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Starporträt Hape Kerkeling

Hape Kerkeling ist Komiker und ein wahres Multitalent. Kaum jemand prägte die deutsche TV-Landschaft so wie er. Mit Horst Schlämmer erschuf er eine Kultfigur.

Steckbrief

  • Vorname Hans-Peter Wilhelm
  • Name Kerkeling
  • geboren 09.12.1964, Recklinghausen/Nordrhein-Westfalen/Deutschland
  • Jahre 58
  • Grösse 1.83 m
  • Partner Dirk Henning (verheiratet seit 2016) Angelo Colagrossi (1983-2011)

Biografie von Hape Kerkeling

Hans-Peter "Hape" Kerkeling wurde am 9. Dezember 1964 in Recklinghausen geboren und verbrachte in seiner frühen Kindheit viel Zeit im Tante-Emma-Laden seiner Großmutter im Nachbarort. Seine Vorfahren väterlicherseits stammen aus den Niederlanden, woher der Familien Name "Kerkeling" stammt, der auf Deutsch mit "Kirchner" übersetzt werden kann. Der Schauspieler war während seiner Schulzeit Ministrant und legte 1984 sein Abitur ab.

Kerkelings Durchbruch

Im Jahr 1977 bewarb sich der junge Kerkeling bei Loriot für die Rolle des "Dickis", bekam sie jedoch nicht. Seinen ersten Erfolg hatte er mit der Schallplatte "Hawaii", die er mit seiner Band "Gesundfutter" auf den Markt brachte. Der Durchbruch gelang ihm 1985, als er im Alter von nur 19 Jahren eine Rolle in der Musik- und Sketch-Show "Känguru" bekam. Später folgten Gastauftritte und Sketche in der Radio Bremen-Sendung "Extratour".

Hape Kerkeling schreibt Fernsehgeschichte – "Total Normal"

Im Jahr 1989 gründete Hape dann zusammen mit dem Pianisten Achim Hagemann seine eigene Comedy-TV-Sendung "Total Normal". In der Sendung schrieb Kerkeling am 25. April 1991 Fernsehgeschichte, als er sich bei einem Staatsbesuch in Berlin als Königin Beatrix der Niederlande verkleidete und es fast geschafft hätte, ins Schloss Bellevue zu kommen, um den Bundespräsidenten zum Mittagessen zu treffen. Das satirische Lied aus dieser Show, "Das ganze Leben ist ein Quiz", schaffte es in die deutschen Pop-Charts.

Ein Erfolg nach dem anderen

1992 kam "Kein Pardon" heraus, der erste Film von Kerkeling bei dem er Regie führte, die Hauptrolle spielte und auch am Drehbuch mitschrieb. In der zweiten Hälfte der 1990er-Jahre moderierte er die Sendung "Warmumsherz", drehte mehrere Filme und kehrte mit seiner Sat.1-Sendung "Darüber lacht die Welt" zum Erfolg zurück. 2003 wurde er mit dem Deutschen Fernsehpreis in der Kategorie "Bester Unterhaltungsmoderator" ausgezeichnet. Bei einer Umfrage des Fernsehsenders Kabel 1 im Jahr 2005 schaffte es Kerkeling in die Top Ten der beliebtesten Gesichter im deutschen Fernsehen; die einzigen anderen beiden Moderatoren waren Günther Jauch und Thomas Gottschalk.

Horst Schlämmer und seine Erfolge

Horst Schlämmer, der stellvertretende Redakteur der fiktiven Zeitung "Grevenbroicher Tagblatt", ist eine der erfolgreichsten Kerkeling-Figuren. Gekleidet in einen beigen Trenchcoat und mit einer kleinen schwarzen Herrenhandtasche am Arm gibt er Interviews bei realen Veranstaltungen wie der Bundestagswahl. Schlämmer spricht seine Gesprächspartner in einer überzogenen Art und Weise an, verwendet das "Du" statt des höflichen "Sie" und spricht sie mit "Schätzelein" an. Er scheint sich für ein Sexsymbol zu halten und versucht trotz seiner lockeren Zahnprothese, die Interviewpartnerinnen zu küssen. Um Frauen zu beeindrucken, prahlt er damit, dass er dreitausend Euro netto im Monat verdient.
Im Mai 2006 trat Schlämmer bei "Wer wird Millionär" als prominenter Kandidat auf und schaffte es als erster, Günther Jauch auf den Kandidatensessel zu locken. Zusammen erspielten sie 500.000 Euro, die sie an die Deutsche AIDS-Stiftung spendeten. Im Jahr 2007 erschien das Computerspiel "Weisse Bescheid?!", das auf Horst Schlämmer basiert. 2009 kündigte Kerkeling einen Film an, indem Horst Schlämmer die Partei HSP gründet und als Kanzlerkandidat antritt. "Isch kandidiere" kam kurz vor der Bundestagswahl 2009 in die deutschen Kinos.

Er ist dann mal weg

Im Jahr 2001 pilgerte Hape Kerkeling auf dem Jakobsweg über 650 Kilometer nach Santiago de Compostela. Sein Buch "Ich bin dann mal weg", das Tagebuch dieser Pilgerreise, stand im Juni 2006 an der Spitze der Sachbuch-Bestsellerliste des Magazins "Spiegel". Bis Mai 2008 wurden drei Millionen Exemplare verkauft.

Einblicke in Kerkelings Privatleben

Hape Kerkeling hielt sich mit seinem Privatleben größtenteils zurück. In seiner Autobiografie "Der Junge muss an die frische Luft", die 2014 veröffentlicht wurde, gewährte er jedoch einige Einblicke. Seine Mutter litt unter schwersten Depressionen, verbrachte tagelang schweigend in der Küche und beging letztendlich Suizid. In dem Buch beschreibt der Autor einen kleinen verzweifelten Jungen, der sich bemühte, durch ausgedachte Sketche und Parodien seiner Mutter ein Lächeln zu entlocken. Seinerzeit waren die Späße jedoch vergebens. Dass sich der traumatisierte Junge überhaupt wieder aus dieser seelischen Erstarrung lösen konnte, ist seiner Familie zu verdanken. Im Jahr 2018 wurde die Autobiografie verfilmt.

Unfreiwilliges Outing

Am 10. Dezember 1991 enthüllte der Film-und Theaterregisseur Rosa von Praunheim in einer "Explosiv"-Sendung, dass er und unter anderem Kerkeling schwul sind. In einem Interview mit dem "Spiegel" kommentierte Kerkeling die darauffolgende Aufregung mit den Worten, dass jeder, der sensibler sei als er, wahrscheinlich mit dem Föhn in die Badewanne gestiegen wäre, aber er sehe keinen Sinn darin, dass man am nächsten Tag ohnehin eine andere arme Seele durch den Dreck ziehen würde. Außerdem berichtete er dem "Spiegel", dass er am Abend vor dem Outing mit Praunheim telefoniert hätte, da der Regisseur wissen wollte, ob Kerkeling schwul sei. "Ich habe ihm gesagt, das veröffentliche ich, wenn ich es für richtig halte. Ich hatte ein mulmiges Gefühl. Am Abend darauf rief eine entsetzte Freundin bei mir an: 'Schalt sofort den Fernseher ein, es geht dir an den Kragen'."

Hape und die Liebe

Hape Kerkeling war von 1983 bis 2011 mit seinem Co-Autoren Angelo Colagrossi zusammen. Im Jahr 2016 heiratete er seinen neuen Lebenspartner Dirk Henning, mit dem er zusammen in Bonn lebt.

Hape verabschiedet sich – oder doch nicht?

Am 9. Dezember 2014 gab der Moderator anlässlich seines 50. Geburtstags bekannt, dass er seine Karriere beenden würde. Sein Abschied von der großen Bühne bedeutete jedoch nicht, dass man nichts mehr von ihm hörte. Nach mehrjähriger Pause meldete sich der Komiker zurück. Sein zweites Buch "Pfoten vom Tisch!", in dem er über (seine) Katzen schreibt, veröffentlichte er 2021. Außerdem meldete sich der Komiker im November 2021 mit deiner VOX-Dokureihe "Hape und die 7 Zwergstaaten" zurück.

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