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Starporträt Horst Lichter

Horst Lichter ist bekannt aus diversen Kochsendungen sowie der Antiquitäts-Show "Bares für Rares" – aber auch für seinen ausgefallenen Schnurrbart.

Steckbrief

  • Vorname Wilhelm Horst
  • Name Lichter
  • geboren 15.01.1962, Nettesheim / Nordrhein-Westfalen
  • Jahre 61
  • Partner Nada Lichter
  • Kinder Christopher (*1985) Janina (*1989)

Biografie von Horst Lichter

Horst Lichter wurde 1962 in Nettesheim im schönen Rheinland geboren. Seine ruhige rheinische Art ist dem Allround-Entertainer buchstäblich ins Gesicht geschrieben: Sein markantes Markenzeichen ein sogenannter "Kaiser-Wilhelm-Bart", dessen Spitzen prachtvoll aufgezwirbelt sind, lässt ihn im positiven Sinne retro und dennoch klassisch zeitlos wirken. Jeder kennt Lichter und seinen Bart. Die deutsche Fernsehlandschaft erscheint schon fast unvorstellbar ohne Horst. Doch wie hat es ein Koch aus dem Rheinland an die Spitze des deutschen Unterhaltungsfernsehen geschafft?

Eins schon mal vorweg: Lichter ist ein echtes Multitalent. Schon als 14-Jähriger begann er eine Ausbildung zum Koch im Posthotel- und Restaurant Bergheim. Es folgten mehrere Stationen in Köln und Mönchengladbach, wo er als Jungkoch arbeitete. Abgeschreckt vom Umgangston in großen, gewerblichen Küchen und dem starken Fokus auf Gewinnmaximierung wandte sich der junge Lichter aber erst einmal wieder vom Kochdienst ab. Seinem Vater nachfolgend sollte sein nächstes Kapitel von einer Brikettfabrik, eine Anlage, in der Kohle veredelt wird, geprägt sein.

Ein dunkles Kapitel in jungen Jahren

Schon im Alter von 19 heiratete der junge Horst Lichter und geriet kurz darauf durch einen Grundstückskauf in Geldnot. Neben seiner Arbeit in der Kohlefabrik arbeitete er noch auf einem Schrottplatz. Schnell konnte der heutige Entertainer dem hohen physischen und psychischen Druck nicht mehr standhalten. Die Folge: Im Alter von 26 Jahren erlitt er einen ersten Schlaganfall, im Alter von 28 den zweiten und – es kam noch schlimmer – einen Herzinfarkt. Dass er an seiner Lebenssituation grundlegend etwas verändern musste, wurde ihm in mehreren Reha-Aufenthalten bewusst. Wie man heute weiß, ist ihm das auf jeden Fall gelungen. Lichter konnte dieses dunkle Kapitel zum Positiven wenden.

Die Wende zum Glück

1990 machte Horst Lichter sein Hobby zum Beruf. Seine Sammlerleidenschaft prägte seine kommenden Lebensjahre – er eröffnete seine "Oldiethek". Eine ehemalige Autowerkstatt wurde zu Lichters Gasthaus umgewandelt, worin zahlreiche Oldtimer, Motorräder, anderweitige Antiquitäten und Trödel zu finden waren. Lichter kochte selbst, aber ohne Speisekarte. Den Gästen wurden ein paar Gerichte empfohlen, aus denen sie spontan auswählen konnten, die kurz darauf frisch am Kohleofen zubereitet wurden. Die "Oldiethek" scheint ein nostalgischer Spiegel Lichters Vergangenheit zu sein.
Der Koch wurde allerdings immer beliebter als Fernsehkoch, weswegen die Gaststätte 2010 geschlossen wurde.

Horst Lichters Anfänge als Fernsehkoch

Wie kam es eigentlich dazu, dass ein Kohlearbeiter mit Kochausbildung im deutschen Fernsehprogramm landete?
Der WDR drehte einen kurzen Beitrag über Lichters Gaststätte, wodurch das Fernsehen erstmals auf die charismatische Persönlichkeit mit dem ausgefallenen Bart aufmerksam wurde. Schon bald hatte er Auftritte in Johannes B. Kerners Kochshow, sowie "Lanz kocht!" in der Tasche. 2006 dann seine erste eigene Sendung zusammen mit Johann Lafer. Mit "Lafer! Lichter! Lecker!" landete das Kochduo einen Erfolg, der bis 2017 anhalten sollte.
Horst Lichter wurde schnell ein fester Bestandteil deutscher Kochsendungen wie "Die Küchenschlacht", "Aber bitte mit Sahne", oder "Topfgeldjäger" mit Steffen Henssler, sowie "Lichters Schnitzeljagd".

Von der Oldiethek zu "Bares für Rares"

Dass Lichter ein Faible für alte Sachen hat, ist spätestens seit der Eröffnung seiner "Oldiethek" bekannt. Wer könnte also ein besserer Moderator für eine Antiquitäten-Show sein als Horst Lichter? Das dachte sich 2013 auch das ZDF, als sie Lichter zum Gastgeber der Sendereihe "Bares für Rares" machten. Die Show gilt als erfolgreichste "Day-Time", also Nachmittags-Show des ZDF, teilweise mit mehr als drei Millionen Zuschauer:innen.
Mittlerweile hat Horst Lichter angekündigt,  dass mit "Bares für Rares" spätestens mit 70 Schluss sein soll. Seit 2017 geht er auch anderen Fernsehprojekten nach, die mit dem Thema Reisen in Verbindung stehen. "Horst Lichter sucht das Glück" (2017) wurde 2021 von "Horst Lichters Traumrouten" abgelöst. In der letzten Staffel unternimmt er zusammen mit Kai Wiesinger eine pitoreske Reise durch die Alpen. Dort trifft Lichter Menschen, die tief mit ihrer Heimat verwurzelt sind und beispielsweise traditionelles Handwerk beherrschen, wie einen Lederhosenschneider, oder einen "Lüftlmaler". Und wer es schon erraten hat: Deftige Schmankerl dürfen in der Sendung natürlich nicht fehlen und so reisen die beiden auch kulinarisch zwischen den Alpendörfern. Ob der ehemalige Koch so seine Rente einläutet? Er hätte es sich auf alle Fälle verdient.

Multitalent Horst Lichter als Buchautor

Moderator, Koch, Entertainer, Kohlefabrikarbeiter: Und wenn das noch nicht genügend Talente sind, kommt hier noch ein weiteres hinzu: Lichters Tätigkeiten als Autor. Im Laufe seines Lebens hat Lichter schon mehr als zehn Bücher geschrieben. Diese reichen vom klassischen Kochbuch bis hin zu nachdenklichen Geschichten bzw. Lebensratgebern wie zum Beispiel "Hier bin ich Mensch", "Lichters Geschichten von tausendundeinem Leben", "Ich bin dann mal still – meine Suche nach Ruhe in mir" oder "Keine Zeit für Arschlöcher". Der letztere Titel, eine Autobiografie Lichters, wurde verfilmt und im deutschen Fernsehen ausgestrahlt. Lichter fühlte sich sichtlich geehrt und kommentierte gegenüber der Bild, dass er sich niemals selbst gespielt hätte. "Da wäre der ganze Film nicht mehr glaubhaft. Schauspieler ist ein gelernter Beruf. Ich kann Blödsinn machen, aber nicht schauspielern. Nicht jeder, der mit einer Gitarre fünf Leute am Lagerfeuer unterhalten kann, gibt ein Konzert."

Lebensrezept

Im Film bzw. Roman gibt uns Horst Lichter eine wichtige Lebensweisheit auf den Weg. Der Titel "Keine Zeit für Arschlöcher" klingt erst plump, verrät aber im übertragenen Sinne die Lebensphilosophie des sympathischen Bartträgers, welche er in einem Interview mit der Bild so formulierte: "Gib das, was du gerne hättest. Höflichkeit, Freundlichkeit und Respekt möchte jeder Mensch. Erst dann hat man das Recht, es einzufordern. Wenn man das als Lebensgrundlage hat, kann nicht viel schiefgehen."

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