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Starporträt Karl Lauterbach

Er ist ein Profi in Sachen Gesundheit und Politik: Gesundheitsminister Karl Lauterbach kann auf eine beeindruckende Laufbahn zurückblicken.

Steckbrief

  • Vorname Karl Wilhelm
  • Name Lauterbach
  • Titel Prof. Dr.
  • geboren 21.02.1963, Düren, Deutschland
  • Jahre 59
  • Partner Ulrike Winkelmann (getrennt) Angela Spelsberg (1996-2010)
  • Kinder 5

Biografie von Karl Lauterbach

Karl Lauterbach begann seine Karriere als Wissenschaftler und arbeitete schon früh darauf hin, seine Leidenschaft zum Beruf zu machen – in seinem Fall sind es sogar zwei, denn er begeistert sich für Gesundheit und Politik gleichermaßen.er brauchte viel Fleiß und hat einen langen Weg hinter sich, um dort zu stehen, wo er heute ist.

Von der Hauptschule zum Doktortitel

Angefangen hatte alles im Stadtteil Birkesdorf im nordrhein-westfälischen Düren. Dort erblickte Karl Lauterbach als Sohn von Wilhelm Lauterbach, einem Molkereiarbeiter, und seiner Mutter Gertrud 1963 das Licht der Welt. In der Grundschule in Niederzier war der kleine Karl ein guter Schüler; trotzdem bekam er von seinen Lehrern bloß die Hauptschulempfehlung. Dort fiel schnell auf, dass das nicht die richtige Lernumgebung für ihn war und er wechselte zunächst auf die Realschule, dann aufs Gymnasium.

1982 machte Karl Lauterbach sein Abitur und begann noch im selben Jahr, Humanmedizin an der RWTH in Aachen zu studieren. An der University of Arizona in Tucson und der University of Texas at San Antonio führte er das Studium fort, ehe er 1989 in Deutschland sein medizinisches Staatsexamen bestand. Er ging jedoch wieder zurück nach Amerika und begann noch im Jahr 1989 einen Masterstudiengang an der renommierten Harvard-Universität. Dort erhielt er 1990 den Master of Public Health in den Fächern Epidemiologie sowie Health Policy and Management, 1992 legte er noch einen Master of Science in Health Policy and Management nach. Zwischen den beiden Masterabschlüssen promovierte Lauterbach 1991 an der Heinrich-Heine-Universität in Düsseldorf zum Dr. med.

In den 1990ern forschte und lehrte Karl Lauterbach ein paar weitere Jahre an der Harvard Medical School; 1995 erhielt er den Titel des Scientiæ Doctor. Von da an hätte er eine beachtliche Arztkarriere hinlegen können, doch er ging einen (etwas) anderen Weg.

Lauterbach wird Professor

Von Harvard ging es zunächst zurück ins heimische Nordrhein-Westfalen. Dort wurde Lauterbach 1996 von der Universität in Köln angeboten, ein neues Institut zu gründen. Das Institut für Gesundheitsökonomie, Medizin und Gesellschaft öffnete unter nun Prof. Dr. Lauterbach seine Türen im Februar 1997, wurde im Jahr darauf umbenannt in Institut für Gesundheitsökonomie und Klinische Epidemiologie und ab 1998 offiziell von Lauterbach geleitet. Eine weitere Professur erhielt Lauterbach im Jahr 2008 von der Harvard School of Public Health, wo er noch jahrelang lehrte und Vorlesungen zur Gesundheitspolitik hielt.

In seinem Amt als Direktor kam er vermehrt mit den politischen Seiten seines Faches in Berührung. Von 1999 bis 2005 war er Mitglied des "Sachverständigenrates zur Begutachtung der Entwicklung im Gesundheitswesen", das Politiker bei ihrer Arbeit mit wissenschaftlichem Ratschlag zur Seite stand. 2003 saß er außerdem in der "Kommission zur Untersuchung der Nachhaltigkeit in der Finanzierung der Sozialen Sicherungssysteme".

Vom Hörsaal in die Politik

Karl Lauterbach ist seit 2001 Mitglied bei der SPD. Die Arbeit in der Medizin und als Institutsleiter der Uni Köln war ihm zu unpolitisch, weshalb er sich ab 2005 in den Bundestag wählen ließ. Wegen seines Mandats im Wahlkreis Leverkusen – Köln IV ist er an der Uni Köln seither beurlaubt.

Während der Legislaturperiode von 2009 bis 2013 war er Sprecher der Arbeitsgruppe Gesundheit der SPD, 2013 schaffte er es in das Kompetenzteam von Peer Steinbrück. Von 2013 an fungierte er sechs Jahre lang als stellvertretender Vorsitzender der SPD-Bundestagsfraktion, wo er für Gesundheit, Bildung, Forschung und für Petitionen verantwortlich war.

Nach dieser Tätigkeit versuchte Karl Lauterbach sein Glück als Vorsitzender seiner Partei. Im Team mit Nina Scheer reichte es aber nur für Platz 4; am Ende konnten Saskia Esken und Norbert Walter-Borjans die Wahlen für sich entscheiden. Nach den Bundestagswahlen im Herbst 2021, bei denen die SPD zusammen mit der FDP und den Grünen die Ampel-Koalition bildete, wurde Karl Lauterbach unter Bundeskanzler Olaf Scholz zum Gesundheitsminister ernannt.

Lauterbach in der Corona-Pandemie

Als im Winter 2019 das Coronavirus die Welt erschütterte, konnte fast niemand auf die Expertise des hochgebildeten Epidemiologen verzichten. Neben prominenten Experten wie dem Virologen Christian Drosten war es vor allem Karl Lauterbach, der während der Pandemie informierte, diskutierte und kaum einen öffentlichen Auftritt ausließ, um Deutschland durch die Krise zu helfen. Er trat als mit Abstand häufigster Gast in diversen Talkshows auf, darunter "Hart aber fair", bei "Markus Lanz" oder bei Nachrichten von "Welt", "n-tv" und der "Tagesschau".

Karl Lauterbach war einer der Ersten, die vor einer zweiten Virus-Welle warnten, sollten entsprechende Regeln nicht beachtet werden. Er sprach sich von Beginn an für Lockdowns und Kontaktbeschränkungen aus und versuchte, das Impfgeschehen zu beschleunigen. Gleichzeitig teilte er auf Twitter regelmäßig Informationen zur Pandemie. Größtenteils wurden Lauterbachs Auftritte und Meinungen von Zuschauern oder seinen Followern als positiv empfunden, nur selten kam es vor, dass man ihn kritisierte oder in Frage stellte. So im Herbst 2021, als er online behauptete, Corona-Genesene würden schneller altern.

Lauterbachs Familienleben

Als Forscher und Politiker hat Karl Lauterbach alle Hände voll zu tun, doch es bleibt auch Zeit für die Familie. 1996 heiratete er Angela Spelsberg, die ihrerseits selbst Epidemiologin ist und mit der er vier Kinder hat. 2004 trennte sich das Paar, 2010 folgte die Scheidung. Mit der Berliner Journalistin Ulrike Winkelmann hat Karl Lauterbach ebenfalls ein Kind. Über seine fünf Sprösslinge ist nicht viel bekannt, man weiß lediglich, dass eine Tochter Jura studiert.


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