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Starporträt Olaf Scholz

Olaf Scholz kann auf eine beachtliche Karriere in der Politik zurückblicken, doch als Bundeskanzler steht ihm auch noch einiges bevor.

Steckbrief

  • Vorname Olaf
  • Name Scholz, geboren als Scholz
  • geboren 14.06.1958, Osnabrück, Niedersachsen
  • Jahre 64
  • Partner Britta Ernst (verheiratet seit 1998)

Biografie von Olaf Scholz

Olaf Scholz wuchs im niedersächsischen Osnabrück mit seinen zwei Brüdern Jens und Ingo auf. Sein Großvater war Eisenbahner. Mit seiner Mutter Christel Scholz und seinem Vater Gerhard Scholz, der in der Textilbranche arbeitete, wuchs Olaf Scholz in Hamburg auf, wo er nach eigenen Worten eine schöne Kindheit verbrachte. Er besuchte die Grundschule Großlohering, ging anschließend aufs Gymnasium Am Heegen und machte 1977 sein Abitur.

Nach der Schule entschloss sich Olaf Scholz für ein Jurastudium anstatt Wehrdienst zu leisten. Er ging von 1978 bis 1984 an die Hamburger Uni, bevor er seinen Zivildienst in einem Altenheim absolvierte und arbeitete seit 1985 als Rechtsanwalt.

Nach seiner Zulassung zum Anwalt arbeitete Olaf Scholz in der Kanzlei Zimmermann, Scholz und Partner in Hamburg, wo er etwa 14 Jahre lang blieb und sich vorrangig arbeitsrechtlichen Fällen widmete. Von 1990 bis 1998 war er auch als Syndikus des Zentralverbands deutscher Konsumgenossenschaften tätig.

Erste Schritte in der Politik

Sein Interesse für politische Arbeit entdeckte Olaf Scholz jedoch nicht erst als Anwalt: Schon in der Schule wurde er zum Schulsprecher gewählt, mit 17 Jahren trat er der SPD bei. Ein besonderes Gespür für soziale Gerechtigkeit habe ihn schon immer begleitet, sagt er über sich selbst. Ab 1982 übernahm Olaf Scholz bei den Jusos sechs Jahre lang die Rolle des stellvertretenden Bundesvorsitzenden, 1987 bis 1989 war er Vizepräsident der "International Union of Socialist Youth".

In den 1980er Jahren reiste Scholz mehrere Male in die DDR, um Gespräche mit SED-Politikern zu führen, Reden zu halten und sich politisch zu engagieren.

Karriere in der SPD

Nach der Wende fokussierte Olaf Scholz sich ganz auf seine politische Karriere in der SPD. Ab 1994 war er Vorsitzender des Kreisverbands Altona, von 2000 bis 2004 und von 2009 bis 2018 Vorsitzender der SPD Hamburg. Zudem war Scholz ab 2002 zwei Jahre lang Generalsekretär seiner Partei.

2009 wurde Olaf Scholz zum ersten Mal zum stellvertretenden Bundesvorsitzenden gewählt. Von da an erhielt er alle zwei Jahre bis zuletzt 2017 immer wieder die Mehrheit der Stimmen und behielt sein Amt bei. 2019 hatten die Stimmen für ihn dann schließlich nicht mehr gereicht.

Nachdem er 2018 kurzzeitig kommissarisch den Parteivorsitz übernahm, kandidierte er gemeinsam mit Klara Geywitz für den Parteivorsitz. Das Team verlor gegen Saskia Esken und Norbert Walter-Borjans, die 45,3 Prozent der Stimmen erhielten.

Olaf Scholz wird Bürgermeister

Den Menschen nah sein, das war schon immer sein Anliegen. Also stieg Olaf Scholz ein in das Rennen um den Sitz des Bürgermeisters von Hamburg, in das er 2011 eintrat. Von insgesamt 118 abgegebenen Stimmen erhielt Scholz 62, und da ein SPD-Mann bei der Abstimmung fehlte, hat ganz eindeutig ein Mitglied der Opposition sein Kreuzchen für Scholz gesetzt. Bis 2018 bekleidete Scholz dieses Amt.

Und er wäre nicht Olaf Scholz, der ehemalige Arbeitsrechtler und Bundesminister für Arbeit, wenn er sich nicht auch als Erster Bürgermeister für Arbeitsplätze eingesetzt hätte. Denn dem Logistikunternehmen Hapag-Lloyd, das seinen Sitz ebenfalls in der Hafenstadt hat, drohte das Aus und 20.000 Jobs standen damit auf der Kippe. Olaf Scholz erreichte mit seinem Wirken einen Ankauf durch die Stadt Hamburg für 420 Millionen Euro und rettete so die Existenz vieler Menschen.

Wichtig war ihm auch, in der boomenden Stadt neuen Wohnraum zu schaffen. Von 2011 bis 2014 sollten jährlich 6000 bezahlbare Wohnungen gebaut werden – dieses Ziel wurde aber schon ein ganzes Jahr früher erreicht, was recht untypisch für solche Projekte ist.

Olaf Scholz im Bundestag

Seit Ende der 1990er war Olaf Scholz bis 2011 Abgeordneter im Deutschen Bundestag. 2005 wurde er zum Ersten Parlamentarischen Geschäftsführer der SPD-Bundestagsfraktion gewählt. Im selben Jahr erhielt er bei den Bundestagswahlen 45,9 Prozent der Erststimmen in seinem Wahlkreis Hamburg-Altona. 2009 erhielt er nur noch, aber immerhin, 36,1 Prozent.

2007 bis 2009 war Scholz als Nachfolge von Franz Müntefering Minister für Arbeit und Soziales. Das Amt legte er nach zwei Jahren wieder ab, da die SPD nach der Bundestagswahl 2009 nicht Teil von Merkels Kabinett wurde.

Im März 2018 erreichte Olaf Scholz einen weiteren Meilenstein in seiner Karriere. Unter Altkanzlerin Angela Merkel wurde er zum Finanzminister berufen und zudem Stellvertreter der Kanzlerin.

Olaf Scholz wird Kanzler

Der SPD-Vorsitz nominierte Olaf Scholz im August 2020 als Kanzlerkandidaten für die Bundestagswahl 2021. Im September 2021 gewann die SPD mit 25,7 Prozent der Zweitstimmen gegen die Union und leitete damit eine neue politische Ära in Deutschland ein. Gemeinsam mit der FDP und den Grünen bildete die SPD eine Ampel-Koalition, die mit 395 Stimmen Olaf Scholz am 8. Dezember 2021 zum Kanzler machte. Im Alter von 63 Jahren wurde Scholz der neunte Bundeskanzler der Bundesrepublik Deutschland; dabei ist er der erste konfessionslose, denn obwohl er als Kind getauft wurde, trat er später aus der Evangelischen Kirche aus.

Skandalminister Scholz

Doch so ganz ohne Negativ-Schlagzeilen lief die Karriere von Olaf Scholz bisher auch nicht. Im Gegenteil: Als Bürgermeister war er wegen seines Vorschlags, Brechmittel bei Drogendealern einzusetzen, stark in Kritik geraten. Als Finanzminister war er in gleich zwei Skandale involviert: Da wären zum einen die Cum-Ex-Geschäfte der Hamburger Warburg Bank, bei denen Steuergelder im Millionenbereich hinterzogen wurden. Außerdem kam während der Pandemie ans Licht, dass der Finanzservice "Wirecard" sich seit Jahren des Finanzbetruges schuldig machte. In beiden Fällen wirft man Scholz vor, mindestens von den Geschehnissen gewusst, aber nichts unternommen zu haben.

Olaf Scholz privat

In den 1980er Jahren lernte Olaf Scholz die Politikerin Britta Ernst kennen. 1998 gaben die beiden sich das Ja-Wort, seitdem ist das Paar privat und beruflich kaum voneinander zu trennen. Denn Britta Ernst hat selbst schon einige politische Ämter bekleidet, darunter Ministerin für Schule und berufliche Bildung in Schleswig-Holstein und seit 2017 Ministerin für Bildung, Jugend und Sport in Brandenburg. Kinder haben die beiden keine.

Auf seiner eigenen Website dankt Olaf Scholz seiner Frau dafür, dass sie aus ihm einen leidenschaftlichen Sportler gemacht habe: Er versucht mehrmals die Woche zu joggen, zu rudern oder wandern zu gehen.


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