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Müll vermeiden 10 Tipps für weniger Abfall (mit Kindern)

Kind greift nach Paprika
© Natalia Lebedinskaia / Shutterstock
Wie kann man im Alltag Müll vermeiden und weniger Abfall produzieren? Wir verraten es dir und geben Tipps, wie ihr euren Müllverbrauch als Familie reduzieren könnt!

Über 600 Kilogramm Müll produzieren wir Deutschen pro Kopf laut Statistischem Bundesamt im Jahr. Damit zählen die Deutschen im europäischen Vergleich zu den Spitzenreitern unter den Müllproduzenten. Nur die Einwohner von Dänemark (844 Kilogramm), Luxemburg (791 Kilogramm), Malta (694 Kilogramm) und Zypern (642 Kilogramm) produzieren noch mehr Müll pro Kopf.

Dabei ist es schon mit kleinen Veränderungen möglich, im Alltag viel Müll zu vermeiden. Wir verraten dir, wie du deinen Müllverbrauch in nur wenigen Schritten deutlich reduzierst.

1. Mit Stoffbeuteln Müll vermeiden

Die durchschnittliche Nutzungsdauer von Plastiktüten beträgt 25 Minuten, danach landet sie häufig im Müll. Stoffbeutel besitzen eine sehr viel bessere Umweltbilanz, da sie wiederverwendbar sind. Anstatt beim Einkaufen im Supermarkt also zur Tüte aus Plastik zu greifen, kannst du deine Lebensmittel einfach in deinem mitgebrachten Beutel verstauen.

Auch bei Obst und Gemüse kannst du Verpackungsmüll sparen, indem du die Produkte lose kaufst. In vielen Städten existieren mittlerweile sogenannte Unverpackt-Läden, in denen Lebensmittel generell ohne Verpackung angeboten werden. Stattdessen kannst du deine eigenen Dosen und Gefäße mitbringen und Produkte wie Nudeln, Reis oder Mehl darin abfüllen. Dadurch lässt sich nicht nur Abfall reduzieren, sondern auch die Portionsgröße individuell bestimmen.

2. "Coffee to go"-Becher vermeiden  

Wer kennt die Situation nicht: Man ist morgens in Eile und hat keine Zeit für ein Frühstück, also schnell zum Bäcker und einen "Coffee to go" kaufen. Doch die Einwegbecher sorgen für extrem viel Müll und sind alles andere als nachhaltig.

Eine deutlich umweltfreundlichere Alternative stellen Thermobecher dar. In vielen Cafés erhält man mittlerweile sogar einen Rabatt, wenn man seinen eigenen Becher mitbringt – so schonst du nicht nur die Umwelt, sondern auch deinen Geldbeutel.

Bei der Kaffeemaschine zu Hause lässt sich viel Abfall vermeiden, wenn du eine Filtermaschine oder einen Vollautomaten anstatt einer Kapselmaschine besitzt. Die Kaffeekapseln bestehen in der Regel nämlich aus Aluminium, das in der Herstellung sehr viel Energie benötigt und nicht biologisch abbaubar ist.

3. Leitungswasser trinken

Ähnlich wie mit den Kaffeebechern verhält es sich mit Wasserflaschen. Die Qualität von Leitungswasser in Deutschland ist extrem hoch, denn es unterliegt strengen Kontrollen. Trotzdem kaufen immer noch viele Verbraucher abgefülltes Wasser in Plastikflaschen. Stattdessen kannst du für unterwegs einfach eine wiederverwendbare Trinkflasche mitnehmen.

Wer kein stilles Wasser mag, kann auf Wassersprudler zurückgreifen, mit denen man Leitungswasser mit Kohlensäure versetzen kann. Und wenn es einmal doch nicht vermeidbar sein sollte, abgefülltes Wasser zu kaufen, sollte man daran denken: Mehrweg ist eine bessere Verpackung als Einweg. Im Gegensatz zu Einwegflaschen können Mehrwegflaschen nämlich nicht nur recycelt, sondern auch mehrfach wiederverwertet werden.

4. Plastikmüll im Bad reduzieren

Auch im Badezimmer kannst du auf unterschiedliche Art und Weise Verpackung sparen. Ein Seifenstück ist zum Beispiel nachhaltiger als Flüssigseife, da diese in Einwegpackungen abgefüllt ist. Bei der Zahnpflege kannst du von der herkömmlichen Handzahnbürste zu einem elektrischen Modell wechseln oder eine umweltfreundliche Zahnbürste aus Holz benutzen.

Was viele nicht wissen: Auch in Kosmetikartikeln steckt häufig Plastik in Form von Mikroplastik, das mit bloßem Auge kaum erkennbar ist. Als Alternative kannst du beispielsweise auf Naturkosmetik zurückgreifen oder deine Kosmetik selbst herstellen.

5. Reparieren statt neu kaufen

Wenn Elektrogeräte nicht mehr funktionieren, entsorgen wir sie heutzutage häufig, anstatt sie reparieren zu lassen – die Kosten erscheinen meistens zu hoch, als dass sich der Aufwand lohnen würde. Dies führt jedoch dazu, dass jährlich enorme Mengen an Elektroschrott anfallen. Für die Reparatur von Kleingeräten stellen Repaircafés eine gute Alternative dar: Dort helfen dir Ehrenamtliche bei der Instandsetzung, sodass du nur die Materialkosten zahlen musst.

Auch im Bereich Mode kannst du nachhaltiger handeln, indem du zum Beispiel Kleidertauschpartys besuchst oder neue Kleidungsstücke auf Flohmärkten und in Secondhand Stores erwirbst, anstatt sie neu zu kaufen – das ist immer noch die beste Form von Recycling.

Fünf Tipps, wie du mit Kindern Müll vermeiden kannst

Mit Kindern kann noch einmal eine ganz neue Dimension des Müllverbrauchs entstehen. Doch egal ob bei der Wäsche, dem Spielzeug oder im Bad: Es gibt immer Möglichkeiten, wie du Müll einsparen kannst. Hier kommen fünf Tipps.

1. Aus Socken Haargummis schneiden

Nichts wird so schnell verschlissen wie Kindersocken. Und nichts wird bei langhaarigen Kindern so oft benötigt wie Haargummis. Warum also nicht beides kombinieren und aus verschlissenen Socken Haargummis machen?

Dafür schneidest du die Socke einfach in viele kleine Ringe. Besitzen die Socken auch noch ein ausgefallenes Muster oder Farbe sehen die neuen Haargummis umso schöner aus. Doch Achtung: zu alt sollten die Socken auch nicht sein, denn im Laufe der Zeit verlieren sie ihre Elastizität.

2. Konfetti aus Blättern für den nächsten Kindergeburtstag

Glitzerndes Konfetti mag vielleicht schön aussehen, doch umweltschonend ist es nicht. Auch Papier-Konfetti ist nur bedingt besser, denn es ist oftmals beschichtet und verrottet dadurch nur sehr langsam. Wie wäre es denn mit Konfetti aus echten Blättern vom Baum?

Sammle dafür einfach heruntergefallene Blätter auf oder pflücke ein paar Blätter. Dann kommt dein Locher zum Einsatz. Deine Kinder werden ihre helle Freude daran haben, das Konfetti aus den Blättern zu stanzen. Besonders schön wird es natürlich im Herbst, wenn die Bäume in den verschiedensten Farben erstrahlen, aber auch saftiges Grün im Sommer hat seinen Reiz. Und das Beste: Am Ende der Party kannst du das Konfetti einfach auffegen und in den Garten oder das Blumenbeet streuen.

3. Eis für das Kind selber machen

Gerade im Sommer ist Eis für Kinder ein echter Genuss. Doch eine Eisdiele ist nicht immer in der Nähe und gekauftes Eis aus dem Supermarkt verursacht eine Menge Verpackungsmüll. Gerade Eis am Stiel ist eigentlich immer noch einzeln verpackt. Da kommt einiges zusammen. Du kannst das Eis auch einfach selber machen. In unserer Rezepte-Reihe „Eis selber machen: Unsere besten Rezepte“ findest du garantiert auch für dich und deine Kinder euer neues Lieblingseis!

4.   Spielzeug abwechselnd nutzen

Hat dein Kind oder deine Kinder auch so viel Spielzeug, das einfach nur rumliegt und eigentlich gar nicht mehr bespielt wird? Statt immer wieder neues Spielzeug zu kaufen und das alte wegzuwerfen, kommt jetzt ein toller Trick, wie du das Interesse deines Kindes oder deiner Kinder an vermeintlich „langweiligem“ Spielzeug wieder weckst.

Sammle alles Spielzeug, bei dem kein Interesse mehr besteht, ein und bringe es auf den Dachboden oder Keller. Holst du es nach ein paar Monaten wieder hervor, wird dein Kind garantiert neues Interesse an dem einstmals alten Spielzeug zeigen. Dafür können dann nun andere Spielzeuge auf den Dachboden oder den Keller wandern. So kannst du Spielzeuge im beliebigen Abstand rotieren lassen und deinem Kind wird es nicht langweilig.

Sollten manche Spielzeuge dann tatsächlich einmal ausgedient haben, mach doch einfach eine Spielzeug-Geschenkekiste und stelle sie vor eurer Haustüre auf die Straße zum Mitnehmen. Andere Kinder erfreuen sich sicherlich an dem neuen, gebrauchten Spielzeug.

5. Müll vermeiden mit einer Mehrweg-Küchenrolle

Kinder kleckern viel. Hier wird aus Versehen ein Glas umgestoßen, dort tropft der Pudding auf den Boden. Eine Küchenrolle ist bei solchen kleinen Malheuren ein wahrer Segen. Wenn da doch nur nicht dieser Müll wäre, den die Küchenrolle verursacht. Warum die Küchenrolle nicht einfach selber machen?

Dazu nutzt du ausgediente Bettwäsche oder alte Mulltücher. Einfach aus dem ausgesuchten Stoff Küchenroll-Tücher in gewünschter Größe ausschneiden (am besten schneidest du die Tücher auf die Größe normaler Küchentücher) und dann überlappend auf eine leere Papprolle aufrollen. Nutze dafür einfach die leere Papprolle einer Küchenrolle. Das Tolle an der selbst gemachten Küchenrolle? Du kannst die einzelnen Tücher waschen und immer wieder verwenden.

Brigitte

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