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Starporträt Harald Schmidt

Großzügiger Humor und bei Zeiten ein loses Mundwerk: Entertainer Harald Schmidt gehört zur deutschen Medienlandschaft wie kaum ein anderer.

Steckbrief

  • Vorname Harald Franz
  • Name Schmidt
  • geboren 18.08.1957, Neu-Ulm, Bayern, Deutschland
  • Jahre 65
  • Grösse 1.94 m
  • Partner Ellen Hantzsch (seit 1993)
  • Kinder Robert Hannes (*1994) Nele (*1995) Peter (*1998) Amelie (*2005)

Biografie von Harald Schmidt

Er ist ein Urgestein des deutschen Unterhaltungsfernsehens. Als Komiker, Schauspieler, Moderator und Autor ist Harald Franz Schmidt aus unserer TV-Landschaft nicht mehr wegzudenken. Geboren wurde er 1957 in Neu-Ulm, als Sohn streng katholischer Eltern war seine Kindheit geprägt von kirchlichen Aktivitäten. Schmidt war Pfadfinder und erhielt eine musikalische Ausbildung, dank der er als Organist Gottesdienste in seiner Heimat Nürtingen begleitete.

Anfänge am Theater

1977 absolvierte Harald Schmidt das Abitur. Seinen Zivildienst leistete er entsprechend seiner Erfahrungen im Büro eines katholischen Pfarrers, den er nach einem Jahr beendete, um studieren zu gehen. 1978 zog es Harald Schmidt nach Stuttgart, um an der Staatlichen Hochschule für Musik und Darstellende Kunst einen Abschluss in Schauspiel zu machen. Das Diplom in der Tasche ging er 1981 dann an die Städtische Bühne in Augsburg, wo er drei Jahre lang engagiert war. Danach arbeitete er fünf Jahre am Düsseldorfer Kom(m)ödchen, zeitgleich startete er mit seinen ersten Soloprogrammen, die ihn deutschlandweit Stück für Stück bekannter machten: "Ich hab' schon wieder überzogen" (1985), "Überstehen ist alles" (1988) und "Schmidtgift" (1992).

Harald Schmidt als Moderator

Noch während seinen schauspielerischen Tätigkeiten an den Theaterbühnen startete Harald Schmidt seine Karriere im Fernsehen. Zuallererst moderierte er "MAZ ab!" von 1988 bis 1991 im Ersten und bis 1989 "Hollymünd" beim WDR. Seit den späten Achtzigern ist Harald Schmidt fester Bestandteil des deutschen Fernsehens; es gab nicht ein Jahr, in dem er den Kameras fern blieb.

Die "Harald Schmidt Show"

Am 5. Dezember 1995 läutete Harald Schmidt mit seiner ersten eigenen Late-Night-Show eine neue Ära ein. In der "Harald Schmidt Show" zeigte sich der Entertainer immer mehr von seiner frecheren Seite, die ihm allmählich den Spitznamen "Dirty Harry" bescherte. Er machte sich von nun einen Namen als jemand, der kein Blatt vor den Mund nimmt, vor schwarzem Humor nicht zurückschreckt und selbst vor grenzwertigen Kommentaren, die sexistische oder ausländerfeindliche Züge annehmen, keinen Halt macht. Mehrere Male nahm er dafür Anzeigen und Klagen in Kauf.

Nach einigen Jahren voller Lacher und Ärger setzte der Sender die Kult-Show vorerst ab. Harald Schmidt verließ die ARD und unterschrieb einen neuen Vertrag mit Sat.1, wo er ab 2011 zukünftig die "Harald Schmidt Show" wieder neu aufleben lassen konnte. Die Einschaltquoten waren allerdings unerwartet niedrig, weshalb bereits 2012 wieder Schluss war.

Doch alle guten Dinge sind drei, dachte sich der Pay-TV-Sender Sky und gab der Sendung von 2012 bis 2014 eine weitere Chance. Mittlerweile hatte aber auch Harald Schmidt selbst ein wenig an Hoffnung verloren und gab bekannt, nach dem erneuten Absetzen der Show durch Sky das Moderieren aus Eis zu legen. Die Geschichte zeigt aber, dass eine TV-Legende wie Schmidt nicht so einfach aufhören konnte.

Bekannte Sendungen mit Harald Schmidt:

Schmidteinander (1990-1994)
Verstehen Sie Spaß? (1992-1995)
Die Harald Schmidt Show (1995-2003, 2011-2014)
Harald Schmidt (2004-2007, 2009-2011)
Bambi-Verleihung (2006-2008)
Olympia mit Waldi & Harry (2006, 2008)
Schmidt & Pocher (2007-2009)
Gysi und Schmidt (ab 2017)
Schmidts Daily (2017-2020)
One Mic Stand (ab 2021)

Seine Vergangenheit als Theaterschauspieler ließ ihn auch nicht ganz los. Zwischen 1995 und 2019 tauchte er immer wieder in Filmen und Serien auf, darunter "7 Zwerge – Männer allein im Wald" (2004), "Zettl" (2012), "Burg Schreckenstein" (2016, 2017) oder in Rosamunde Pilcher-Verfilmungen (2016, 2019). Gastrollen hatte er in "Wilsberg" (2002), "Unser Charly" (2008), "Das Traumschiff" (ab 2009) und "SOKO Stuttgart" (2009).

Für den guten Zweck

Harald Schmidt mag für sein zum Teil fieses Mundwerk bekannt sein, doch er zeigte auch schon eine andere Seite. Denn der Entertainer unterstützte bereits verschiedene wohltätige Organisationen. 2006 machte er Werbung für Darmspiegelungen, um Darmkrebs vorzubeugen. Aktiv war er auch im Zentrum gegen Vertreibungen, dem er Geld spendete. Für die Stiftung Deutsche Depressionshilfe setzte sich Harald Schmidt ebenfalls ein.

Es regnet Auszeichnungen

Ob mit oder ohne Negativschlagzeilen – Harald Schmidt ist ein echter Medienprofi und versteht sein Handwerk. Das macht sich bemerkbar in seiner Karriere, aber auch durch all die Preise, die ihm während seiner Laufbahn verliehen wurden. Zum ersten Mal wurde Harald Schmidt zum Besten deutschsprachigen Nachwuchskabarettisten im Jahr 1986 gekürt. Seither folgten Adolf-Grimme-Preise (1992, 1997, 2002), Bambis (1993, 1997), die Goldene Kamera (1994, 2002), der Deutsche Fernsehpreis (2000 und 2001) und diverse andere Auszeichnungen.


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