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Starporträt Maria Furtwängler

Maria Furtwängler ist aus der deutschen Fernsehszene nicht wegzudenken. Für ihre Rolle als "Tatort"-Kommissarin Charlotte Lindholm wurde sie vielfach ausgezeichnet.

Steckbrief

  • Vorname Maria
  • Name Furtwängler-Burda, geb. Furtwängler
  • geboren 13.09.1966, München, Bayern / Deutschland
  • Jahre 56
  • Grösse 1.72 m
  • Partner Hubert Burda (verheiratet)
  • Kinder Elisabeth (*1992) Jakob (*1990)

Biografie von Maria Furtwängler

Dem deutschen Fernsehpublikum ist Maria Furtwängler längst ein Begriff. Vor allem kennt man die blonde Schauspielerin als langjährige Tatort-Ermittlerin Charlotte Lindholm. Doch Maria Furtwängler kann mehr als nur schauspielern: Als promovierte Ärztin setzt sie sich seit Jahrzehnten gegen Diskriminierung, Krankheit und Gewalt an Frauen ein.

Kindheit in der Künstler-Familie

Maria Furtwängler kam am 13. September 1966 als Tochter von Kathrin Ackermann und Bernhard Furtwängler in München zur Welt. Während ihr Vater als Architekt arbeitete, war ihre Mutter am Bayrischen Staatschauspiel engagiert. Auch im weiteren Familienkreis war Maria von Künstlern umgeben. Ihr Großonkel Wilhelm Furtwängler gilt als einer der bedeutendsten Dirigenten des 20. Jahrhunderts und war als Komponist tätig, ihr Onkel Florian Furtwängler war Filmregisseur. Bereits mit acht Jahren war sie mit einer Kinderrolle in dessen Melodrama "Zum Abschied Chrysanthemen" erstmals im Fernsehen zu sehen.

Gemeinsam mit ihren zwei älteren Brüdern David und Felix wuchs Maria Furtwängler in München auf und besuchte eine französische Schule. Zwölf Jahre nach ihrer Geburt trennten sich ihre Eltern. Schon in ihrer Kindheit erhielt Maria von ihrer Mutter Schauspielunterricht und begleitete sie oft ins Theater.

Frühe Liebe und ein ungewöhnlicher Berufswunsch

Mit 19 Jahren lernte Maria Furtwängler auf einer Party den 25 Jahre älteren Medien-Milliardär Hubert Burda kennen. Entgegen den Erwartungen vieler hielt die Beziehung des vermeintlich ungleichen Paares, fünf Jahre später bekamen sie ihr erstes gemeinsames Kind, Sohn Jacob. Die Hochzeit fand 1991 statt; im Jahr darauf kam Tochter Elisabeth zur Welt. Im August 2022 verkündeten die beiden nach über 30 Ehejahren die einvernehmliche Trennung.

Trotz ihrer frühen schauspielerischen Erfahrung führte Maria Furtwänglers Weg nicht direkt vor die Kamera. Dazu trug wohl vor allem ihre Mutter bei, die ihr Kind zu einem Medizinstudium ermutigte. Dieses begann Maria Furtwängler nach dem Abitur im südfranzösischen Montpellier und schloss es 1996 mit der Promotion an der Technischen Universität München ab.

Doch ganz ohne Schauspielerei ging es dann doch nicht: Schon während des Studiums stand sie als Tochter Katja in der ARD-Vorabendserie "Die glückliche Familie" vor der Kamera – unter anderem auch gemeinsam mit ihrer Mutter. Mit diesem Engagement finanzierte sie ihr Studium.

Dennoch führte Maria Furtwänglers Weg von der Uni zunächst in den medizinischen Bereich. In München arbeitete sie eine Zeitlang als Internistin. Doch ihre Leidenschaft für die Schauspielerei überwog und so entschied sie sich schließlich, den Beruf der Ärztin aufzugeben, um sich fortan ganz dem Fernsehen zu widmen.

Erfolge vor der Kamera

Schon damals war Maria Furtwängler durch ihre Mitwirkung in der ARD-Serie der deutschen Fernseh-Szene bekannt. Weitere Rollen in Filmen wie "Das Haus an der Küste" und "Herzflimmern" trugen zu ihrem Erfolg bei. In den 1990er-Jahren war sie in einer Vielzahl an TV-Produktionen zu sehen und spielte in Komödien, Melodramen und Krimiserien. Nach etlichen kleinen Auftritten in TV-Serien wie "Siska", "Der Alte" und "Hallo, Onkel Doc" bekam sie Hauptrollen an der Seite von Walter Sittler, Peter Sattmann und weiteren bekannten Schauspielern. 2002 übernahm sie die Rolle der Kommissarin Charlotte Lindholm im niedersächsischen "Tatort" und erzielte gleich mit der ersten Folge "Lastrumer Mischung" große Erfolge.

Ihre erfolgreiche Arbeit vor der Kamera wurde mit zahlreichen Preisen gewürdigt. So erhielt sie 2002 den Jupiter für ihre erste Folge als "Tatort"-Kommissarin. Es folgten weitere Jupiter-Preise, eine Goldene Henne, der Deutsche Fernsehpreis und die Goldene Kamera.

Großes Engagement

Maria Furtwängler ist in mehreren Organisationen für soziale und wohltätige Zwecke aktiv. So setzte sie sich unter anderem als Mitglied im Stiftungsrat der Felix-Burda-Stiftung für die Darmkrebsprävention ein und war Botschafterin der One-Kampagne für Kindergesundheit. Zudem fungiert sie seit 1998 als Kuratoriumspräsidentin der Hilfsorganisation "German Doctors". Trotz ihrer Schauspiel-Karriere reiste sie mehrfach in Entwicklungsländer und unterstützte unter anderem Projekte in Nairobi und Kalkutta.

Gemeinsam mit ihrer Tochter Elisabeth gründete Maria Furtwängler 2011 auf den Philippinen das MaLisa Home für Mädchen, die Opfer von Zwangsprostitution und Menschenhandel wurden. Fünf Jahre später wurde die MaLisa Stiftung gegründet, die sich für das Ende von Gewalt gegen Mädchen und Frauen einsetzt. Für ihr Engagement erhielt Maria Furtwängler bereits 2003 das Bundesverdienstkreuz, dem 2007 der Bayrische Verdienstorden und 2022 die Verdienstmedaille des Landes Baden-Württemberg folgten.

Darüber hinaus setzt sich Maria Furtwängler aktiv für die Darstellung von Frauen im Fernsehen ein. So kritisierte sie, dass Frauen im Fernsehen unterrepräsentiert seien und diskriminiert würden. 2017 gab sie gemeinsam mit der MaLisa-Stiftung an der Universität Rostock eine Studie zur Repräsentation von Frauen in Film und Fernsehen in Auftrag. Auch die Gleichberechtigung am Arbeitsplatz war ihr stets ein großes Anliegen. Als Schirmherrin der Konferenz "Digital Life Design Women" engagierte sie sich für mehr weibliche Führungskräfte. Zudem unterstützte sie 2020 die Kampagne #ichwill für eine bessere Frauenquote in Unternehmen.

Maria Furtwängler vor und hinter der Kamera

Neben ihrer Rolle als Tatort-Kommissarin war Maria Furtwängler in vielen weiteren TV-Produktionen zu sehen. So spielte sie unter anderem im ARD-Zweiteiler "Die Flucht" von 2007 und in dem ZDF-Zweiteiler "Schicksalsjahre". 2008 war sie in ihrem ersten Kinofilm "Räuber Kneißl" als Räubermutter Theresia Kneißl zu sehen. Große Erfolge erzielte sie außerdem 2015 mit dem Kinofilm "Das Wetter in geschlossenen Räumen" von Isabelle Stever. Auch auf der Theaterbühne konnte sie überzeugen, als sie ein Jahr später am Berliner Theater am Kurfürstendamm in "Alles muss glänzen" die Hauptrolle spielte.

2021 gab sie mit der "Tatort"-Folge "Alles kommt zurück" auch ihr Debüt als Produzentin. Zuvor hatte sie bereits an mehreren Drehbüchern mitgearbeitet. Unter der Leitung der von ihr gegründeten Produktionsfirma Atalante Film entstanden seither zwei weitere Miniserien.

Dass sie auch singen kann, zeigte Maria Furtwängler zudem 2018 bei einem Gastauftritt auf Udo Lindenbergs Album "Live vom Atlantik – MTV Unplugged 2". Eine weitere Zusammenarbeit mit dem Rockmusiker kam 2021 zustande, als Udo Lindenberg in der von Maria Furtwängler produzierten "Tatort"-Folge sich selbst spielte.

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