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Fünf Elemente: Kochen wie in Asien

Fünf Elemente: Kochen wie in Asien
Wer sich nach den fünf Elementen ernährt, bleibt gesund, heißt es in China. Jennifer Lee aus Berlin, Meisterin für chinesische Heil- und Kampfkünste, stellt traditionelle vegetarische Rezepte der Fünf-Elemente-Küche vor.

Maispuffer

Element: Erde, Organ: Magen, Jahreszeit: Spätsommer

Fünf Elemente: Kochen wie in Asien

Im Spätsommer, in China eine eigene Jahreszeit, geht es darum, Magen und Milz zu stärken, weil man im Sommer vielleicht zu viel Kühles gegessen hat. Mais, das Gemüse dieser Jahreszeit, ist ideal: Süß im Geschmack, tröstet er über den Abschied vom Sommer hinweg. Da man ihn gut kauen muss, werden natürliche Enzyme frei, eine Wohltat für den Magen!

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Kokosgelee mit Litschis

Element: Feuer, Organ: Herz, Jahreszeit: Sommer

Fünf Elemente: Kochen wie in Asien

Jetzt wird ein Ausgleich für die Hitze gebraucht: Agar-Agar und Kokos kühlen, und Litschis helfen gegen den Durst. Die richtige Ernährung stärkt so das Herz: Im Sommer bei großer Hitze, wenn der ganze Körper zu heiß wird, muss das Herz enorm arbeiten. Um einen Ausgleich zu schaffen und wieder in Harmonie zu kommen, sucht der Körper zu jeder Jahreszeit instinktiv immer nach einem bestimmten Geschmack.

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Frühlings-Bouillon mit Gemüseeinlage

Element: Holz, Organ: Leber, Jahreszeit: Frühling

Fünf Elemente: Kochen wie in Asien

Im Winter essen wir in der Regel zu fett, zu süß und zu viel, als Schutz gegen die Kälte. Aber wir essen auch zu wenig Gemüse. Diese klare Gemüsebrühe bringt alles wieder ins Lot: Sie wirkt reinigend und unterstützt Darm und Leber bei ihrer Arbeit – Frühjahrsputz!

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Wildreis mit Kürbis

Element: Metall, Organ: Lunge, Jahreszeit: Herbst

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Der im Spätsommer gereifte Kürbis entfaltet im Herbst seine volle Kraft. Seine natürliche Süße wirkt stabilisierend auf die Milz, die nach der Lehre der fünf Elemente das Organ Lunge unterstützt.

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Schwarze Bohnen mit Ingwer

Element: Wasser, Organ: Nieren, Jahreszeit: Winter

Fünf Elemente: Kochen wie in Asien

Kälte schwächt die Nieren und greift damit unsere Lebensenergie, das Chi, an. Deshalb ist es im Winter besonders wichtig, die Nieren zu stärken und das Nieren-Chi zu nähren. Besonders geeignet: schwarze Bohnen.

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So funktioniert die Fünf-Elemente-Küche

"Unter dem Himmel sind wir alle gleich", sagt Jennifer Lee. "Deshalb ist die asiatische Fünf-Elemente-Küche auch für alle gut, die hier in Mitteleuropa leben." Sie lehrt, wieder mehr auf sich zu achten: Was tut dem Körper gut? Was schadet ihm? Die wichtigsten Infos.

Fünf Elemente: Kochen wie in Asien

"Die Schlüsselwörter sind immer Harmonie und Balance", sagt Jennifer Lee, während sie mit Geduld und Sorgfalt Gemüse putzt und mit dem großen chinesischen Hackmesser zuerst die Maiskörner vom Strunk und anschließend den Strunk selbst in kleine Stücke schneidet. "Wenn ich große Mengen oder unregelmäßig esse, dann verliere ich beides." Seit zwei Jahren lebt die in Singapur geborene 40-Jährige in Berlin, die Liebe führte sie nach Deutschland. Mit ihrem Mann Thomas Meewes gründete sie das Zentrum für Chinesische Heil- und Kampfkünste. Hier unterrichtet sie u. a. Tai-Chi, Qi-Gong, Tao-Yoga, Heil- und Kampfkunst, gibt Kurse in diversen Massagetechniken, Stress- und Management-Training und Einführungen in die Fünf-Elemente-Küche. Alles gehört zusammen", sagt Lee, die sich nicht als Lehrerin sieht, sondern das, was sie tut, als Lebensweg versteht, "als eine natürliche Entwicklung von der Kindheit bis heute, als einen Weg, den ich mit anderen Menschen teilen will."

Grundlage der Tao-Küche "ist die Zuordnung aller Lebensmittel zu den fünf Elementen: Wasser, Holz, Feuer, Erde, Metall. In einer ausgewogenen Ernährung ergänzen sich die Elemente zu einem harmonischen Ganzen. Den einzelnen Elementen sind wiederum die Jahreszeiten zugeordnet (Wasser und Winter; Holz und Frühling; Feuer und Sommer; Erde und Spätsommer, eine Übergangsperiode; Metall und Herbst), außerdem bestimmte Geschmacksrichtungen (zum Wasser alles Salzige, zum Holz das Saure; zum Feuer gehört der bittere Geschmack, zur Erde der süße, zum Metall der scharfe), Temperaturen (heiß, warm, neutral, kühl oder kalt) und innere Organe (Herz, Milz, Lunge, Nieren, Leber).

Das hört sich komplizierter an, als es ist. So gilt zum Beispiel der Winter als Nierenzeit. Das dazugehörige Element ist das Wasser, denn die Nieren filtern und reinigen das Wasser im Körper, bevor es über die Blase ausgeschieden wird. In der kalten Jahreszeit sollte die Ernährung die Nieren unterstützen. Empfehlenswert sind jetzt Hülsenfrüchte, Fisch und viel heißes Wasser, weil sie Nieren und Blase stärken. Auch haben viele Menschen im Winter kalte Hände und Füße und sollten deshalb auf kühlende Nahrungsmittel wie Gurke oder Melone verzichten und beim Kochen lieber wärmende Zutaten wie Ingwer verwenden, um ihren Kreislauf im Schwung zu bringen.

Jennifer Lee, die das Kochen übrigens von ihrem Vater gelernt hat, versucht, ihren Kursteilnehmern wieder ein Gefühl dafür zu vermitteln, was dem Körper gut tut und was ihm schadet, ein Verständnis, das in der heutigen Zeit oft verloren gegangen ist. Bedenken, ob sich dieses in Jahrhunderten im fernen Asien entstandene Wissen auf Mitteleuropa übertragen lässt, hat sie nicht: "Unter dem Himmel sind wir alle gleich."

Und tatsächlich vermag der Grund, warum Jennifer Lee gerade diese fünf Gerichte zum ersten Kennenlernen der Tao-Küche ausgesucht hat, auch denjenigen zu überzeugen, der sich noch nie mit dem philosophischen Hintergrund beschäftigt hat: "Weil sie einfach vorzubereiten sind - und sehr, sehr lecker schmecken!"

Informationen über das Kursangebot von Jennifer Lee unter www.tao-zentrum.net.

Produktion: Alma Westphal Text: Susanne Kohl Fotos: Thomas Neckermann Ein Artikel aus der BRIGITTE

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