Lea Linser: Kaninchen in Senfsoße

Spitzenköchin Lea Linster stellt in jedem BRIGITTE-Heft neue Rezepte vor. Diesmal: Kaninchen in Senfsoße und Kalbsnieren mit Körnersenfsoße.

Bei uns in Luxemburg ist es mit dem Senf eine einfache und klare Angelegenheit: Er ist - wie in Dijon - scharf, egal ob glatt oder mit Körnern. Und darum war ich nie eine begeisterte Senf-Esserin. Er pikte mir so sehr in der Nase, dass er mir fast den Atem raubte. Und oft wurde er ja nur benutzt, um Speisen auf Vordermann zu bringen, denen es an Geschmack fehlte ... Dabei ist Senf ein wunderbares, natürliches Lebensmittel, gesund und hat sogar entzündungshemmende Eigenschaften. Richtig dosiert und gut erhitzt aromatisiert Senf Soßen und macht sie schön sämig. Heute stelle ich Ihnen zwei klassisch französische Rezepte vor:

Kalbsnieren mit Körnersenfsoße 

Für vier Personen nehme ich:

  • 2 Kalbsnieren, nicht zu dick und im Fett
  • 1 Schalotte
  • 1 dicker Esslöffel Butter
  • 40 Milliliter Cognac
  • 2 Esslöffel Körnersenf (scharf)
  • 4 Esslöffel Sahne
  • Salz
  • Pfeffer aus der Mühle

Nieren kaufe ich immer im Fett, dann sind sie frisch und trocken und duften ganz fein. Zuerst breche ich sie aus dem Fett heraus, die dünne Haut bleibt am Fett kleben. Jede Niere schneide ich nun der Länge nach in zwei Hälften und schneide das Fett aus der Mitte heraus. Dabei entferne ich auch alle Gewebekanälchen. Ich schneide die Nieren in schöne Stückchen, so wie sie von der Natur vorgeprägt sind, und lege sie auf einen kalten Teller. In einer großen Pfanne erhitze ich die Butter, bis sie schäumt. Ich gebe alle Nierenstückchen in einem Rutsch in die heiße Butter und verteile sie mit einer Gabel in der Pfanne. So lassen sie sich gut anbraten.

Sind sie auf einer Seite goldbraun, wende ich sie. Dann salzen und pfeffern. Wenn alles gut angebraten, aber nicht zu gar ist, gieße ich einen Schuss Cognac darüber und flambiere die Nierchen. Ich nehme sie sofort aus der Pfanne, gebe sie auf einen Suppenteller, decke sie mit einem Teller ab und lasse sie im Backofen bei 80 Grad ruhen. Inzwischen schneide ich die Schalotte mit Liebe ganz fein, brate sie in etwas Butter leicht an. Dann gebe ich den Saft der gezogenen Nieren hinein und koche es leicht ein. Ich verrühre Senf und Sahne mit dem Schneebesen, gebe die Mischung in die Pfanne und lasse sie kurz erhitzen. Sofort die Nierchen hinein, umrühren und fertig. Am besten schmecken selbst gemachte Fettuccine dazu. Probieren Sie's ruhig einmal aus!

Wenn Sie keine Innereien mögen, empfehle ich ein Kaninchen in Senfsoße. Dafür nehme ich ein kleines Kaninchen, das zerteilt wird: zwei Keulen, zwei Brustrippenstücke, zwei Rückenstücke, zwei Vorderläufe und die beiden Bauchlappen, die ich wie üblich verknote. Die Kaninchenstücke wende ich in Mehl und brate sie in einem gusseisernen Topf rundherum in geklärter Butter an. Wenn alle Stücke schön goldbraun sind, lege ich sie auf eine Platte, salze und pfeffere sie und stelle sie warm. Dann zerlasse ich eine Nuss Butter in einem großen Topf und schwitze eine Zwiebel, eine Möhre und ein Stück Sellerie, alles klein geschnitten, und zwei Knoblauchzehen (entkeimt und platt gedrückt) an. Zum angebratenen Gemüse gebe ich die Kaninchenstücke und lösche mit 400 Milliliter Hühneroder Gemüsebrühe ab. Ich lasse alles einige Minuten kochen, gebe 200 Milliliter trockenen Weißwein dazu und ein Bouquet garni. Dafür wickle ich etwas frischen Thymian, ein Lorbeerblatt ein paar Stängel Petersilie in ein Blatt Lauch und binde es mit Küchengarn zusammen. Ich salze mit etwas Meersalz und lasse Kaninchen und Gemüse etwa eine Stunde bei kleiner Hitze köcheln.

Ist das Fleisch gar, hole ich es heraus und stelle es auf einem heißen Teller warm. Ich passiere die Soße durch ein Haarsieb in einen anderen Topf und lasse sie nochmals aufkochen. Wenn es zu viel Flüssigkeit ist, koche ich sie ein, so dass etwa 400 Milliliter bleiben. Voilà! Jetzt verrühre ich einen Esslöffel Sauerrahm und zwei Esslöffel von meinem Lieblingssenf und rühre die Mischung unter die Soße. Sie soll schön samtig sein und das Fleisch wundervoll nappieren. Ist der Senf erst einmal drin, die Soße bitte nicht mehr kochen lassen, sonst wird sie flockig. Zum Kaninchen gibt's Pellkartoffeln. Die schäle ich und zerdrücke sie mit der Gabel. Etwas Olivenöl und frisch gehackte Petersilie darauf und ein bisschen vom feinen Meersalz.

Bon appétit!

BRIGITTE Heft 3/2007
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