In England gibt es bald Umkleidekabinen ohne Spiegel

Aus den Umkleidekabinen in drei großen englischen Shoppingcentern sollen die Spiegel verschwinden. Dafür gibt es einen guten Grund.

Eine typische Kaufhaus-Szene: Du wühlst dich durch die Jeans-Stapel, entdeckst eine Hose, die dir gefällt, und nimmst sie mit in die Umkleidekabine. Schließlich willst du nicht nur wissen, ob sie passt, sondern auch, wie du darin aussiehst. Ein kritischer Blick in den Spiegel, und schon fragst du dich: "Oh je, hab ich darin etwa einen dicken Popo?" Also wandert die Hose zurück auf den Stapel.

Damit soll bald Schluss sein - zumindest in drei großen Shoppingcentern in England. In Malls in Birmingham, Bristol und dem Londoner Stadtteil Croydon sollen laut einer Meldung des Telegraph die Spiegel aus den Umkleidekabinen verbannt werden. Die Entscheidung begründet die Betreiberfirma Hammerson mit den Ergebnissen einer neuen Studie. Demnach sollen sich knapp drei Viertel aller britischen Frauen (71 Prozent) gegen den Kauf eines Kleidungsstücks entscheiden, nachdem sie sich in der Kabine im Spiegel gesehen haben.

Mehr als die Hälfte der Frauen (52 Prozent) fühlen sich laut der Studie nach einem Blick in den Spiegel schlecht. Und rund ein Fünftel (22 Prozent) lassen nur engen Freunde und Familienmitglieder zuschauen, während sie sich in der Kabine umziehen.

Weniger Spiegel für mehr Selbstbewusstsein?

Statt eine Entscheidung aufgrund des Spiegelbilds zu treffen, würden sich viele Kunden lieber auf die Meinung von Verkäufern oder Freunden verlassen, glaubt man bei der Betreiberfirma. Man wolle das Selbstbewusstsein der Käuferinnen stärken und sicherstellen, dass sie sich beim Anprobieren wohl fühlen, heißt es in dem Telegraph-Artikel. "Wir hoffen, dass vor allem Frauen etwas anprobieren und sich darin dann umwerfend und glamourös fühlen", so Alex Thomas, ein Marketing- Manager von Hammersmith. Wenn der Test in den drei Shoppingcentern erfolgreich ist, sollen im Laufe des Sommers weitere Umkleidekabinen umgebaut werden.

Ob sich unser Einkaufsverhalten so vielleicht wirklich ändern lässt? Verlassen wir uns ohne Spiegel in der Kabine wieder mehr auf unser Gefühl, statt uns von einer Reflektion einschüchtern zu lassen? Eine interessante Aktion und ein gelungener Marketing-Coup - aber letztendlich steckt vor allem ein Gedanke dahinter: mehr Kleidung zu verkaufen!

jm Teaserbilder: Westend61/Getty Images
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