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Starporträt Joe Biden

Trotz zwei gescheiteter Kandidaturen und zwei schweren Schicksalsschlägen hat Joe Biden sein Ziel vor Augen nie verloren. 2021 wurde er US-Präsident.

Steckbrief

  • Vorname Joseph
  • Name Robinette Biden Jr.
  • Titel 46. US-Präsident
  • geboren 20.11.1942, Scranton, Pennsylvania, USA
  • Jahre 79
  • Partner Jill Biden (verheiratet seit 1977) Neila Hunter (1966-1972)
  • Kinder Ashley Biden (*1981) Naomi Biden Hunter Biden (*1970) Beau Biden

Biografie von Joe Biden

Joseph "Joe" Robinette Biden Jr. kam im Herbst 1942 im US-Bundesstaat Pensylvania als Sohn des Gebrauchtwagenhändlers Joe Robinette Biden Sr. und seiner Frau Jean Finnegan auf die Welt. Seine Kindheit verbrachte er mit seinen zwei Brüdern und einer Schwester im Rust Belt, die älteste und größte Industrieregion der Vereinigten Staaten. Als Jugendlicher zog er mit seiner Familie nach Delaware. Dort studiere er nach dem Schulabschluss Politikwissenschaft und Geschichte. Daraufhin studierte er Rechtswissenschaften am College of Law der "Syracuse University" in New York und schloss das Studium als Juris Doctor ab. 

Joe Bidens rasanter Aufstieg 

Ende der 1960er Jahre erhielt Joe Biden seineZulassung als Rechtsanwalt und begann zu praktizieren. Gleichzeitig fing er auch an politisch aktiv zu werden, da die Inhaber der Anwaltskanzleien, in denen er arbeitete, jeweils aktive Lokalpolitiker waren. Seine größte Motivation, die Politik selbst in die Hand zu nehmen, zog er jedoch aus der Einführung von John F. Kennedy ins Amt des Präsidenten der Vereinigten Staaten. 

Der junge Anwalt wurde Mitglied der Demokratischen Partei und wurde 1970 Stadtrat im New Castle County Council. Nur zwei Jahre später, bewarb er sich um einen Sitz im Senat in Delaware und es geschah das unerwartete: Joe Biden setzte sich gegen den beliebten Amtsinhaber J. Caleb Boggs durch und wurde somit zum fünfjüngsten US-Senator in der Geschichte der Vereinigen Staaten – was für ein Erfolg für den jungen Politiker!

Zwei gescheiterte Kandidaturen 

Bevor Joe Biden 2021 offiziell ins Amt des mächtigsten Mannes der Welt eingeführt wurde, scheiterte er zweimal auf dem Weg dorthin. Zum ersten Mal kandidierte er 1988 für die US-Präsidentschaftswahl, stieg jedoch bereits nach sechs Wochen aus, weil herauskam, dass er seine Wahlkampfrede gestohlen hatte.

Seinen zweiten Versuch startete er 20 Jahre später bei der Präsidentschaftswahl 2008. Bereits ab Ende 2004 galt er als potenzieller Kandidat der Demokraten und gab im Januar 2007 bekannt, dass er sich bewerben werde. Es zeichnete sich jedoch bereits im Vorwahlprozess ab, dass er nicht genügend Stimmen ergattern würde und so erklärte er im Januar 2008 seinen Ausstieg aus dem Rennen um die Präsidentschaft. 

Um eine Vizekandidatur wollte sich der Politiker nicht aktiv bemühen, gab aber bekannt, dass er diese annehmen würde, falls sie ihm angeboten würde. Und so erklärte Barack Obama am 23. August 2008 Joe Biden als seinen Kandidaten für die Vizepräsidentschaft. Am 04. November 2008 gingen Obama und Biden als Sieger aus der Präsidentschaftswahl hervor. Joe Biden war bis 2017 Vizepräsident. 

Vom Vizepräsidenten zum 46. US-Präsident

Nach zwei gescheiterten Versuchen gab der Politiker im Frühjahr 2019 zum dritten Mal seine Kandidatur für die Präsidentschaftswahl bekannt und setzte sich in einer spannenden Wahl gegen seinen republikanischen Konkurrenten Donald Trump durch. In der Wahl vom 3.November 2020 schlug Biden Trump mit 51,3 Prozent der Stimmen und 306 gegen 232 Wahlleute. Zusammen mit seiner Vizepräsidentin Kamala Harris wurde er dann im Januar 2021 offiziell ins Amt eingeführt. Was für ein Aufstieg! 

Joe Biden und Barack Obama – die ultimative Freundschaft

Die Beziehung zwischen Barack Obama und Joe Biden hat sich von einer politischen Partnerschaft, die darauf abzielte, weiße Wähler aus der Arbeiterklasse zu gewinnen, zu einer schnellen und echten Freundschaft entwickelt. Vielleicht liegt es daran, dass beide ein charismatisches Lächeln haben oder dass sie sich nicht scheuen zu zeigen, wie sehr sie einander offensichtlich schätzen, aber trotz all ihrer Schwächen scheinen Biden und Obama in der Gegenwart des anderen wirklich zu strahlen. Die unzähligen Bilder der beiden können diese Freundschaft nur bestätigen! 

Zwei tragische Schicksalsschläge

1972 erlebte Joe Biden einen schicksalhaften Winter. Der damals aufstrebende junge Politiker lebte ein glückliches Familienleben mit seiner College-Liebe Nelia Hunter, die er 1966 heiratete. Gemeinsam hatten sie zwei Söhne, Beau und Hunter sowie Tochter Naomi. Kurz vor Weihnachten ereignete sich die Tragödie – Nelia war mit den Kindern im Auto unterwegs, als die Familie in einen schweren Unfall geriet. Seine Tochter Naomi und seine große Liebe Nelia verstarben am Unfallort, seine beiden Söhne überlebten schwer verletzt. Seinen Eid für den US-Senat leget er 1973 an deren Krankenbett ab. Obwohl Biden nach außen hin stark wirkte, geriet der römisch-katholisch erzogene Trauernde dadurch in eine tiefe Glaubenskrise.

Im Jahr 2015 ereilte dem damaligen Vizepräsidenten der nächste schwere Schicksalsschlag. Sein Sohn Beau starb am 30. Mai 2015 an einem Gehirntumor. Joe Biden besann sich in diesen Situationen immer auf seinen Vater, den Biden als unerschütterlichen Optimisten beschreibt. 

Eine neue Liebe für Joe Biden 

Die Zeit nach dem Unfall seiner ersten Frau war alles andere als einfach für den Politiker und es dauerte, bis er es schaffte, die tiefe Trauer zu überwinden und sich auf seine Söhne und politische Laufbahn zu konzentrieren. Nachdem etwas Zeit vergangen war, arrangierte Bidens Bruder ein Blind Date für ihn und so lernte Joe seine zweite Ehefrau Jill Tracy Jacobs kennen. 1977 heiratete das Paar in New York und bekamen vier Jahre später die gemeinsame Tochter Ashley. 


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