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Der Barista: Arbeitsplatz Coffee-Bar


Der Barista ist der "Facharbeiter" an der Espressomaschine.

Mit der zunehmenden Zahl von Coffee-Bars auf dem deutschen Markt rückt plötzlich das Berufsfeld des Baristas in den Blickpunkt. Der Barist ist der Spezialist an der Espressomaschine, der das Kaffeegetränk zubereitet und es auch dem Kunden serviert.

Von seinem Können und Kommunikationstalent wird in entscheidender Weise der Erfolg einer Coffee- oder Espresso-Bar bestimmt. Wie bei einem guten Sommelier oder Bartender hängt es vom Barista ab, ob die Kunden zufrieden sind und wiederkommen.

Und es wird viel von ihm erwartet: So muss er auch bei Hochbetrieb und unter Stress eine gleichmäßige Qualität produzieren und dabei selbstverständlich immer freundlich bleiben. Blitzschnell muß er sich auf die Verschiedenartigkeit seiner Kunden einlassen und auf deren Wünsche reagieren können. Fragen sind von ihm kompetent zu beantworten.

Das setzt aber voraus, daß der Barista umfangreiches Wissen über Kaffeesorten und ihre Eigenschaften besitzt, Sachkenntnisse über den Extraktionsprozeß, die Technik der Maschinen und das Zusammenwirken dieser Faktoren hat. Dass er seinen Beruf mit Leidenschaft ausfüllt und dem Kunden neben einer perfekten Dienstleistung auch noch das Gefühl des Willkommens vermittelt, gehört zu seinem Arbeitsalltag.

Der Standort ist zwar mit weitem Abstand der wichtigste Erfolgsfaktor für den Betrieb einer Coffee-Bar, unmittelbar danach kommt aber schon die Qualität des Warenangebots, sprich die Güte der Kaffeegetränke etc. Guter Röstkaffee und hochwertige Maschinentechnik sind aber alles nichts, wenn sie nicht von einem Könner eingesetzt werden.

Der Barista oder “Operator“, wie er auch im englischen Sprachraum genannt wird, entscheidet letztlich, welcher Mahlgrad beim Espressokaffee bei den gegebenen Bedingungen den optimalen Extrakt erlaubt. Von ihm hängt der Dosierungsgrad des Kaffeemehls je Tasse ab. Sein Fingerspitzengefühl bestimmt, wann die Milch richtig geschäumt und temperiert ist. Seine Geschicklichkeit sorgt für den präzisen und schnellen Ablauf der Zubereitung, so daß Wartezeiten, ungeduldige Kunden und “abgeschlaffte“ Getränke vermieden werden.

Größere Firmen mit mehreren Outlets wissen natürlich um die Bedeutung der Operatoren an der Espressomaschine und investieren in das gewissenhafte Training ihrer Baristas, bevor diese in den Geschäften eingesetzt werden.

Und in den USA gibt es jährliche Barista-Wettbewerbe, bei denen landesweit die Besten gekürt und ausgezeichnet werden.

Erste Barista-Weltmeisterschaft

Am 15. Oktober 2000 wurde in Monte Carlo von der SCAE (Specialty Coffee Association of Europe) die erste Barista-Weltmeisterschaft durchgeführt. Teilnehmer aus 14 Nationen aus der ganzen Welt inklusive der USA stellten unter Beweis, dass Profis nicht nur einfach Kaffee zubereiten können, sondern wahre Meister ihres Faches sind und dass dieser in vielen europäischen Staaten recht neue Berufszweig jetzt endlich auch internationale Anerkennung gefunden hat.

Der frisch gekürte Weltmeister ist Robert Thoresen, der nicht, wie zu erwarten war, aus dem Espresso-Mutterland Italien, sondern aus Norwegen kommt. Er hatte am besten 4 Espressi, 4 Cappuccini und 4 spezielle eigene Getränkekreationen an einer großen professionellen Coffee Bar innerhalb von 15 Minuten zubereitet. Dröhnende Musik und ständige Kommentare der Moderatoren schafften eine realistische aber erschwerende Wettbewerbsatmosphäre Die Jury bewertete hierbei die Handhabung der Technik, das Timing, die Art der Präsentation, das Aussehen des Getränkes und natürlich nicht zuletzt Aroma und Geschmack. Die Plätze zwei und drei belegten übrigens die beiden Teilnehmer aus Island und Dänemark.

Uta Bangert

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