Artischocken für zwei

Im Sommer liebt Lea Linster Artischocken: Sie eignen sich ganz wunderbar für ein kleines, raffiniertes Abendessen auf der Terrasse oder auf dem Balkon.

Zwei schöne große Artischocken sollen es heute sein, so wie sie auf den Feldern in der Bretagne wachsen. Ich brauche für die beiden Artischocken einen sehr großen Topf, in dem ich mehrere Liter Wasser zum Kochen bringe.

Inzwischen putze ich die Artischocken - dazu ziehe ich mir auf jeden Fall Einmalhandschuhe an, denn die Hände werden sonst schwarz, und Artischocken können auch ziemlich piksen. Zunächst schneide ich mit einem scharfen Brotmesser die Spitze großzügig ab - das obere Drittel wird es auf jeden Fall. Dann ziehe ich die großen äußeren Blätter komplett ab, schön der Reihe nach. Ich schneide rundherum alles gerade und schneide auch den Strunk glatt. Aufgepasst: Für all das braucht man ein wirklich scharfes Messer!

Rundherum reibe ich dann die Artischocke mit Zitrone ab. Ich nehme aber immer nur sehr wenig Zitrone - die blaugraue Farbe der Artischocke ist kein Problem, sie schmeckt einfach besser, wenn keine oder nur wenig Zitrone dran ist. Anschließend hole ich das Heu mit einem Melonenausstecher aus der Mitte heraus. Geschafft! Die Artischocken gebe ich so vorbereitet in das sprudelnd kochende Salzwaser.

Nach etwa einer halben Stunde sind die Artischocken gut, ich hole sie mit der Schaumkelle aus dem Topf und gebe sie zum Abschrecken in eiskaltes Wasser. Ich nehme dann das Stroh ab, schön vorsichtig mit Liebe, und alle verbliebenen Blätter, so dass ich nur noch die puren Artischockenherzen habe. Den Rest hole ich mit dem Löffel heraus, auch den Stiel. Nebenbei habe ich 150 Gramm grüne Bohnen gekocht und ebenfalls in Eiswasser abgeschreckt. Die Bohnen schneide ich in kleine Stückchen von etwa einem halben Zentimeter Länge. Ich enthäute jetzt noch eine schöne Roma-Tomate, entkerne sie und würfele das Tomatenfleisch fein.

Und in einer kleinen Pfanne röste ich noch Pinienkerne, etwa zehn Gramm. Sie brauchen ein wenig Aufmerksamkeit, denn sie sollen braun, aber nicht schwarz werden.

Außerdem mache ich eine Vinaigrette, ganz nach Lust und Laune. Probieren Sie es doch einmal mit zwei bis drei Esslöffeln Balsamico- oder Sherryessig, ein bisschen von Ihrem Lieblingssenf (ich bevorzuge Dijon originale), Salz und frischem Pfeffer und vier bis sechs Esslöffeln Sonnenblumen- oder Olivenöl. Mit dieser Kombination kann man nichts falsch machen!

Zum Servieren setze ich ein Artischockenherz in die Mitte eines Tellers. Die Bohnenrollen gebe ich in eine kleine Schale, die Tomatenwürfel dazu und mische beides mit meiner Vinaigrette. Ich fülle den Bohnen- Tomaten-Salat dann in die Artischockenherzen - hoch auftürmen! - und drapiere ein paar der gerösteten Pinienkerne darauf. Ich träufele rundherum noch ein bisschen von der Vinaigrette und gebe ein paar Tomatenwürfel und etwas fein geschnittene Frühlingszwiebel dazu. Etwas Kerbel darauf - fertig. Genießen Sie's also als Vorspeise oder als kleines Abendessen. Dann serviere ich gern krosses Baguette und ein schönes Glas Wein dazu, am liebsten einen feinen Rosé aus Frankreich.

So bereitet Lea Linster die Artischockenherzen vor:

1. Sie schneidet die Spitze großzügig ab und entfernt die äußeren Blätter.

2. Der Artischockenboden wird kurz mit Zitrone abgerieben.

3. Nach dem Kochen zupft Lea Linster das Stroh vom Artischockenherzen.

4. Die grünen Bohnen schneidet sie in feine Röllchen, die Roma-Tomate in Würfel.

Fotos: Thomas Neckermann Ein Artikel aus der BRIGITTE 15/09
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