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Kaffeearoma Worauf es beim Kaffeekochen wirklich ankommt

Kaffeearoma: Worauf es beim Kaffeekochen wirklich ankommt
© Alpha_7D / Shutterstock
Das Kaffeearoma ist immer unterschiedlich. Das liegt aber nicht nur an verschiedenen Röstungen, Sorten oder Zubereitungsarten. Welche Rolle das Wasser beim Geschmack von Kaffee spielt, verraten wir euch im Artikel.

Jeden Morgen dasselbe Spiel: Kaffee wird mit heißem Wasser gepaart, brüht kurz vor sich hin und landet im zweiten Schritt in unserer Kaffeetasse – so einfach, so gut? Kaffee-Expert:innen sind da anderer Meinung. Sie raten für echten Genuss auf ungefiltertes Leitungswasser zu verzichten. Was sie empfehlen und wie Leitungswasser das Kaffeearoma verändert, erklären wir euch im Artikel.

Aromavielfalt aus dem Wasserhahn

Vollmundig, zart mit einem Hauch von Vanille, Beere oder Zimt: Für wahre Kaffeeliebhaber:innen bietet das schwarze Heißgetränk gleich eine ganze Fülle an Aromen und Geschmackserlebnissen. Diese Aromen sind ein Zusammenspiel aus Kaffeesorte, Röstung, Mahlgrad und Brühmethode. Allerdings gibt es noch einen wichtigen Faktor, der lange unterschätzt wurde. Wasser – es klingt so banal, doch wenn man bedenkt, dass eine Tasse Kaffee zu etwa 98 Prozent aus Wasser besteht, dann ist der Einfluss auf den Geschmack gar nicht verwunderlich.

Der Härtegrad sowie der Kalk- und Nährstoffgehalt des verwendeten Leitungswassers bestimmen die chemischen Eigenschaften und das Lösungsverhalten des Wassers und verändern so den Geschmack des Kaffees. Das ist auch der Grund, warum der eigene Kaffee an verschiedenen Orten unterschiedlich schmecken kann.

Diese Substanzen aus dem Wasser beeinflussen das Kaffeearoma

  • Natrium: kann den Geschmack süßer machen
  • Eisen und Kupfer: können einen metallischen Geschmack verursachen
  • pH-Wert: ist ein Maß für den Säure-/Alkaliengehalt – je niedriger der pH-Wert, desto saurer das Wasser
  • Chloride: sind gesundheitsschädlich und hinterlassen einen "chlorigen“-Geschmack
  • Sulfate: verstärken die Bitterkeit des Kaffees und können in Verbindung mit Kalzium zu unschönen harten, weißen Flocken im Kaffee führen

Kaffeearoma wie vom Barista – so klappt’s

Aber was können wir nun tun, damit unser Kaffee schmeckt wie vom Barista? Die Antwort ist leicht: Wir können einen Wasserfilter benutzen. Wasserfilter filtern nicht nur Kalk, sondern auch chemische Rückstände und Chlor aus dem Wasser und machen es durch die Reduzierung der Karbonathärte etwas weicher. Wenn man es ganz genau nehmen möchte, kann man es wie die Kaffee-Profis machen und darauf achten, dass das Wasser für ein perfektes Kaffeearoma einen Wasserhärtegrad zwischen 5°dH und 9°dH und einen pH-Wert von 7 hat. Schon kleinste Abweichungen in diesen Werten können laut Expert:innen den Geschmack von Kaffee verändern.

Übrigens: Gefiltertes Wasser hat auch noch andere Vorteile:

  • Die Kaffeemaschine verkalkt nicht so schnell
  • Viren und Bakterien werden gefiltert
  • Schwermetalle aus alten Rohren werden entfernt

Die Balance zwischen sauer und bitter

Für ein ausgewogenes sauer-bitteres Kaffeearoma ist vor allem der Härtegrad des Wassers entscheidend. Ist der Härtegrad zum Beispiel zu weich, schmeckt Kaffee leicht säuerlich, ist das Wasser zu hart, wird er bitter. Den Härtegrad des eigenen Leitungswassers kann man entweder bei den Stadtwerken anfragen oder mit Test-Kits zu Hause selbst bestimmen.

Die richtige Brühtemperatur

Auf dem Weg zum perfekten Kaffee-Genuss sind wir am Ende angekommen. Jetzt heißt es nur noch mit dem perfekt gefilterten Wasser auch die richtige Temperatur zu erreichen, um die volle Aromenvielfalt der Kaffeebohne herauszuholen. Laut dem Deutschen Kaffeeverband liegt die optimale Wassertemperatur zur Zubereitung von Kaffee bei 88 und 95 Grad. Sie sollte nicht über 95 Grad erreichen. Lediglich für die Zubereitung von Espresso wird eine höhere Temperatur von 90 bis 95 Grad empfohlen.

Gut zu wissen: Das Wasser für Kaffee sollte niemals kochen. Denn kochendes Wasser würde die im Kaffee enthaltenen Aromen zerstören.

Ihr wollt wissen, was ihr beim Kaffeekochen sonst noch beachten solltet? Dann haben wir hier Tipps, wie es klappt. Und wenn ihr wissen wollt, warum Kaffee gesund ist, dann klickt hier

Verwendete Quellen:kaffeeverband.de

Brigitte

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