüber nach, ob ich das Teil auch wirklich tragen werde.

Durch die Teilnahme beim Nachhaltigkeits-Projekt der Brigitte bekam ich noch einmal tolle Anregungen zum Thema nachhaltige Mode und weiß jetzt: Es ist mir zwar nicht möglich, nur noch Kleidung zu kaufen, die 100 Prozent nachhaltig und fair produziert wurde, aber darum geht es auch nicht. Vielmehr kommt es darauf an, sein Konsumverhalten zu überdenken und ein Bewusstsein für Nachhaltigkeit zu entwickeln."

Themen in diesem Artikel

Unsere Empfehlungen

Mode- & Beauty-Newsletter

Beauty-Newsletter

Euer wöchentliches Style-Update mit den wichtigsten Modetrends, neuen Frisuren, spannenden Make-up-Looks und Inspirationen!