Primark steht erneut in der Kritik

Eingenähte Zettel mit mutmaßlichen Hilferufen von Textilarbeitern und Mitarbeiter-Überwachung in den Filialen - der Textildiscounter Primark steht für seine Arbeitsbedingungen erneut in der Kritik.

Keine leichte Woche für Primark: Die irische Billigmode-Kette steht erneut wegen zweifelhafter Arbeitsbedingungen in der Kritik. Gleich zwei Vorfälle bringen den Textildiscounter in Erklärungsnot: Eine Primark-Kundin aus Belfast in Nordirland hatte in einer Hose einen eingenähten Hilferuf gefunden. "SOS" stand auf einem kleinen Zettel in chinesischen Schriftzeichen. Die Menschenrechtler von Amnesty International übersetzten die Botschaft: Ein Arbeiter behauptet, Gefängnisinsasse im Xiangnan-Gefängnis in der chinesischen Provinz Hubei zu sein, der angeblich seit Jahren dazu gezwungen wird, mehr als 15 Stunden am Tag Kleidung für Primark zu nähen.

Vorwürfe dieser Art häufen sich: Erst kürzlich war in Wales ein ähnlicher Zettel in einem Kleid aufgetaucht; der Schreiber behauptete ebenfalls, er werde "zur Arbeit bis zur Erschöpfung gezwungen". Ob die Botschaften nun echt sind oder womöglich Teil einer Protestaktion von Aktivisten, die für bessere Arbeitsbedingungen in der Massentextilproduktion eintreten, spielt dabei fast keine Rolle. Denn auch hierzulande mehren sich die Vorwürfe, dass die Kette nicht nur die Textilarbeiter in Asien ausbeute, sondern auch Beschäftigte in Deutschland. So sollen Mitarbeiter des Konzerns in Hannover gezielt überwacht worden sein.

Wie die Süddeutsche berichtet, gebe es in dem betroffenen Kaufhaus rund 128 Überwachungskameras, von denen die Hälfte nicht nur die Kunden überwache, sondern auch die 550 Mitarbeiter. Die Kameras sind vor Personalräumen, Toiletten und Aufgängen angebracht, obwohl eine zeitlich begrenzte Überwachung der Mitarbeiter nur erlaubt ist, wenn ein begründeter Verdacht besteht.

Primark hat sich prompt gegen die rufschädigenden Vorwürfe gewehrt und will die Vorfälle nun untersuchen. Zuletzt war der Discounter im April 2013 in die Schlagzeilen geraten, nachdem bekannt geworden war, dass das Unternehmen Kleidung in dem Fabrikgebäude in Bangladesch hatte fertigen lassen, das im April 2013 eingestürzt war und mehr als 1100 Textilarbeitern das Leben gekostet hatte.

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