Diese Gucci-Kampagne ist in Großbritannien verboten

Ungesund dünn wirke das Model in einer Kampagne des Modehauses Gucci, hat die britische Werbeaufsicht befunden - und den Clip verboten.

Ungesund dünn? Werbeaufsicht verbietet Gucci-Kampagne

Ein nobles Landhaus, eine Gruppe junger, sehr stylish angezogener Menschen, die in Slow-Motion zu eingängigen Electro-Beats tanzen: Nein, hier feiert kein britisches Elite-Internat den Beginn der großen Ferien. So wirbt das italienische Modehaus Gucci in einem Werbevideo für seine Kollektion "The Cruise 2016". Das Video verkörpert die Ästhetik des gefeierten Gucci-Designers Alessandro Michele in Perfektion: Retro-Chic, eine Prise Snobismus, grandiose Mode für leicht schräge Nerds - dank dieser Mischung fliegen dem Designer derzeit die Herzen der Fashionistas zu.

Auch auf der Website der britischen "Times" war das Video im Dezember 2015 als Werbekampagne zu sehen. Am Ende des Clips wurden dort noch Einzelaufnahmen jedes Models gezeigt - vermutlich, damit man die Kleidung noch einmal in Ruhe betrachten kann. Diese Bilder führten zu einer Beschwerde bei der "Advertising Standards Authority" (ASA), der britischen Werbeaufsicht. Der Vorwurf: Die Models seien ungesund dünn. Besonders an einem Bild, auf dem ein junges Model in einem gemusterten Kleid an einer Wand lehnt, störte man sich.

"Das Make-up lässt ihr Gesicht eingefallen wirken"

Jetzt hat die ASA entschieden, die Gucci-Werbung in dieser Form zu verbieten, da die Darstellung unverantwortlich sei. In der Begründung heißt es: "Der Körper des Models erscheint disproportional und zu dünn. Die Pose verlängert außerdem ihren Torso und betont ihre Taille, so dass sie sehr dünn wirkt." Weiter erklärt die Werbeaufsicht: "Ihr düsterer Gesichtsausdruck und das dunkle Make-up, insbesondere um die Augen, lassen ihr Gesicht mager und eingefallen wirken."

Bei Gucci und auch bei der Times sieht man das anders: Die Frage, ob das Model zu dünn sei, sei eine subjektive Angelegenheit. Außerdem ziele die Kampagne auf "ein älteres, anspruchsvolles Publikum" ab. Das Modehaus ließ verlauten, dass das Model zwar schlank sei, aber nicht "ungesund dünn" dargestellt werde. Man habe bewusst darauf geachtet, dass bei den Models keine hervorstehenden Knochen zu sehen seien. Auch beim Einsatz des Make-ups seien die dünnen Gesichtszüge nicht betont worden.

Das Verhältnis des Mode-Business zu Magermodels wird immer wieder öffentlich diskutiert. In Frankreich wurde beispielsweise ein generelles Verbot untergewichtiger Models beschlossen. Die britische Werbeaufsicht hat in der Vergangenheit wiederholt hart durchgegriffen, wenn es um die Darstellung sehr dünner Frauen ging. So durfte das französische Label Saint Laurent ein Bild nicht mehr verwenden, auf dem ein Model mit sehr dünnen Beinen und deutlich erkennbaren Rippen zu sehen war.

jm
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