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Starporträt Wladimir Klitschko

Wladimir Klitschko gilt, neben seinen Bruder Vitali Klitschko, als großer Star unter den Profi-Boxern. Neben seiner sportlichen Karriere machte er auch immer wieder Schlagzeilen rund um sein Liebesleben und sein soziales Engagement. 

Steckbrief

  • Vorname Wladimir
  • Name Klitschko, geboren als Wolodymyr Wolodymyrowytsch Klytschko
  • geboren 25.03.1976, Semei / Kasachstan
  • Jahre 46
  • Partner Hayden Panetierre (getrennt) Aleksandra Klitschko (geschieden)
  • Kinder Kaya (*2014)

Biografie von Wladimir Klitschko

Als Kind lebte Wladimir Klitschko von 1980 bis 1985 mit seiner Familie in der Tschechoslowakei, wo sein Vater bei den sowjetischen Besatzungstruppen stationiert war. Er besuchte eine Schule für Kinder sowjetischer Soldaten in der nordböhmischen Stadt Mimon.
Später studierte Klitscko wie auch sein Bruder Vitali Klitschko Sportwissenschaften, worin er sogar promoviert wurde. Seine Dissertation behandelt die Frage, wie viel Training jungen Sportlern zwischen 14 und 19 Jahren auf der Grundlage der Entwicklung ihres Körpers gegeben werden sollte. Die Spitznamen "Dr. Steelhammer" und "Dr. Iron-Fist" spielen auf die Doktortitel der Klitschko-Brüder an.

Sportliche Leistungen von Wladimir Klitschko

Schon 1993 gewann er seinen ersten internationalen Titel bei den Juniorenweltmeisterschaften im Schwergewicht. Als sein Bruder Vitali seine Chance verlor, bei den Olympischen Spielen 1996 in Atlanta für die Ukraine anzutreten, weil er Steroide genommen hatte, nahm Wladimir seinen Platz in der Mannschaft ein und gewann die Goldmedaille im Superschwergewicht. Als Amateur gewann Wladimir Klitschko 134 seiner 140 Kämpfe. Sein Profidebüt gab er im November 1996 in Hamburg auf der gleichen Kampfkarte wie sein Bruder.
Klitschko erlitt insgesamt nur sechs K.-o.-Niederlagen: Gegen den Amerikaner Ross Puritty (1998), den Südafrikaner Corrie Sanders (2003) und den Amerikaner Lamon Brester (2004), die seine Karriere zu beenden drohten. Unter dem amerikanischen Trainer Emanuel Steward fand er jedoch zu alter Stärke zurück und gewann zwischen 2005 und 2011 seine vier Meisterschaftsgürtel ohne Niederlage. Seine Serie von 22 Siegen in Folge endete im November 2015, als Klitschko seine Titel durch eine einstimmige Entscheidung an den Engländer Tyson Fury verlor.
Im April 2017 verlor Klitschko seinen zweiten Kampf in Folge durch technischen K. o. in der elften Runde gegen den Engländer Anthony Joshua. Später im Jahr zog er sich mit einer Bilanz von 64 Siegen und fünf Niederlagen aus dem Boxsport zurück.
Viele der Kämpfe der Klitschko-Brüder wurden in Stadien ausgetragen, um große Zuschauerzahlen zu erreichen und erzielten in Deutschland, der Ukraine und Polen rekordverdächtige Einschaltquoten. Die Weigerung der Klitschkos, gegeneinander zu kämpfen, erschwerte die Entscheidung darüber, welcher Bruder der beste Schwergewichtler der damaligen Zeit war, so dass die Medien häufig von einem "zweiköpfigen" Schwergewichts-Champion sprachen. Insgesamt boten die Brüder in der Öffentlichkeit ein weitaus differenzierteres Bild als viele andere Boxchampions.
"Klitschko", ein Dokumentarfilm in Spielfilmlängeüber die Brüder, wurde im Oktober 2011 veröffentlicht. Wladimir Klitschko und sein Bruder Vitali haben nie in einem Profikampf gegeneinander gekämpft, da ihre Mutter ihnen das Versprechen abnahm, niemals gegeneinander zu kämpfen. 2017 gab der Profiboxer seinen Ruhestand auf Social Media bekannt.

Das Klitschko-Multitalent: Film und Fernsehen

Der Dokumentarfilm "Klitschko" sollte nicht der einzige Fernsehauftritt des ehemaligen Boxers werden. Im Film "Keinohrhasen" von Til Schweiger hat er einen kurzen Aufritt. In der Szene heiratet er die deutsche Schauspielerin Yvonne Catterfeld. Auch in den Hollywood-Filmen "Pain & Gain" und "Ocean’s Eleven" hat er kurze Auftritte.
Klitschko spricht vier Sprachen: Englisch, Deutsch, Russisch und Ukrainisch. Vor allem seine hervorragenden Deutschkenntnisse brachten ihm Werbedeals ein. Der wohl bekannteste Clip der Box-Brüder ist die Fernsehwerbung für die Süßigkeit Milchschnitte. Und auch in Sendungen wie "TV Total", "Circus Halligalli", "Markus Lanz" oder dem "ARD Morgenmagazin" war er zu Gast.

Die Liebesachterbahn

So gut wie es im Sport lief, sollte es in der Liebe nicht laufen. Die Ehe mit Aleksandra Klitschko hielt nur zwei Jahre. Und auch die Beziehung mit der amerikanischen Schauspielerin Hayden Panettiere ist ein Auf und Ab. Seit 2009 waren der Boxer und das Hollywood-Sternchen liiert. Panettiere erschien bei einigen von Klitschkos Kämpfen am Ring, unter anderem bei Klitschkos K.-o.-Sieg in der zehnten Runde gegen Samuel Peter. Das Paar trennte sich 2011 kurz, war aber 2013 wieder zusammen. Im Oktober 2013 bestätigte Panettiere, dass sie und Klitschko verlobt seien. Die beiden haben eine gemeinsame Tochter, die im Dezember 2014 geboren wurde. Im August 2018 allerdings trennte sich das Paar nach Angaben von Panettieres Mutter Lesley Vogel zum zweiten Mal. Es hieß, sie hätten sich ihrer Tochter zuliebe "gut verstanden".
Am 6. Dezember 2013 besuchten Klitschko und seine damalige Verlobte Hayden Panettiere die Euromaidan-Proteste in Kiew. Sein Bruder Vitali, der damalige Bürgermeister von Kiew, war eine der führenden Persönlichkeiten dieser Proteste. Er und Panettiere sprachen zu den Menschenmengen. 

Soziales Engagement für das Heimatland

Am 29. März 2012 versteigerte Wladimir Klitschko bei einer Wohltätigkeitsauktion in Kiew seine Olympische Goldmedaille von 1996 an einen Käufer, der eine Million Dollar bot. Klitschko sagte, er werde das Geld verwenden, um die Träume von Hunderttausenden ukrainischer Kinder zu erfüllen. Nach dem Verkauf gab der Käufer die Medaille sofort zurück, aus Respekt vor Klitschko und weil er wollte, dass sie im Besitz der Familie Klitschko bleibt.
Im Februar 2022 trat Klitschko in die Kiewer Territorialverteidigungsbrigade (eine militärische Reservekomponente der ukrainischen Streitkräfte) ein. Sowohl er als auch sein Bruder Vitali Klitschko versprachen, als Reaktion auf den am 24. Februar 2022 begonnenen Angriffskrieg Russlands gegen die Ukraine mit den Streitkräften für den Schutz der ukrainischen Hauptstadt Kiew zu kämpfen.

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