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Für den Sommerabend: Rosé


Für den Sommerabend mit Freunden auf der Terrasse braucht es einfach solch einen leichten, unkomplizierten und sehr bekömmlichen Wein.

Es fängt ja eigentlich schon damit an, dass man nicht die besten Gläser rausholen möchte! Und es ist auch nicht daran gedacht, ständig das Glas zu schwenken und über den Wein zu philosophieren... Der Wein soll süffig sein, eine gute Stimmung machen und auch in größeren Mengen bekömmlich sein, oder? Einen Rosé, Weißherbst, Rosado (Spanien) oder Rosato (Italien) empfinde ich in dieser Situation als den idealen Partner. Leicht beschwingt, fruchtig verspielt - so stelle ich mir den idealen Roséwein vor! Natürlich werden für die Rosé-Weine immer Rotweinsorten genommen.

Weißherbst finden Sie in allen deutschen Anbaugebieten - er muss immer von nur einer Rebsorte stammen, zum Beispiel Spätburgunder oder Portugieser. Ein Rosé oder Rosado kann dagegen eine Cuvée bzw. ein Verschnitt aus mehreren unterschiedlichen Rebsorten sein. Als Rotling werden Cuvées aus weißen und roten Rebsorten bezeichnet.

Damit der Wein seine schöne Farbe bekommt, werden die roten Trauben ein paar Stunden auf der Maische belassen. Durch die alkoholische Gärung werden die Farbpigmente aus den Traubenschalen gelöst. Je kräftiger die Farbe ausfallen soll, desto länger bleibt der Saft mit den Traubenschalen in Kontakt. Wenn man rote Trauben sofort nach der Lese presst, bekommt man einen weißen Saft heraus - daraus machen manche Winzer "Blanc de noirs"-Weine.

Auch Roséchampagner ist begehrt. Er kann wie ein Weißherbst mit einer kurzen Maischegärung hergestellt werden. Überwiegend wird jedoch ein weißer Champagner produziert, der mit rotem Wein (meist aus Bouzy) eingefärbt wird. Kurioserweise sind von den drei zugelassenen Rebsorten in der Champagne zwei rote Rebsorten (Pinot noir und Pinot meunier).

Lange Zeit wurde der Roséwein als "nicht Fisch, nicht Fleisch" abgetan. Aber Hand aufs Herz, ein Sommer ohne Roséweine? Undenkbar! Bestes Beispiel ist doch der Urlaub in der Provence, wenn Sie mit einer "Plat aux fruits de mers" oder Scampi mit Aioli am Meer sitzen - dazu braucht es natürlich einen schönen Rosé!

Beste Trinktemperatur: 8-10°C.

Tipp: Generell gilt bei solchen Gelegenheiten: Nehmen Sie lieber einen leichteren Wein ohne Barrique-Ausbau und servieren Sie ihn kühler als gewöhnlich.

Wo wird er angebaut?

Überall, wo es Rotwein gibt, also in fast jeder Weinregion der Welt! Die populärsten Roséweine kommen aus der Provence. Auch an der Loire finden Sie richtig tolle. In Spanien gibt es Rosados eher im Norden. In Italien ist er nicht häufig, vor allem in Südtirol und im Trentino werden gute erzeugt. Rosés aus der Neuen Welt haben meist viel Alkohol. Deutsche Weißherbste gibt es trocken und lieblich.

Wozu passt er noch?

Pasta! Pasta! Wenn Sie mit Ihrer Freundin zum Ratschen bei Spaghetti sitzen, haben Sie hoffentlich einen süffigen Rosé! Egal, ob mit Tomaten, Pilzen, Rucola, Käsesoße oder Ragout zubereitet: Rosé passt immer. Zu hellem Geflügel schmeckt er und zu Aufläufen mit Tomaten, Auberginen etc. Zu Krustentieren, Langustinen vom Grill, zu Knoblauch oder Pizza ist Rosé ideal. Sie haben schon recht: Rosé passt fasst immer!

Sommerabend: Was passt sonst noch?

Die Betonung liegt auf unkompliziert! Italienische Weißweine, frische Müller-Thurgau, Weißburgunder oder Silvaner passen gut. Aus Frankreich würde ich Sauvignon Blanc nehmen. Genial finde ich auch Vinho Verde aus Portugal. Wer lieber Rotwein trinkt, sollte einen leichteren wählen. In Deutschland bieten sich Portugieser, Schwarzriesling, Trollinger oder leichte Spätburgunder an. In Frankreich trinkt man dann gern einen Beaujolais, leicht gekühlt. Und in Italien greift man am liebsten zum Sangiovese.

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Text: Natalie Lumpp

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