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Starporträt Stefan Raab

Stefan Raab hat das deutsche Fernsehen geprägt und derart lustige TV-Momente und kreative Ideen hervorgebracht, wie kaum ein anderer. Doch was macht er heute?

Steckbrief

  • Vorname Stefan Konrad
  • Name Raab
  • geboren 20.10.1966, Köln, Nordrhein-Westfalen / Deutschland
  • Jahre 55
  • Grösse 1.82 m
  • Partner Nike Raab (verheiratet)
  • Kinder Tochter (*2004) Tochter (*2006)

Biografie von Stefan Raab

Als TV-Legende, geborener Entertainer und kreatives Genie dürfte Stefan Raab hierzulande jedermann ein Begriff sein. Dabei hat er sich seinen Erfolg hart erkämpft, der Ruhm wurde ihm nicht in die Wiege gelegt. Stefan Raab wurde am 20. Oktober 1966 in Köln-Sülz geboren und wuchs dort mit einer Schwester auf. Nach seinem Abitur studierte er Rechtswissenschaft in Köln, gleichzeitig absolvierte er im Betrieb seiner Eltern eine Ausbildung zum Metzger. Später entdeckte er das Showgeschäft für sich: Mit seiner frechen Art und seinen derben Sprüchen überzeugte er die deutsche Fernsehnation und er gewann die Herzen der Zuschauer:innen. Doch wie fing seine Karriere als Moderator an?

Stefan Raab entdeckt seine kreative Ader

Bereits mit 24 Jahren zeigte Stefan Raab, dass ihm schlagfertige Sprüche und einprägsame Melodien liegen: Er machte sich als Produzent von Werbemelodien selbständig, erstellte Songs für das ARD-Morgenmagazin, Punica, Blend-a-med und weitere Kunden und gründete einen eigenen Musikverlag. Mit seinen Ohrwürmern bewarb er sich später bei VIVA – und nach einem Casting wurde er eingeladen, die Musik- und Comedyshow "Vivasion" zu moderieren, die dreimal wöchentlich ausgestrahlt wurde. In dieser Talkshow führte Stefan Raab vor einer betont trashigen Kulisse rotzfreche Interviews mit prominenten Gästen. Mit diesem Konzept gilt "Vivasion" als Vorgänger-Sendung zu TV-Total und einige Elemente wurden übernommen.

Auch sein musikalisches Genie überzeugte

1994 performte der Entertainer in seiner Fernsehsendung "Vivasion" während der Berichterstattung zur Fußball-Weltmeisterschaft live einen Rap-Song über den Bundestrainer Berti Vogts. Wenig später veröffentlichten Stefan Raab und die Bekloppten das Lied unter dem Titel "Böörti Böörti Vogts" und sie kletterten auf Platz vier der deutschen Hitparade. Ein Jahr später coverte das kreative und musikalische Genie zusammen mit Bürger Lars Dietrich und Jürgen Drews den Song "Ein Bett im Kornfeld", ein weiteres Jahr später räumte Stefan Raab mit dem Geburtstagslied "Hier kommt die Maus" eine Goldene Schallplatte ab. Außerdem hielt Stefan Raab die Zuschauer mit seiner eigenen Live-Radioshow "Raabio" bei Laune. Damit war klar: Dieses Multitalent kann einfach alles.

Mit "TV-Total" war eine Kultsendung geboren

Im März 1999 erhielt Stefan Raab endlich seine eigene Sendung: "TV total!" In einem Stand-up-Monolog zeigte Stefan Raab skurril-witzige Szenen aus anderen Fernsehsendungen und er kommentierte aktuelle Schlagzeilen. Unverzichtbar für die Berichterstattung: Die unverwechselbare Stimme aus dem Off, die die gezeigten Filmchen bespricht, im Laufe der Jahre eine ganze Reihe an Leuten veräppelt hat und übrigens Martin Winkens gehört. Das absolute Kennzeichen der Comedyshow war jedoch das legendäre Nippelboard, mit dem Stefan an den passendsten Stellen per Knopfdruck für lustige Einspieler ("Nippel") sorgte. Unvergessen bleiben der Songausschnitt "Hallo Freunde, hallo!", Oliver Kahns "Eier, wir brauchen Eier!" oder die unbekannte alte Dame, die wutentbrannt "Leck mich im Arsch!" ruft.

Stefan Raab moderierte die Comedyshow, die anfangs wöchentlich ausgestrahlt wurde und ab 2001 viermal pro Woche lief, bis zum Ende seiner Karriere 2015. Damit war "TV total" die langlebigste Late-Night-Show in Deutschland. Zudem organisierte Stefan Raab im Laufe seiner Karriere allerlei Show-Veranstaltungen wie die "Wok-WM", "Schlag den Raab", das "TV total Turmspringen" oder Casting-Wettbewerbe.

ESC: Stefan Raab bringt Deutschland den Erfolg

Als Produzent, Casting-Chef oder gar Interpret war das Allroundtalent fünfmal am Eurovision Song Contest beteiligt: 1998 produzierte er den Song "Guildo hat euch lieb", mit dem Guildo Horn den siebten Platz ergattere. 2000 trat er selbst an und er zerriss mit "Wadde hadde dudde da" die Bühne – und den ESC selbst – und er erreichte mit seiner extravaganten Performance den fünften Platz. 2004 entdeckte er Matz Mutzke, der mit "Can’t Wait Until Tonight" den achten Platz belegen konnte. 2010 fand er schließlich Lena Meyer-Landrut, die mit "Satellite" den ESC-Sieg für Deutschland holte. Ein Jahr später schickte er sie erneut ins Rennen und sie erreichte den zehnten Platz.

Stefan Raab macht Schluss mit TV-Total und Schlag den Raab

Im Juni 2015 gab ProSieben bekannt, dass Stefan Raab seine TV-Karriere zum Ende desselbigen Jahres beenden wird. Zwar soll ihm der Sender eine mehrjährige Vertragsverlängerung angeboten haben, nach reiflicher Überlegung entschied sich die TV-Legende allerdings mit Überzeugung gegen das Angebot. Was ihn damals dazu bewegte, seine Fernsehschuhe an den Nagel zu hängen, ist bis heute nicht bekannt. Manche glaubten, er wollte sich mehr Zeit für seine Familie nehmen, andere spekulierten, die sinkenden TV-Quoten waren der Grund dafür, und wieder andere vermuteten, ihm gingen nach einer 20 Jahre langen TV-Karriere so langsam die Ideen aus.

Abschied von Stefan Raab

Im Oktober nutzte er dann die Verleihung des Deutschen Comedypreises, um eine emotionale Abschiedsrede zu halten. Dabei blickte er auf seine Karriere zurück, wobei er die Moderation des Kanzlerduells 2013 zwischen Angela Merkel und Peer Steinbrück als die für ihn lustigste Erinnerung hervorhob. Außerdem bedankte er sich bei einigen Leuten, die sehr wichtig für ihn und seine Karriere waren – allen voran bei seiner Managerin Gaby Allendorf, die ihm nach eigenen Worten zu vielen guten Entscheidungen verhalf, aber auch bei seinen Geschäftspartnern und Freunden, bei seinem Team und seinen ehemaligen Kollegen von VIVA, mit denen seine Karriere begann. Natürlich durfte auch ein ausdrückliches und herzliches Dankeschön an seinen treuen Begleiter Elton nicht fehlen.

Gesagt, getan: Zum Ende des Jahres 2015 beendete Stefan Raab seine aktive Fernsehkarriere. Mit der 55. Ausgabe flimmerte am 19. Dezember die letzte Folge von "Schlag den Raab" über die TV-Bildschirme. Hier konnte Stefan 9 der 15 Herausforderungen für sich entscheiden. Im Finale traten dann sechs Personen aus dem Publikum gegeneinander an und Kandidat Hendrik wurde kurzerhand zum Millionär. Zum Ende der Show gab Moderator Steven Gätjen das Wort an Stefan Raab ab: "Ich will gar nicht viel sagen. Sie wissen, die Show endet immer mit einem Lied." Danach rockte Stefan Raab die Bühne und performte Whitney Houstons "One Moment in Time" und Chuck Berrys "Run Rudolph Run" auf seine ganz eigene, amüsante Weise.

Was macht Stefan Raab heute?

Lange hofften die Zuschauer:innen, Stefan Raab würde irgendwann zurückkehren oder sich zumindest manchmal noch in Spielshows oder anderen Sendungen blicken lassen. Doch Stefan Raab hielt, was er versprach, und zog sich tatsächlich ohne Ausnahme vom Fernsehbildschirm zurück. Gelegentliche Überraschungsauftritte wollte er sich trotzdem nicht nehmen lassen: So trat er 2018, zwei Jahre nach seinem TV-Rücktritt, noch dreimal mit den Heavytones mit seiner Show "Stefan Raab live!" in der Kölner Lanxess Arena auf. Hier versorgte er das Publikum mit einem Stand-Up-Programm und Gesangseinlagen, die Nostalgie wecken sollten. Ein Jahr später war er plötzlich Special Guest auf einem Konzert von seinem ehemaligen Schützling Max Mutzke – ohne, dass die Besucher etwas davon wussten. Das Publikum explodierte förmlich vor Freude!

Auch hinter den Kulissen treibt Stefan Raab bei ProSieben weiterhin sein Unwesen: Seit 2018 gehören der TV-Legende noch immer 10 Prozent der Unternehmensanteile der Banijay Germany GmbH, zu der auch Tochterunternehmen wie die Brainpool GmbH gehören. Seit seiner TV-Rente ist Stefan Raab also weiterhin an der Produktion verschiedener Formate beteiligt. So werkelte er an Shows wie "Ding des Jahres", "Schlag den Star" oder "Teddy gönnt dir" mit.


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