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Drei Fragen an Ann-Sofie Back


Auf der Stockholm Fashion Week trafen wir die Modedesignerin Ann-Sofie Back zum Interview über den schwedischen Stil und die Jeans-Trends 2015.

Eine Fashion Show im Schwimmbad? Den Preis für die ungewöhnlichste Show-Location auf der Stockholm Fashion Week würde Cheap Monday bekommen. Die Gäste saßen auf Treppchen am Beckenrand, die Models liefen zu einem wilden Musik-Remix ums Schwimmbecken herum, als sie die Sommerkollektion 2015 präsentierten. Und am Ende gab's eine "Pool-Party", bei der alle Models ins Becken gesprungen sind (Das Video zur Cheap Monday Fashion Show lässt sich online ansehen.)

Nach der Show trafen wir Designerin Ann-Sofie Back, Kreativdirektorin von Cheap Monday, zum Interview.

Ann-Sofie Back
Ann-Sofie Back, geboren 1971, ist Chefdesignerin bei ihrem eigenen Modelabel, Back, sowie seit 2009 Kreativdirektorin des schwedischen Labels Cheap Monday, das mit extremen Skinny-Jeans bekannt geworden ist. Ihre Arbeit ist mit mehreren Preisen ausgezeichnet worden.
© Anna Weilberg

BRIGITTE: Was war Ihre Vision für die Sommerkollektion 2015 von Cheap Monday?

Ann-Sofie Back: Die Kollektion heißt "Mindless Optimism" ("unbekümmerter Optimismus", Anm. d. Red.). Es geht darum, Sachen zu kombinieren, bei denen man denkt, dass sie nicht zusammenpassen, die dann aber doch gut aussehen. Wir haben Extreme miteinander kombiniert: super-hübsche Stücke zusammen mit sehr harten Looks.

Für eine Zeit waren in der Jeansmode, besonders in der schwedischen, sehr enge Skinny-Jeans-Schnitte angesagt. Wo geht die Jeansmode jetzt hin?

Ich habe das Gefühl, dass im Moment alles angesagt ist. Es gibt immer noch den Skinny-Jeans-Trend – alle Models und viele junge Mädchen tragen sehr enge Jeans. Deshalb haben wir für den Sommer 2015 auch noch engere Hosen entworfen. Dann gibt es einen anderen Kunden-Typ, der eher auf Highwaist-Jeans, so genannte "Mom Jeans", steht. Und dann gibt es ultraweite Jeans, die ich persönlich sehr gerne mag. Insgesamt ist Denim gerade sehr angesagt.

Es scheint, dass Modetrends in Schweden viel früher auf der Straße zu sehen sind als in Deutschland. Bei uns kommen sie gefühlt erst ein Jahr später an. Wo bekommen die Schweden denn ihre Mode-Inspirationen her?

Ich glaube, wir Schweden haben nicht dieses bourgeoise Mode-Erbe, wie man es in vielen anderen Ländern kennt. Wir sind keine alte Mode-Nation, daher gibt es auch keine Regeln, die man strikt zu befolgen hat. Außerdem ist Schweden ein Land, das viel Wert auf Gleichberechtigung zwischen Männern und Frauen legt. Das spiegelt sich auch in der Mode wider - in Unisex-Mode, die Männer ebenso wie Frauen tragen können. Diese Faktoren inspirieren den schwedischen Stil.

Die Cheap Monday Sommerkollektion 2015


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