Zum Rind: Syrah/Shiraz

Mich erinnert ein typischer Syrah oft an einen jungen muskulösen Mann, stellen Sie ihn sich vielleicht in Jeans, weißem T-Shirt und einem Päckchen Zigaretten im Ärmel vor...

Der Syrah (in englischsprachigen Ländern Shiraz genannt) gilt als eine der ältesten Rebsorten, die wir kennen. Früher ging man davon aus, dass er vom alten Persien, wo es ja eine Stadt namens Shiraz gibt, nach Europa kam. Nach genetischen Untersuchungen der University of California ist die Herkunft aus dem südfranzösischen Rhônetal aber wahrscheinlicher. So glaubt man heute, dass die rote Dureza und die alte savoyische Rebe Mondeuse Blanche die Eltern des Syrah sind.

An der Rhône ist der Syrah traditionell die wichtigste Rebsorte. Die Weine der nördlichen Rhône - wie Côte Rôtie oder Hermitage - sind reinsortige Syrah-Weine, während an der südlicheren Rhône mehrere Rebsorten zugelassen sind. In Frankreich werden diese Weine in einem Atemzug mit den ganz großen Bordeaux-Weinen genannt. In Deutschland hingegen werden sie noch oft unterschätzt. Interessant: Die besten Bordeaux-Weine im frühen 19. Jahrhundert waren "hermitagé", das heißt für eine bessere Farbe und für mehr Kraft wurden die Bordeaux-Weine mit Syrah von der Rhône aufgebessert.

Schon 1832 gelangte der Syrah nach Australien. Dort hat er sich zur wichtigsten und typischsten Rebsorte der Region entwickelt. Einer der teuersten und berühmtesten Weine der Welt ist der "Grange" von Penfolds - ein reiner Shiraz-Wein. Während man früher selten von der Rebsorte sprach (sondern z. B. vom Côtes du Rhône oder vom Chateauneuf du Pape), wurde der Shiraz-Trend durch Australien bestärkt. Mittlerweile wird der Syrah auch in Frankreich immer öfter unter seiner Rebsorten-Bezeichnung verkauft.

Zu seinen ganz großen Stärken gehört, dass die Rebsorte exzellent mit heißem Klima zurechtkommt. Somit wird der Syrah wohl in Zukunft mit den zu erwartenden wärmeren Temperaturen immer wichtiger werden. Ein guter Syrah imponiert schon mit seiner dunklen Farbe und seiner warmen, aber auch fleischigen Art, das heißt, dass er oft ein bissl ein "au gôut", ein Geschmäckle, hat. Dazu gesellen sich die Aromen von Pfeffer und Himbeeren, Kirschen oder Johannisbeeren.

Die beste Trinktemperatur von Rotwein: Zimmertemperatur ist eine Empfehlung aus Zeiten ohne Heizung! Leichte Rotweine sollten Sie bei 16°C trinken, schwere bei 18°C.

Wo wird er angebaut?

An der Rhône ist es die Rebsorte! Und er gewinnt auch in den anderen südfranzösischen Regionen wie in der Provence und im Languedoc-Roussillon immer mehr an Bedeutung. In Australien natürlich: Die Rebsorte steht dort immer auf dem Etikett, und Shiraz ist der Imageträger australischer Weine! In Kalifornien gilt es derzeit als hip, Shiraz zu machen, und meist in sehr überzeugender Qualität. Ähnlich verhält es sich in Südafrika, Chile, Argentinien und Neuseeland. Immer mehr fasst der Syrah Fuß in Italien und Spanien, wo er auch optimale Bedingungen vorfindet. In kleineren Mengen wird er in Deutschland, Österreich, der Schweiz, Portugal, Griechenland angebaut.

Wozu passt er noch?

Eigentlich ist der Syrah/Shiraz der perfekte Begleiter zu allen kräftigen Fleischgerichten... Er ist einfach genial zu einem Entrecôte mit einer kräftigen Soße! Syrah/Shiraz schmeckt auch perfekt zum Lamm oder zum Zicklein. Und die kraftvollen Weine harmonieren sehr gut mit allen Wildgerichten. Auch zu kräftig zubereiteten vegetarischen Gerichten ist er sehr gut.

Zum Rind: Was passt sonst noch?

Zum Rind schmecken alle kraftvollen Rotweine wie Cabernet Sauvignon, Merlot, Lemberger, Regent etc. Natürlich auch alle Cuvées, die etwas mit Muskeln ausgestattet sind, z. B. aus Italien. Wer mit Rotweinen nicht so zurechtkommt, kann sich auch gern für einen Weißherbst oder einen Rosé entscheiden!

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Text: Natalie Lumpp
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