Nachhaltiger Konsum muss nicht teuer sein! Der Kosten-Check

"Ich kauf doch kein Öko-Shampoo für acht Euro!" Vielleicht doch, wenn es dreimal so lange hält? BE GREEN-Redakteurin Luise Gand macht ihren persönlichen Kosten-Check*.

Stand-by Me

Die Dreifachsteckdose tief unterm Sofa und keinen Bock runterzukrabbeln? Vielleicht inspirieren ja diese jährlichen Sparsummen, bei ein paar Elektrogeräten nachts endlich mal den Stecker zu ziehen: 

  • Fernseher: 10,22 Euro
  • WLAN-Router: 10,22 Euro
  • Notebook: 1,64 Euro
  • Handyladegerät: 2,04 Euro

Macht im Jahr 24,12 Euro – nur für die vier Teile! Und dann gibt's ja noch Radio, Spielekonsole, Boxen ... 

+SPART: Energie

Eine haarige Sache

Team Flasche oder Team festes Shampoo? Für normale Shampoobehälter geben wir im Jahr etwa 12,60 Euro aus. Die feste Haarseife ist mit 16,40 Euro jährlich zwar ein bisschen teurer, hält dafür aber deutlich länger.

+SPART: Müll

Glatter Unsinn ...

... weiterhin Plastikrasierer zu kaufen, auch wenn die Kosten mit 6 Euro verlockend niedrig sind. Auf lange Sicht tut der Preis für die Klingen (etwa 28 Euro/Jahr) aber weh. Vorschlag: lieber einmal 50 Euro in einen Rasierhobel investieren (keine Angst, sieht etwa gruselig aus). Dafür kann man sich die Klingen (ca. 1,70 Euro im Jahr) sogar noch am Monatsende leisten! 

+SPART: Müll

Die kann echt einpacken

Der Inbegriff eines Einwegprodukts: Frischhaltefolie! Oder schafft es irgendjemand, das Zeug ein zweites Mal zu benutzen? Eben. Vom Mikroplastik, das danach an meinem Obst kleben bleibt, ganz abgesehen. Das Problem ist: Die Folie ist ultrabillig, selbst bei täglicher Nutzung von 10 x 15 cm kostet sie nur 2,35 Euro im Jahr. Ein Bienewachstuch-Set (3 Stück) ist mit 20 Euro im Jahr teurer, schon klar. Aber ganz ehrlich: Frischhaltefolie? Dann legt doch besser einen Teller über die Schüssel ... 

+SPART: Müll/Mikroplastik

Trommelwirbel

Die Maschine von 40 auf 30 Grad zu stellen, spart 18 Prozent Stromkosten und damit (Wortwitz-Alert) waschechtes Geld: im Jahr 56,16 Euro statt 68,64 Euro bei drei Wäschen die Woche. Läuft! 

+SPART: Energie

Spring auf die Leitung!

Noch mal zum Mitschreiben: Das deutsche Trinkwasser ist das am strengsten kontrollierte Lebensmittel landesweit. Und: Ja, es ist sogar besser als Wasser aus der Plastikflasche, weil die Vorgaben der Mineral- und Tafelwasserverordnung nicht so streng sind wie die der Trinkwasserverordnung. Nun zum Money-Fact: 2,5 Liter Wasser pro Tag aus dem Hahn kosten in zwölf Monaten 1,82 Euro, aus PET-Flaschen 273,75 Euro. Noch Fragen?

+SPART: Müll/Mikroplastik

Hoch die Tassen!

Ihr so: iiieh. Wir so: Stellt euch nicht so an, ist wichtig! Für eine durchschnittliche Periode kosten Tampons und Binden rund 26 Euro im Jahr. Besser ist da die Menstruationstasse für ca. 15 Euro: Sie kann jahrelang benutzt werden und zahlt sich nach sieben Monaten aus. 

+SPART: Müll

Kritisch beleuchten

Nun tut mal nicht so, als ob ihr keine mehr habt! Die olle 60-Watt-Birne verursacht im Jahr Stromkosten von 25 Euro. Für eine 6-Watt-LED-Lampe gibt's mit jährlichen 2,50 Euro dagegen (höhö) grünes Licht. 

+SPART: Energie 

Heiz, heiz, Baby?

Die Fragen aller Fragen: Wird die TK-Pizza (die ja per se schon böse ist) besser, wenn man vorheizt? Sagen wie es so: aufs Vorheizen zu pfeifen, spart bis zu 20 Prozent Energie. Noch mehr, wenn man Umluft statt Ober-/Unterhitze nimmt. Die 7 Euro weniger im Jahr sind jetzt nicht mega, aber wer den Pfennig nicht ehrt und so wird nie Millionär ...

+SPART: Müll/Energie

Wasserdicht

Kleines Wunder: Die Standardbrause kommt auf 60 Liter während einer 5-Minuten-Dusche, ein Sparduschkopf verbraucht nur 24 Liter. Bäm: 54 Euro im Jahr gespart! Und das Beste: Der Duschkopf kostet lediglich rund 15 Euro, ist also nach 50-mal Duschen wieder reingeholt. 

+SPART: Wasser

Bilanz ziehen, bitte!

Weiter leben wie bisher? Macht pro Jahr 527,46 Euro.

Auf Grün umstellen? Kostet nur noch 149,58 Euro.

*Den Berechnungen liegen angenommene Durchschnittspreise und -werte zugrunde. Natürlich kann es hier und da mal ein bisschen abweichen.

Hast du Lust, mehr zum Thema zu lesen und dich mit anderen Frauen darüber auszutauschen? Dann schau im "Wissenschaft und Umweltschutz-Forum" der BRIGITTE-Community vorbei.

In BE GREEN, dem neuen Nachhaltigkeitsmagazin von BRIGITTE, lest ihr das exklusive Interview mit Greenfluencerin Louisa Dellert, in dem sie fordert: "Parteien sollten sich zusammentun!"

BRIGITTE BE GREEN 1/2020

Wer hier schreibt:

Luise Gand
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