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Starporträt Heike Makatsch

In den 1990er-Jahren war sie noch das "Girlie der Nation", heute ist sie preisgekrönte Schauspielerin. Als Darstellerin überzeugt Heike Makatsch in vielen Rollen.

Steckbrief

  • Vorname Heike
  • Name Makatsch
  • geboren 13.08.1971, Düsseldorf, Nordrhein-Westfalen / Deutschland
  • Jahre 51
  • Grösse 1.73 m
  • Partner Trystan Pütter (aktuell) Max Schröder (getrennt) Daniel Craig
  • Kinder Tochter (*2007) Tochter (*2009) Tochter (*2015)

Biografie von Heike Makatsch

Eigentlich war eine Schauspielkarriere für die junge Heike Makatsch gar nicht in Planung. Geboren wurde sie am 13. August 1971 in Düsseldorf. Ihre Mutter Eva unterrichtete als Lehrerin an einer Grundschule, ihr Vater Rainer war deutscher Eishockeytorwart. Heike Makatsch wollte ursprünglich Journalistin werden, ihr Soziologie- und Politikstudium brach sie jedoch nach vier Semestern ab und begann eine Ausbildung zur Schneiderin. Auch diese beendete sie vorzeitig, denn eine Umorientierung stand an: Es zog sie zum Fernsehen.

Fernsehjahre als "Girlie der Nation"

Zwar lehnte der Musiksender MTV ihre Bewerbung ab, der deutsche Konkurrent VIVA aber zögerte nicht lange und bot Heike Makatsch 1993 einen Job als Moderatorin und VJane an. Das und ihre Mitarbeit beim TV-Magazin "Bravo TV" machte die quirlige Moderatorin in den von "Girl Power" geprägten 90er-Jahren zum Vorbild für viele Jugendliche, auch die Presse fand Gefallen an ihr. 1995 charakterisierte Publizist Roger Willemsen die damals 24-Jährige: "Emanzipiert, aber doch Frau, sexuell unverklemmt, aber doch Vamp, abgebrüht und ein bisschen rotzig, aber auch verletzlich. "

Start der Schauspielkarriere und ein Flop

1996 nahm Heike Makatschs Karriere eine Wende, als Regisseur Detlev Buck ihr die Rolle der Maren Krummsieg in seiner Knastkomödie "Männerpension" anbot. An der Seite von Til Schweiger und Marie Bäumer begeisterte sie in dem Kassenerfolg als lispelnde Sängerin das Kinopublikum und auch die Kritiker: Für ihre erste Filmrolle wurde ihr direkt der Bayerische Filmpreis als "Beste Nachwuchsschauspielerin“ verliehen. Während ihre Schauspielkarriere Fahrt aufnahm, floppte ein TV-Projekt: Die um ihre Person konzipierte "Heike-Makatsch-Show", die im Spätprogramm auf RTL Zwei ausgestrahlt wurde, wurde 1997 nach nur zwei Monaten wegen schlechter Einschaltquoten wieder abgesetzt. Mit ihrem Ausstieg bei VIVA im gleichen Jahr beendete Heike Makatsch ihre Karriere als TV-Moderatorin, um sich in Folge ganz der Schauspielerei zu widmen.

Vom "Girlie" zur ernstzunehmenden Schauspielerin

Nach ihrem ersten Filmerfolg erarbeitete sich Heike Makatsch einen festen Platz in der deutschen Kinoszene, der ihr "Girlie-Image" in Vergessenheit geraten ließ. Es folgten Rollen in Doris Dörries Episodenfilm "Bin ich schön?" (1998) und dem Kinoerfolg "Aimée & Jaguar" (1999). Hauptrollen übernahm sie in der schwarzen Komödie "Die Häupter meiner Lieben" (1999) oder der Literaturverfilmung "Gripsholm" (2000). Eine Weiche für ihre späteres Leben stellte aber vor allem die Mitwirkung bei der französisch-deutschen Filmproduktion "Obsession" (1997), lernte sie doch bei den Dreharbeiten den späteren "James Bond"-Darsteller Daniel Craig kennen und lieben. Ihm zuliebe zog sie nach London, wo das Paar acht Jahre lang zusammenlebte.

Erste Erfolge in Hollywood und Rückkehr nach Deutschland

Mit dem Umzug nach London nahm auch Heike Makatschs internationale Karriere langsam Fahrt auf. Nach einer Rolle im Science-Fiction-Thriller "Resident Evil" (2002) spielte die Schauspielerin 2003 im internationalen Filmerfolg "Tatsächlich... Liebe" an der Seite von Stars wie Alan Rickman und Hugh Grant und machte sich so auch in Hollywood einen Namen. 2004 zog Heike Makatsch dann zurück nach Deutschland, nachdem sie und Daniel Craig ihre Beziehung beendet hatten.

Heike Makatsch, die preisgekrönte Darstellerin

Obwohl sie selbst ihr Zeit in London als "entspannt" beschrieb, bedeutete das nicht, dass sie ihre Schauspielkarriere in Deutschland vernachlässigte. Ganz im Gegenteil: Heike Makatsch spielte in Anfang der 2000er-Jahre vor allem in großen TV-Produktionen mit, darunter in dem von Regisseur Dieter Wedel produzierten sechsteiligen Fernsehspiel "Die Affäre Semmeling" (2002) oder im zweiteiligen Bergmannsdrama "Das Wunder von Lengede" (2003), gemeinsam mit Schauspielkollegen wie Heino Ferch, Jan Josef Liefers oder Axel Prahl.

In dieser Zeit stieg Heike Makatsch in die erste Riege der deutschen Schauspielerinnen auf, ihre Arbeit vor der Kamera wurde durch zahlreiche Preisen und Auszeichnungen gewürdigt. 2002 gab es für sie die "Goldene Kamera", die Darstellung der Bergmannsfrau Renate Reger in "Das Wunder von Lengede" brachte ihr sowohl den Publikumspreis "Bambi" als auch den Adolf-Grimme-Preis ein. Vielbeachtet war auch ihre Darstellung der Margarethe Steiff im gleichnamigen Biopic (2005), für die sie erneut einen Bambi sowie ihren zweiten Bayerischen Fernsehpreis erhielt. Sogar eine Emmy-Nominierung konnte sie dafür verbuchen.

Familienglück mit Max Schröder

Nachdem die erste Hälfte der 2000er-Jahre von erfolgreichen beruflichen Projekten geprägt war, verschob sich der Fokus der nun Mittdreißigerin allmählich hin zur Familie. Am Set von "Keine Lieder über Liebe" hatte Heike Makatsch den Musiker Max Schröder, Schlagzeuger der deutschen Band Tomte, kennengelernt und es hatte gefunkt. 2007 bekam das Paar eine erste, 2009 die zweite Tochter. Als ihr erstes Kind zur Welt kam, war Heike Makatsch 36 Jahre alt und gerade auf dem Höhepunkt ihrer Schauspiel-Karriere. Diese verfolgte sie parallel weiter, auch wenn es nicht immer einfach war.

In einem Interview mit dem "Redaktionsnetzwerk Deutschland“ " gab sie zu, dass der Beruf der Schauspielerin nicht sehr kompatibel mit einem glücklichen Familienleben sei: " [...] Es ist anstrengend und man muss Prioritäten setzen. [...] Du bist im schlimmsten Fall jeden zweiten Tag woanders, bist über Wochen fern von der Heimat und kannst nur mal am Wochenende völlig übernächtigt nach Hause gondeln, um deine Wäsche zu waschen. " Trotzdem war sie von Anfang an glücklich, sich für ihre Töchter entschieden zu haben: "Kurz gesagt: Es ist ganz, ganz schön", erklärte sie in einem Interview begeistert.

Eine "erfolgreiche Trennung" und heimliches Liebesglück

2014 gab Heike Makatsch die Trennung von Max Schröder bekannt, ganz nüchtern und skandalfrei, so wie sie es immer mit ihrem Privatleben gehalten hat. Pragmatisch hatten beide Elternteile erklärt, oberste Priorität sei es, ihre Kinder gemeinsam zu erziehen. Doch Heike blieb nicht lange alleine: 2015 traf sie ihren Schauspielkollegen Trystan Pütter wieder, den sie 2009 am Set für den Film "Hilde" kennengelernt hatte. Diesmal funkte es zwischen den beiden. Lange hielten sie ihre Beziehung geheim, erst zwei Jahre später hatten sie ihren ersten gemeinsamen öffentlichen Auftritt auf dem roten Teppich der "Berlinale". Dabei kam schon 2015 ihre gemeinsame Tochter auf die Welt – für Heike das dritte Mädchen.

Tatort-Kommissarin

Mit drei Töchtern müssen Familien- und Berufsalltag gut geplant werden. Daher wählt Heike Makatsch ihre Filmprojekte mittlerweile sorgfältig aus. So wir ihre Rolle als "Tatort"-Kommissarin Ellen Berlinger, die 2016 das erste Mal in Freiburg im Breisgau ermittelte. Ursprünglich als einzelne Event-Folge geplant, wurde für Heike alias Kommissarin Berlinger doch eine Reihe daraus, bis jetzt gibt es vier Folgen. Zwar ist sie dann auch für Dreharbeiten unterwegs, die Drehzeiten sind aber überschaubar. Im Interview mit "Redaktionsnetzwerk Deutschland" gab sie auf die Frage, ob sie es möge, ständig unterwegs zu sein, zu: "Ich liebe meinen Job, würde aber am liebsten jeden Tag in Berlin drehen. "

Wir hoffen natürlich, dass Heike Makatsch uns trotzdem als Schauspielerin noch lange erhalten bleibt und freuen uns auf die nächsten Filmprojekte mit ihr.

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