Aus der Tüte frisch auf den Tisch

Heute Fleisch, morgen Fisch und übermorgen vegetarisch: BRIGITTE.de-Redakteurin Katharina Wantoch wollte wissen, ob KommtEssen ihr Leben und das ihres Mannes bereichern kann.

Mein erster Gedanke: Kommt Essen, kommt Freude auf. Selten ist unser Kühlschrank so gut gefüllt wie jetzt, nachdem ich den Inhalt der KommtEssen-3Mahl-Tüte darin verstaut habe. Noch seltener liegen in den Kühlfächern so viele verschiedene Sachen: Fisch und Fleisch und Gemüse und Salat.

Mein Mann und ich essen gern, sehr gern sogar, und wenn wir Zeit haben, kochen wir auch gern. Unter der Woche ist das allerdings selten der Fall, also heißt es Brot (essen) oder Bistro (besuchen). Drei Alltags-Kochabende hintereinander, in unserem Haushalt eine Premiere.

Der Regieanweisungszettel aus meiner viel versprechenden Tüte verrät, was KommtEssen als Basis-Zutaten betrachtet, welche Dinge man also im Haus haben sollte: Salz, Pfeffer, Olivenöl, neutrales Öl, Balsamico, Rosmarin-Gewürz, ja, das entspricht auch meinem Basisempfinden. Dijonsenf und Tomatenmark gehen allerdings darüber hinaus. Leider geht den einzelnen Rezepten keine komplette Liste voran, die die Zutaten aus der Tüte PLUS die Zutaten, die ich außerdem noch brauche, aufführt. Deshalb bleibt an Tag eins das Tomatenmark auf der Strecke - und mein Mann gleich in den Schuhen, weil er noch mal runtergehen muss, um die fehlende Zutat zu kaufen. Mir fehlt noch etwas anderes: Bei keinem der Rezepte steht eine Angabe über die Gesamt-Zubereitungszeit. Nicht, dass ich diese Zeit nicht sowieso immer überschreite, weil ich Gemüse nun mal nicht in mälzermäßiger Geschwindigkeit schneiden kann. Aber ein Anhaltspunkt wäre trotzdem hilfreich.

Schließlich haben wir alle Zutaten für Gericht Nummer eins zusammen: Fischfilet mit Karotten-Fenchel-Gemüse. Und die Freundin, die wir als Ess-Verstärkung eingeladen haben - alle Gerichte sind für vier Personen - ist auch schon da. Mit dem guten Gefühl, dass das Rezept auch für eine unroutinierte Köchin wie mich leicht verständlich ist, mache ich mich an die Zubereitung. Erst beim Einsatz des Fisches kommen Zweifel auf. Das Seelachsfilet soll vier Minuten in der Pfanne mit dem Gemüse ziehen. Nach vier Minuten hat der Fisch zwar äußerlich die Karottenfarbe angenommen, innerlich lässt ihn die Sache aber kalt. Ich beschließe, dass er deutlich länger ziehen muss als vier Minuten und beruhige Mann und Freundin mit den Worten: Zur Not kommt halt der Pizza-Service. Muss er zum Glück nicht: Geschmacklich kann das Gericht überzeugen und zu dritt ist die Portion auch fast zu schaffen.

An Tag zwei müssen wir ohne Mitesser auskommen. Auf dem Speiseplan steht Französischer Kartoffelsalat mit Schweinefilet-Scheibchen. Man ahnt schon, dass heute der Dijonsenf seinen Auftritt haben wird. Und was für einen. Zusammen mit püriertem Basilikum sorgt er für eine sehr feine Salatsauce, die wir in unser Repertoire aufnehmen werden. Leider denken wir zu spät daran, die Sauce nicht gleich komplett über den Salat zu gießen, weil der sich sonst nicht mehr hält. Dabei hatte uns der KommtEssen-Beipackzettel sogar freundlich darauf hingewiesen. Also geben wir unser Bestes, was leider nicht reicht, um die wirklich große Menge an Fleisch und Kartoffelsalat zu zweit zu schaffen. Fazit des Abends: Fleisch schlägt Fisch vom Vortag noch und der Rest vom Salat muss leider in den Müll wandern.

Auf Gericht Nummer drei freuen sich nur noch 50 Prozent unseres Haushaltes: Mein Mann, ein passionierter Fleisch- und gerne auch Fischesser, blickt skeptisch auf die tierfreie Mozzarella-Auberginen-Überraschung mit knackigem Salat. Wir beide werden im Verlauf der Zubereitung von ungenauen Anweisungen überrascht. So richtig erschließt sich nicht, wo denn nun die Auberginenscheiben hingehören und wo die Würfel und wie man das Ganze am Ende anrichten soll. Also: Freestyle. Man muss die Aubergine an sich schon sehr gern haben für dieses Gericht, aber zusammen mit Tomatensauce, Nudeln und Salat schmeckt's auch, wenn die Aubergine in der Gemüsegunst weiter hinten rangiert, wie es bei meinem Mann der Fall ist. Dank reichlich Mozzarella und Nudeln ist auch dieses Gericht nicht zu zweit zu schaffen. Diesmal haben wir die Tipps & Tricks aber aufmerksam gelesen und setzen aufs Gefrierfach.

Als wir später satt auf dem Sofa sitzen, überlegen wir, ob KommtEssen noch mal zu uns kommen soll. Wir haben dreimal gut gegessen mit leckeren frischen Zutaten, ohne dass wir dafür einkaufen mussten. Schön. Auch die Zubereitungszeit von jeweils ca. 45 Minuten war okay. Trotzdem müssen wir feststellen: KommtEssen und wir passen nicht wirklich zusammen. Für einen Zwei-Personen-Haushalt sind die Portionen einfach zu groß und dass wir an drei Abenden die Woche beide zuhause sind, passiert viel zu selten. Wir bräuchten ein KommtEssen, bei dem man spontan anrufen kann, am Morgen, wenn man weiß, dass dieser Tag weder nach Brot noch nach Bistro schmeckt.

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